12.02.2018

Forschung über Medien, brandneu und hochrelevant beim IfK-Praxisforum

IfK-Praxisforum © Christine Elmer IfK-Praxisforum © Christine Elmer
IfK-Praxisforum

© Christine Elmer

Schon zum 17. Mal wurde am 29. Januar 2018 das IfK-Praxisforum vom Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) und seinem Förderverein präsentiert. Im Forum am Altmarkt bei der Ostsächsischen Sparkasse trugen Studierende, Absolventen und IfK-Mitarbeiter spannende Ergebnisse aus der aktuellen Forschung vor. Die Studentinnen Johanna Siegmann und Laura-Marie Wolf, führten durch den Abend, der thematisch von Glaubwürdigkeitsforschung über politische Partizipation bis hin zu Medienwirkungsforschung viel Abwechslung bot.

Im ersten Abschnitt ging es darum, welche Faktoren die Glaubwürdigkeit von Medien für Rezipienten beeinflussen. So zeigte Daniel Riecke (Absolvent des IfK) wie stark die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Beiträgen auf Facebook von Kontextangaben wie etwa dem Standort abhängen und die Abschlussarbeit von Henric Abraham (Absolvent des IfK) machte deutlich, dass auch die Quelle einer Nachricht einen Einfluss darauf hat, wie diese Nachricht wahrgenommen und ob sie abgelehnt wird.

Der Direktor des IfK, Lutz Hagen, stellte dar, wie sich das Vertrauen der Menschen in Medien und Journalisten entwickelt hat. Dabei zeigt sich, dass Misstrauen und Vorwürfe gegen die Presse in den letzten Jahren insgesamt nicht zu einem Vertrauensverlust geführt haben, jedoch zu einer stärkeren Polarisierung der Einstellung gegenüber Medien: Einerseits haben also „Lügenpresse“-Vorwürfe wohl mehr Menschen gegen die Medien eingenommen, andererseits haben Sie in einer noch größeren Gruppe dazu geführt, dass die Arbeit journalistischer Medien wieder stärker geschätzt wird. Beeinflusst wird das Vertrauen in die Medien durch Faktoren wie das Mediennutzungsverhalten, politische Einstellung oder Vertrauen in das politische System.

Das besondere Engagement der Studierenden des IfK zeigte Sí KoWi, die Studierendeninitiative, die seit dem vergangenen Jahr verschiedenste Informations- und Vernetzungsveranstaltungen für die Studierenden der Kommunikationswissenschaft organisiert haben. Eine solche Initiative an einem kleinen Institut wie dem IfK ist einzigartig und wir danken den Studierenden für ihren großartigen Einsatz.

Passend zur Bundestagswahl im vergangenen September ging es im zweiten Themenblock um „Wahl und politische Partizipation“. Dazu präsentierte Anna-Maria Schielicke (Wissenschaftliche Mitarbeiterin IfK) Ergebnisse aus 100 DNN-Barometern zum Thema Wahlbeteiligung. Die Ergebnisse zeigen, dass der Wille der Dresdner zur politischen Partizipation – sei es bei Landtagswahlen oder Abstimmungen zu diversen lokalen Themen wie der Waldschlösschenbrücke – sehr stark ausgeprägt ist, die tatsächliche Beteiligung jedoch stark hinter der Absichtsbekundung zurückbleibt.

Mit der Gruppe der Erstwähler beschäftigte sich Ron Sittner in seiner Abschlussarbeit und fand heraus, dass diese neben traditionellen Nachrichtenquellen offline besonders stark soziale Netzwerkseiten als Quelle für politische Information nutzen. Besonders wichtig für die politische Teilnahme der Erstwähler ist jedoch deren empfundene politische Wirksamkeit.

In einem Interview unserer Moderatorinnen Johanna Siegmann und Laura-Marie Wolf hatte das Publikum zum 17. Praxisforum die Möglichkeit, den neuen Professor am IfK näher kennenzulernen: Sven Engesser ist seit Oktober vergangenen Jahres Professor für Wissenschafts- und Technikkommunikation. Über die Unterschiede zwischen großen und kleinen kommunikationswissenschaftlichen Instituten und Forschungsthemen wie Internet of Things oder Antibiotikaresistenz wusste Sven Engesser einiges zu erzählen. Mehr dazu gibt es im aktuellen ImfoKus-Magazin des IfK zu lesen.

Im letzten Themenblock zeigt sich erneut die Vielfalt kommunikationswissenschaftlicher Forschung. Zum Thema „Medienwirkungen“ zeigte Thomas Langnau (Absolvent des IfK) wie Medienberichterstattung und Suchanfragen zum selben Thema am selben Tag zusammenhängen. Deborah Kunze rundete den Abend ab mit ihrem Beitrag zur Ablehnung medial vermittelter Stereotype über Muslime.

Wie bei jedem Praxisforum wurden auch in diesem Jahr die besten Abschlussarbeiten ausgezeichnet. Der Preis für die beste Bachelorarbeit 2017 ging an Frau Deborah Kunze. Die Auszeichnung für die beste Masterarbeit des Jahres 2017 erhielt Henric Abraham.

Die Bilder zur Veranstaltung sowie das vollständige Programm des 17. IfK-Praxisforums gibt es hier

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Letzte Änderung: 12.02.2018