04.05.2026
Jun.-Prof. Anne-Marie Lachmund – Neue Juniorprofessorin für Didaktik der romanischen Sprachen
Anne-Marie Lachmund hat Französisch, Englisch und Italienisch auf Gymnasiallehramt an der Universität Leipzig, der European University Cyprus und der Université de Provence Aix-Marseille studiert. Im Anschluss ihrer Promotion war sie an den Universitäten Leipzig, Konstanz und Potsdam als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der romanischen Literatur- und Kulturwissenschaft sowie in der Didaktik der romanischen Sprachen und des Englischen tätig. Parallel arbeitete sie als Lehrerin an verschiedenen Schulen. Von 2024 bis 2025 war sie Gastprofessorin im Eleonore-Trefftz-Programm an der TU Dresden und übernahm zum Wintersemester 2025/26 die Juniorprofessur für Didaktik der romanischen Sprachen.
Name: Jun.-Prof. Anne-Marie Lachmund
Position/Professur: Juniorprofessorin für Didaktik der romanischen Sprachen
Institut/Fakultät: Institut für Romanistik, Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
Wo liegen Ihre Forschungsschwerpunkte und Forschungsinteressen?
In der Forschung interessiere ich mich insbesondere für die digitale Transformation des Fremdsprachenunterrichts und -lernens. Hierbei nehme ich einerseits die Treiber und Hürden der Digitalisierung von Schule und Unterricht in den Blick; andererseits setze ich einen Fokus auf den Einsatz digitaler Medien wie Social Media und Erklärvideos zur Strategie- und Autonomieförderung. Dabei bildet das Lesen digitaler Texte wie beispielsweise Instapoesie ein Schwerpunkt meiner Forschung. Mir ist eine sehr praxisorientierte Forschung von, mit, für Lehrkräfte wichtig und ich versuche stets, beide Perspektiven – sowohl die der Lernenden, die Fremdsprachen lernen, als auch die der Lehrenden, die Unterricht gestalten – miteinander in Verbindung zu setzen und die Erkenntnisse für die angehenden Lehrkräfte, die ich ausbilde, aufzubereiten.
Was war Ihr interessantestes bzw. spannendstes Forschungsprojekt?
Das digitale Lesen in der Fremdsprache bringt Herausforderungen mit sich, die sich vom analogen Lesen unterscheiden, da es veränderte Lesestrategien und -stile mitbringt und die Leseförderung sich anders verhält, z. B. das vertiefte Lesen zwischen Scannen und Scrolling besonderer Berücksichtigung bedarf. Nun wirkt sich das digitale Lesen insbesondere auf die Fremdsprachenlernenden im Sinne von ‚Anfänger:innen‘ aus, die oft wenig sprachliche Mittel zur Verfügung haben, aber auch ganz allgemein rücken in Anbetracht zunehmend heterogener Klassenzimmer Aspekte der Diklusion (= digitaler Inklusion) und Diversity (u. a. Neurodiversität) in den Vordergrund. Um angehende Fremdsprachenlehrkräfte hierfür zu sensibilisieren, wurden im Rahmen eines Design-Based-Research-Ansatzes mehrere Lesetools zur Leseförderung ausprobiert, empirisch erforscht und Kriterien für einen funktionalen Einsatz im Unterricht abgeleitet. Ziel war bzw. ist es, einen Leitfaden für Lehrkräfte zu entwickeln, der Schüler:innen beim Einsatz von Lesetools und deren Lehrkräfte unterstützen soll.
An welchem Projekt arbeiten Sie aktuell?
Mein Fokus richtet sich gerade verstärkt auf die Veränderungen des Sprachenlernens und -unterrichtens ausgehend vom Einzug der generativen künstlichen Intelligenz in die Schule. Hierbei möchte ich mich mit den Auswirkungen von KI/LLMs auf die Unterrichtsgestaltung beschäftigen, weshalb ich aktuell ein Forschungsprojekt zur Gestaltung von Unterrichtsmaterial und Planung von Fremdsprachenunterricht mithilfe von KI mit angehenden Lehrkräften durchführe. Dies beziehe ich auch in die von mir angebotene Lehre ein, wenn es um die kritische Deutung und Analyse von Kulturoutput (z. B. anhand von Bias, Stereotypen) für den Fremdsprachenunterricht geht, um die AI Literacy von Lehrkräften auszubilden.
Was darf auf Ihrem Schreibtisch auf keinen Fall fehlen?
Eine Tasse (leider kalt gewordener) Schwarztee. Am liebsten Earl Grey. Eine handgeschriebene analoge To-Do-Liste. Und zum Ende des Winters eine kleine Vase mit Frühblühern.
Haben Sie ein Lieblingszitat? Wenn ja, welches und von wem ist es?
«Soyons reconnaissants envers les gens qui nous rendent heureux. Ils sont les jardiniers qui font fleurir notre âme.» (Marcel Proust)
Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
Sophie Gilbert (2025): Girl on Girl: How Pop Culture Turned a Generation of Women Against Themselves.
Weitere Infos über Sie gibt es auf:
Homepage: https://tu-dresden.de/gsw/slk/romanistik/das-institut/Chairs/juniorprof-fachdidaktik
LinkedIn: www.linkedin.com/in/dr-anne-marie-lachmund-844723306
ResearchGate: https://www.researchgate.net/profile/Anne-Marie-Lachmund
Netzwerk „Digitale Sprachenspezifische Kompetenzen“ (DiSKo): https://tu-dresden.de/gsw/slk/romanistik/das-institut/Chairs/juniorprof-fachdidaktik/netzwerk-lexikalische-kompetenz