18.05.2026
Prof. Andreas Spengler – Neuer Professor für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Medienbildung
Andreas Spengler hat an der Universität Passau den Bachelor und Master Medien und Kommunikation mit Schwerpunkten in Medienpädagogik, Mediendidaktik, Europäischer Ethnologie/Volkskunde sowie Fotojournalismus studiert. Anschließend war er dort von 2011 bis 2020 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik, wo er mit der Arbeit „Das Selbst im Netz – Eine Untersuchung des Zusammenhangs von Sozialisation, Subjekt, Medien und ihren Technologien“ 2018 promoviert wurde. Von 2020 bis 2025 war er Juniorprofessor für Medienpädagogik und Medienbildung an der Universität Rostock und wurde dort 2023 erfolgreich zwischenevaluiert. Im Wintersemester 2024/25 war er an der TU Berlin Gastprofessor für Bildung in der digitalen Welt/Medienbildung. Seit dem 1. Januar 2026 ist er Professor für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Medienbildung an der TU Dresden.
Name: Prof. Andreas Spengler
Position/Professur: Professor für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Medienbildung
Institut/Fakultät: Institut für Erziehungswissenschaft, Fakultät Erziehungswissenschaften
Wo liegen Ihre Forschungsschwerpunkte und Forschungsinteressen?
Meine Forschungsinteressen und Schwerpunkte liegen ganz klar im Bereich Medienbildung. Mich interessieren die Überschneidungen, Vernetzungen, Verflechtungen und Faltungen, die damit zusammenhängenden Praktiken, Gemeinschaften, Räume, Medien und Technologien, in denen, mit denen und durch die Menschen sich und ihre Umwelten bilden. Oder eben umgekehrt: wo durch Medien und Technologien oder damit zusammenhängende Aspekte Bildung in ihren Möglichkeiten eingeschränkt wird. In empirischer Hinsicht interessiere ich mich für das Zusammenspiel und die Widersprüche von Prozessen und Aspekten der Technisierung, Ästhetisierung und Ökonomisierung in Lebens- und Arbeitswelten.
Was war Ihr interessantestes bzw. spannendstes Forschungsprojekt?
Da gibt es ganz klar zwei für mich: Einerseits war das meine Dissertation – und dort insbesondere der zweite Teil, als ich das vernetzte Selbst als Subjektivierungsform herausgearbeitet habe. Das treibt mich bis heute an und um. Letztlich prägt es als Frage nach Bildung und Subjektivität an der Schnittstelle von Alltag, Technik und Medien meine Erkenntnisinteressen bis heute. Andererseits war das ein Essay zu Bildung in fluider und poröser Konstellation, den ich gemeinsam mit Guido Pollak verfassen durfte. Der Text entstand nahezu ausschließlich via Mail im Pingpong – immer auf das je Vorangegangene reagierend und es weiterführend. Wir entwickeln darin erste Grundzüge einer konstellativen Bildungstheorie unter Rückgriff auf das Essay als Methode, die zum Ziel hat, einen kritischen Möglichkeitssinn zu eröffnen. So gesehen war es nicht nur der Text, der dem inhaltlich nachkommen will, sondern auch der Schreibprozess selbst, aus dem er entstanden ist.
An welchem Projekt arbeiten Sie aktuell?
Derzeit würde ich mich als „im Übergang“ begreifen. Die erwähnte konstellative Bildungstheorie arbeiten wir gerade weiter aus und ich bin noch in weiteren Publikationsprojekten tätig. Auch möchte ich gerne wieder stärker empirisch arbeiten. Das derzeit wichtigste Projekt ist aber das Ankommen und Starten an der TU Dresden. Ich freue mich schon sehr darauf, die Studierenden der TU im Rahmen der Lehre kennenzulernen, aber auch über das herzliche und offene Willkommen, die bereits erlebte Kollegialität an der Fakultät sowie im Team der Professur – und das ist schließlich das zentrale Fundament für alles.
Was darf auf Ihrem Schreibtisch auf keinen Fall fehlen?
Die obligatorische Tasse Kaffee muss auf meinem Schreibtisch stehen – ansonsten mein „analoges“ Notizbuch, Schreibwerkzeug und ein kleiner Stapel der Bücher, die mich gerade besonders interessieren.
Haben Sie ein Lieblingszitat? Wenn ja, welches und von wem ist es?
Ein konkretes leider gerade nicht, das wechselt, je nach aktuell Gelesenem, Entdecktem, mich Bewegendem. Jetzt könnte ich natürlich ganz frech mit „Keine Ahnung“ antworten und auf die Anmerkung 216 in David Foster Wallace‘ „Unendlicher Spaß“ verweisen. ;) Ansonsten, da sie gut passt, auf eine Stelle in Ernst Cassirers Aufsatz „Form und Technik“ aus dem Jahr 1930: „Die ›Form‹ der Welt wird vom Menschen weder im Denken noch im Tun, weder im Sprechen noch im Wirken einfach empfangen und hingenommen, sondern sie muß von ihm ›gebildet‹ werden.“ Darin, finde ich, begründen sich zentrale Aufgaben, Inhalte und Ansprüche einer „Medienbildung“.
Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
Privat waren das Ricarda Messners „Wo der Name wohnt“ und „Die kalten Nächte der Kindheit“ von Tezer Özlü, die ich beide nicht aus der Hand legen konnte; beruflich bin ich gerade im Übergang zwischen Martina Heßlers „Sisyphos im Maschinenraum. Eine Geschichte der Fehlbarkeit von Mensch und Technologie“ und Anna-Verena Nosthoffs „Kybernetik und Kritik. Eine Theorie digitaler Regierungskunst“. Ansonsten habe ich gehört, dass dieses Jahr wohl noch GTA 6 erscheinen soll – und da ist das medienpädagogische Interesse natürlich groß.
Weitere Infos über Sie gibt es auf:
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