Bilder der Arbeit in der Kunst seit 1850
| Lehrkräfte | Dr. Frank Schmidt, Juliane Gatomski, M.A. |
| Termin | Mo., 4. & 5. DS (14-tägig) |
| Ort | ABS/114/U |
| Beginn | 20.04.2026 |
| Einschreibung | OPAL |
| Module |
AM MAKU-GK-VT1 (MA LA) |
Inhalt der Lehrveranstaltung
Industrialisierung, Urbanisierung und die Herausbildung moderner Klassengesellschaften veränderten nicht nur Produktionsweisen, sondern auch die visuellen Strategien, mit denen Arbeit, Arbeiter*innen und Arbeitsprozesse dargestellt und zum Teil politisch aufgeladen wurden. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts rücken entsprechende Themen verstärkt ins Zentrum der bildenden Kunst, wobei Künstler*innen maßgeblich zur visuellen Konstruktion sozialer Wirklichkeiten beitrugen, indem sie Arbeit in ihren Werken thematisierten, idealisierten, problematisierten oder symbolisch überhöhten.
Ausgehend von den realistischen Positionen Gustave Courbets, Jean-François Millets und Adolph Menzels untersucht das Seminar, wie Arbeit in der Kunst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verstärkt zum Thema gemacht wird. Im frühen 20. Jahrhundert verschärfen sozialkritische, expressionistische und politisch engagierte Bildprogramme, etwa im Umfeld der Arbeiterbewegung, der Russischen Revolution oder der Neuen Sachlichkeit, die Frage nach der sozialen Funktion von Kunst. Spätestens mit der Etablierung sozialistischer Bildpolitiken in der DDR wird Arbeit zu einem zentralen ideologischen Leitmotiv, dessen visuelle Normierung es ebenso zu diskutieren gilt wie seine Brüche und Ambivalenzen.
Auf der Grundlage mehrerer Exkursionen soll im Seminar anhand exemplarischer Fallstudien verdeutlicht werden, wie sich der Begriff der Arbeit im Spannungsfeld von Körper, Handwerk, Technik, Ideologie und künstlerischer Praxis verändert und welche sozialen, politischen und ästhetischen Konzepte den behandelten Werken eingeschrieben sind.
Neben der Malerei werden auch andere Medien einbezogen, insbesondere die Fotografie als Dokumentations-, Propaganda- und Kritikmedium. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der deutschen Kunst und dem mitteldeutschen Raum, mit Fokus auf regionalen Sammlungen und Institutionen der Industriekultur. Internationale Fallbeispiele dienen der vergleichenden Perspektivierung nationaler Bildtraditionen. Zu den behandelten Künstler*innen zählen neben den Genannten u. a. Thomas Hart Benton, Ford Madox Brown, Otto Griebel, Laura Knight, Käthe Kollwitz, Wilhelm Leibl, Max Liebermann, Constantin Meunier, Tina Modotti, August Sander, Martha Schrag, Eva Schulze-Knabe, Charles Sheeler, Willi Sitte, Robert Sterl und Werner Tübke.
Das Seminar findet 14-tägig, ergänzt durch einzelne Blocktermine, statt. Die Absprache der Termine sowie die Vergabe der Referatsthemen erfolgt in der ersten Sitzung. Die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme, zur Übernahme eines Referats sowie zur Lektüre begleitender Texte wird vorausgesetzt. Die Anmeldung zum Seminar ist über OPAL möglich.
Kontakt
© Sven Ellger
wissenschaftlicher Mitarbeiter
NameDr. Frank Schmidt
Studienfachberatung im BA- und MA-Studiengang Kunstgeschichte
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Institut für Kunst- und Musikwissenschaft
Institut für Kunst- und Musikwissenschaft
Besuchsadresse:
Haus 83/Institut für Kunst- und Musikwissenschaft, 1. OG, Raum 111 August-Bebel-Straße 20
01219 Dresden
Sprechzeiten:
- Donnerstag:
- 15:00 - 16:00
Feriensprechstunde am 04.03. von 14-15 Uhr. Nur nach vorheriger Anmeldung und Terminvergabe per E-Mail.