12.05.2026
Foreigners welcome? Categorizing change in German mass media discourse
Wir freuen uns, Arianna Haviv-Zehner zu einem Vortrag begrüßen zu dürfen, in dem sie ihre neuesten Forschungsergebnisse zum Mediendiskurs und dessen Rolle bei der Gestaltung öffentlicher Debatten vorstellt.
Die Massenmedien werden häufig hinsichtlich ihres Einflusses auf die öffentliche Meinung untersucht. Die Medienanalyse stützt sich jedoch oft auf die Messung der Häufigkeit bestimmter Begriffe, auf Framing-Elemente und auf die Ermittlung von Voreingenommenheit. In diesem Vortrag stellt Arianna Haviv-Zehner neue Ansätze der Medienanalyse vor, die für die Sozialwissenschaften von Vorteil sind.
Unter Nutzung der Deutschen Allgemeinen Sozialumfrage (GGSS) wendet sie die Latente Semantische Analyse (LSA) an, um den Diskurs zu Schlüsselzeitpunkten (2006, 2010, 2012, 2016, 2021) zu kategorisieren und zu vergleichen, wobei sie auf über 10.000 Medienartikel aus verschiedenen deutschen Medien zurückgreift. Der Schwerpunkt liegt auf Migration und der Integration von Ausländern in Deutschland sowie auf den konkurrierenden Diskursnarrativen rund um diese Entwicklungen.
Die Studie greift den Begriff „Ausländer“ in Medientexten auf; deutsche Zusammensetzungen wie „Ausländerproblem“ und „Ausländerintegration“ spielen bei der Diskursanalyse eine zentrale Rolle. Auf der Grundlage ihrer semantischen Bedeutung und ihres gemeinsamen Vorkommens werden diese zusammengesetzten Begriffe in vier Kategorien eingeteilt: Verwaltung und Politik, soziale Integration, Fremdenfeindlichkeit und Migrationsbegrenzung.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Diskurs zur sozialen Integration im Laufe der Zeit an Bedeutung gewinnt. Eine anschließende Stimmungsanalyse ergibt, dass dieser Diskurs nicht positiv, sondern neutral ist, während andere Kategorien eine negative Tendenz aufweisen. Der Vortrag befasst sich darüber hinaus mit computergestützten Anwendungen zur Verbesserung der Medienanalyse sowie mit den Herausforderungen bei der Kontextualisierung von Umfragedaten.