Einblicke und Infos
Interview mit einer Schulassistentin in Qualifizierung
Laura ist Malerin- und Lackierermeisterin und studiert im vierten Fachsemester in der Studienoption SchulAQ in der Fachrichtung Farbtechnik, Raumgestaltung und Oberflächentechnik und im Fach Gemeinschaftskunde / Rechtserziehung / Wirtschaft. Im folgenden Interview beantwortet sie einige Fragen zu ihrem Studienalltag.
Der Wunsch Lehrerin zu werden, ist bei mir tatsächlich erst entstanden, als ich selbst in der Berufsschule war. Davor hatte ich nie wirklich den Gedanken, Lehrerin zu werden. Erst dort habe ich aber gemerkt, dass Schule ganz anders sein kann, als ich es zuvor erlebt hatte. Plötzlich wurden Inhalte vermittelt, die einen direkten Bezug zum späteren Berufsleben hatten und die man wirklich braucht. Das hat meine Sicht auf Schule verändert. Gleichzeitig hat mich mein Handwerk schon immer begeistert. Irgendwann entstand dann der Wunsch, mein Wissen und meine Erfahrungen an junge Auszubildende weiterzugeben und sie auf ihrem eigenen beruflichen Weg zu begleiten. Ich finde es schön, Menschen dabei zu unterstützen, die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie später in ihrem Beruf wirklich brauchen. Gerade weil ich selbst den Weg über Ausbildung und Meisterschule gegangen bin, kann ich die Perspektive vieler Auszubildender gut nachvollziehen. Das hilft mir dabei, ihre Herausforderungen zu verstehen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.
Eine besonders herausfordernde Situation war für mich der Beginn des Studiums. Durch meine Ausbildung und die Meisterschule war ich es zwar gewohnt, viel Neues zu lernen, trotzdem hatte ich großen Respekt vor dem Studium. Plötzlich wurde ich mit vielen neuen Themen, Arbeitsweisen und einer enormen Menge an Wissen konfrontiert. Das war anfangs überwältigend und hat mich durchaus verunsichert. Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass ich an diesen Herausforderungen wachse. Gerade stressige Phasen zeigen einem, was man alles schaffen kann. Ich habe gelernt, mir selbst mehr zu vertrauen und mich daran zu erinnern, was ich bereits in meinem Leben erreicht habe. Ich hab mir dabei immer gedacht: Wenn ich all das bisher geschafft habe, dann werde ich auch die nächsten Herausforderungen meistern.
Die schönsten Momente im Studium sind für mich die, in denen ich merke, wie die Inhalte mit meiner späteren Tätigkeit als Lehrkraft zusammenhängen. Es motiviert mich sehr, wenn ich verstehe, warum bestimmte Dinge im Unterricht so gemacht werden und welche wissenschaftlichen Überlegungen dahinterstehen. Dadurch bekommt Schule für mich noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Besonders spannend finde ich es, bereits erworbenes Wissen und praktische Erfahrungen mit neuen Studieninhalten zu verknüpfen. Man versteht immer besser, wie Unterricht geplant wird und welche Gedanken sich Lehrkräfte dabei machen. Zu erkennen, dass hinter Schule eine große Wissenschaft steckt und gleichzeitig so viel praktische Anwendung möglich ist, begeistert mich immer wieder. Und natürlich sind die schönsten Momente auch die, die ich mit meinen Freunden im Studium erlebe. Gerade in stressigen Prüfungsphasen motiviert es, wenn man merkt, dass man nicht allein ist. Man unterstützt sich gegenseitig, tauscht sich aus und schafft die Herausforderungen gemeinsam.
Ich finde die Verbindung von Studium und der Tätigkeit als Schulassistentin besonders spannend, weil sich Theorie und Praxis ständig gegenseitig ergänzen. Inhalte, die man in Vorlesungen oder Seminaren kennengelernt hat, kann man in der Schule teilweise direkt wiedererkennen oder sogar anwenden. Gleichzeitig versteht man viele theoretische Konzepte aus dem Studium besser, wenn man erlebt, wie Schule tatsächlich funktioniert und welche Prozesse im Hintergrund ablaufen. Auch Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen geben einem noch einmal einen anderen Blick auf die Dinge und lassen vieles, was man an der Universität lernt, greifbarer werden. Andersherum kann man aber auch viele Erfahrungen aus dem Schulalltag in Lehrveranstaltungen einbringen und mit den Studieninhalten verknüpfen. Ich finde genau diese Verbindung unglaublich wertvoll. Außerdem ist die Tätigkeit als Schulassistentin für mich eine gute Vorbereitung auf die Zeit nach dem Studium. Man wird nicht plötzlich ins kalte Wasser geworfen, sondern kennt bereits viele Abläufe, Strukturen und Herausforderungen des Schulalltags. Dadurch fühlt sich später nicht mehr alles komplett neu an.
Gleichzeitig zu studieren und zu arbeiten ist definitiv herausfordernd. Man muss Studium, Arbeit und die vielen unterschiedlichen Aufgaben unter einen Hut bekommen. Dafür braucht es eine gute Organisation, Durchhaltevermögen und manchmal auch die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Gerade in stressigen Phasen sollte man die Belastung nicht unterschätzen. Gleichzeitig empfinde ich diese Möglichkeit aber als große Chance. Man sammelt wertvolle Erfahrungen, erhält viele neue Eindrücke und wächst an den Aufgaben, die einem begegnen. Natürlich bietet die Vergütung auch eine gewisse Sicherheit während des Studiums. Für mich steht inzwischen aber vor allem die praktische Erfahrung im Vordergrund. Die Einblicke in den Schulalltag und die Möglichkeit, bereits während des Studiums aktiv Teil des Systems Schule zu sein, sind für mich besonders wertvoll.
Ich würde ihnen raten, die Chance auf jeden Fall zu nutzen. Die Studienoption ermöglicht es, schon früh praktische Erfahrungen zu sammeln und Schule aus einer Perspektive kennenzulernen, die man im regulären Studium oft nicht in diesem Umfang erlebt. Man merkt schnell, dass nicht immer alles perfekt laufen muss und dass man gerade an Herausforderungen wächst. Die Verbindung von Theorie und Praxis kann unglaublich wertvoll sein und dabei helfen, den eigenen Berufsweg mit mehr Sicherheit und Selbstvertrauen zu gehen. Vor allem bekommt man einen sehr intensiven Einblick in den Schulalltag. Die Erfahrungen, die man als Schulassistentin oder Schulassistent sammelt, gehen weit über das hinaus, was einzelne Praktika leisten können. Am Ende der studienoption nimmt man nicht nur fachliches Wissen mit, sondern auch eine große Menge an schulischer Erfahrung, die einem auf dem weiteren Weg zugutekommt.
Interview mit dem Projektleiter
Prof. Dr. Rolf Koerber ist Verantwortlicher der Studienoption SchulAQ. Im folgenden Interview werden von ihm einige Fragen zur Studienoption beantwortet.
Bei SchulAQ handelt es sich um eine Studienoption für Techniker:innen, Meister:innen und Bachelor (BA, FH), bei der die Studierende als Studierende sind als Schulassistent:innen in Qualifizierung an sächsischen beruflichen Schulzentren angestellt werden.
Beruflich Qualifizierte insbesondere mit Fortbildungsabschluss (Techniker:innen, Meister:innen) sind durch ihre Berufserfahrung bestens für die Tätigkeit als Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen geeignet. Die duale Studienoption SchulAQ bietet dieser Zielgruppen die Möglichkeit eines grundständigen Studiums bei gleichzeitiger Anstellung an einem sächsischen Berufsschulzentrum. Schulen können sich so aktiv an der eigenen Nachwuchsgewinnförderung beteiligen.
Es handelt sich um eine Studienoption für Techniker:innen, Meister:innen und Personen mit Bachelor of Engineering (HAW / BA) und Berufserfahrung, die sich auf eine Stelle als Schulassistent:in an einem sächsischen Berufsschulzentrum bewerben müssen. Die berufliche Qualifikation stellt auch die Hochschulzugangsberechtigung (HZB) dar, ein Abitur ist nicht erforderlich.
Die Studierenden sind als Schulassistent:innen in Qualifizierung an sächsischen Berufsschulzentren mit einer entsprechenden Vergütung angestellt. Sie werden dabei während der Vorlesungszeit 3 Tage / Woche für das Studium an der Universität freigestellt und sind 2 Tage / Woche sowie in der vorlesungsfreien Zeit in der Schule tätig.
- Finanzielle Sicherheit durch Anstellung im Schuldienst sofort mit Studienbeginn
- Fundierte Begleitung durch die TU Dresden insbesondere in der Studieneingangsphase
- Große Nähe zur Schulpraxis
- Studium ohne Abitur möglich