Jan 28, 2026
Katastrophen Curriculum
Schule in Ausnahmezeiten gemeinsam gestalten
In einer Zeit, in der Krisen und Katastrophen – von Pandemien über Extremwetter bis hin zu Krieg und Desinformation – immer häufiger den Schulalltag beeinflussen, stellt sich eine zentrale Frage: Wie kann Schule in solchen Ausnahmesituationen handlungsfähig bleiben?
Im Rahmen des Lehr-/Forschungsprojekts das „Katastrophen-Curriculum“ haben wir wir ein alternatives Bidungsangebot entwickeln, das im Fall einer akuten Krise aktiviert werden kann – flexibel, solidarisch und gemeinschaftsstärkend. Dabei geht es nicht um Notfallpläne im klassischen Sinne, sondern um ein pädagogisches Rahmenkonzept, das Orientierung gibt, Gemeinschaft stärkt und das Lernen in schwierigen Zeiten ermöglicht.
Das Katastrophen-Curriculum ist ein pädagogischer Rahmen für Schule und Bildung in Ausnahmesituationen – etwa bei Krieg, Katastrophen, Pandemien oder anderen gesellschaftlichen Krisen. Es richtet sich an Schulen, Lehrkräfte, Schulleitungen, Schüler*innen und Eltern und bietet Orientierung, Struktur und konkrete Materialien für den Umgang mit Unsicherheit, Überforderung und Ausnahmezuständen im schulischen Alltag.
Zentral für das Projekt ist seine partizipative Entwicklung: Das Katastrophen-Curriculum wurde nicht am Schreibtisch entworfen, sondern gemeinsam mit Studierenden, dem Landesschülerrat, Eltern sowie Schulleiter*innen und Lehrkräften entwickelt. Erfahrungen aus Schule, Studium und Bildungsverwaltung flossen kontinuierlich in die Konzeption ein. Ziel war es, reale Perspektiven, Bedürfnisse und Konfliktlagen sichtbar zu machen und ernst zu nehmen – insbesondere die der Schüler*innen.
Ziel des Projekts ist es, Bildung auch dann möglich zu halten, wenn Normalität nicht mehr gegeben ist: nicht als reiner Notbetrieb, sondern als bewusste, reflektierte und solidarische Bildungsarbeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen von Haltung, Verantwortung, psychischer Stabilisierung, demokratischer Praxis und Gemeinschaft in Krisenzeiten.
Zum Projekt gehören unter anderem
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das Katastrophen-Curriculum als konzeptioneller Rahmen,
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eine Handreichung für Schulleitungen und Lehrkräfte mit konkreten Handlungsoptionen,
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sowie das Notfall-Schulheft als niedrigschwelliges, persönliches Begleitmaterial für Schüler*innen.
Entwickelt wurde das Projekt an der Technischen Universität Dresden, an der Professur für Didakti der politischen Besand unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Anja Besand.
Mehr zum Projekt und die fertigen Bausteine finden Sie hier