PEGIDA. Warnsignale aus Dresden (Thelem 2016)

Pressekonferenz und Buchvorstellung zur bisher materialreichsten und umfassendsten PEGIDA-Studie


PEGIDA hat einst deutschlandweites, ja internationales Aufsehen erregt. Vielen gilt PEGIDA als Ausdruck des politisch Schlimmen schlechthin. Und in Form der AfD sind jene Kräfte derzeit erfolgreicher denn je, deren spektakulärer Ausdruck PEGIDAs Aufkommen war. Doch Symptome genau welcher politischen Entwicklungen sind PEGIDA und die AfD? Welche Probleme unseres Landes zeigt PEGIDA an?

Patzelt/Klose - PEGIDA. Warnsignale aus Dresden © Umschlag: Thelem; Bild: Anadolu Agency/Getty Images Patzelt/Klose - PEGIDA. Warnsignale aus Dresden © Umschlag: Thelem; Bild: Anadolu Agency/Getty Images
Patzelt/Klose - PEGIDA. Warnsignale aus Dresden

© Umschlag: Thelem; Bild: Anadolu Agency/Getty Images

Das alles ist Gegenstand des bislang materialreichsten und umfassendsten Buches über PEGIDA, verfasst zu großen Teilen von Prof. Dr. Werner J. Patzelt vom Institut für Politikwissenschaft der TU Dresden, der PEGIDA von Anfang an mit wissenschaftlichen Studien, massenmedialen Kommentaren und Ratschlägen für einen effektiven politischen Umgang mit diesen periodischen Demonstrationen begleitet hat. Das Buch integriert einerseits die wichtigsten Befunde sämtlicher bislang erschienener Studien zu PEGIDA. Andererseits werden viele neue Befunde zu noch nicht ausreichend untersuchten Zügen PEGIDAs vorgelegt (u.a. Kundgebungsreden, PEGIDA als Internetphänomen, Pegidianer und ihre Gegner auf Facebook). Außerdem bietet es eine umfassende Erklärung des PEGIDA-Phänomens in Dresden bzw. des PEGIDA/AfD-Komplexes in Deutschland.

Werner J. Patzelt / Joachim Klose: PEGIDA. Warnsignale aus Dresden.
Dresden: Thelem 2016, 667 S., 22,00 €, ISBN: 978-3-945363-44-7 (VÖ: 14.06.2016)
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Pressekonferenz und Buchvorstellung


Die Professur für Politische Systeme und Systemvergleich lädt ein zur öffentlichen Vorstellung dieses Bandes samt Pressekonferenz. Sie findet statt am Dienstag, 14. Juni 2016, 9.00-11.00 Uhr, im Festsaal des Stadtmuseums Dresden, Wilsdruffer Straße 2.

Sprechen werden neben den Verfassern auch der Präsident des Sächsischen Landtages (Zusage) und der Oberbürgermeister der Stadt Dresden (angefragt). Nach der Vorstellung des Buches sowie der Einordnung seiner Ergebnisse in die politische Lage Dresdens und Sachsens durch die genannten Sprecher gibt es für Journalisten die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Um Voranmeldung wird gebeten: christoph.meisselbach@tu-dresden.de.
 

Zum Inhalt


Auf ein Gesamtporträt PEGIDAs (S. 19-56) folgen tief ins Detail gehende Kapitel über …

  • PEGIDAs Programmatik (S. 57-100), die viel zu selten wahrgenommen wurde,
  • die Kundgebungen und die dort gehaltenen Reden (S. 101-148), welche sich als populistisch, empörungsselig und radikalisierend-sarkastisch erwiesen, 
  • die Einstellungen von PEGIDA-Demonstranten (S. 149-294), welche – im Vergleich mit bundesweit repräsentativen demoskopischen Befunden – besser zu jenen des Rests der Bevölkerung passen als zu denen von gesellschaftlichen Eliten, 
  • PEGIDA im Internet, einesteils quantitativ etwa Google-Anfragen, die PEGIDA-Facebookseite und ihre Nutzer in den Blick nehmend (S. 295-368), andernteils qualitativ die Selbst- und Fremdwahrnehmung von Pegidianern und ihren Gegnern sowie typische Diskurssequenzen analysierend (S. 369-479),
  • die Ursachen, warum es überhaupt – und speziell in Ostdeutschland, zumal in Sachsen sowie ausgerechnet in Dresden – zu PEGIDA kam (S. 481-585),
  • politisch-praktische Ratschläge zum weiteren Umgang mit PEGIDA, gerade auch seitens von Politik, Zivilgesellschaft und Journalisten (S. 587-606). 
  • Ein ausführlicher Anhang – u.a. mit allen bisherigen PEGIDA-Programmschriften und Informationen zur Methodik der PEGIDA-Studien der Professur für Systemvergleich sowie mit Klärungen wichtiger diskussionsprägender Begriffe wie (Rechts-)Populismus, (Rechts-)Radikalismus, (Rechts-)Extremismus sowie Rassismus – rundet den Band ab (S. 607-667). 

Die zentralen Thesen des Buches sind:

  • PEGIDA ist bloß die „Spitze eines Eisbergs“ und war ostdeutscher Vorbote jener politischen Kräfteverschiebung, die mit den jüngsten Wahlerfolgen der AfD auch in Westdeutschland unübersehbar wurde.
  • Im Grunde sind PEGIDA und die AfD Ausdrucksformen desselben Phänomens.
  • Deshalb lohnt es sich, beim Umgang mit der AfD jene Fehler zu vermeiden, die beim Umgang mit PEGIDA gemacht wurden. Insofern hat dieser Band nicht nur einen wissenschaftlich-aufklärerischen, sondern auch einen politisch-praktischen Zweck.

Informationen für Journalisten


Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie auf der Seite von Prof. Dr. Werner J. Patzelt und jener unseres Sekretariats.

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Christoph Meißelbach
Letzte Änderung: 09.06.2016