01.07.2026
Mobiles Klanglabor – vom Prototyp zum musikalischen Showcase
Instrumentenprototypen im mobilen Einsatz
Autor: Sebastian Merchel
Die Beschäftigung mit traditionellen sowie neu entwickelten Musikinstrumenten bietet Studierenden eine motivierende Möglichkeit, theoretische Inhalte aus den Bereichen Physik, Elektrotechnik, Psychoakustik, Informatik und Signalverarbeitung in einem praktischen Szenario anzuwenden und zu vertiefen. Dies geschieht beispielsweise in der Lehrveranstaltung „Physik der Musikinstrumente und Trends in der Audiotechnik“ der Professur für Akustik und Haptik an der TU Dresden. Im Rahmen von studentischen Projekten in dieser und anderen Lehrveranstaltungen, wie auch in der Lautsprecher-AG und Abschlussarbeiten, entstehen immer wieder neue Konzepte und Prototypen zur Verbesserung konventioneller sowie innovativer elektronischer Musikinstrumente. Im Gegensatz zu klassischen Instrumenten ist bei elektronischen Musikinstrumenten die Klangerzeugung meist vom Instrument selbst entkoppelt. Die Klänge werden dabei auf einem für Audioanwendungen optimierten Mikrocontroller oder mit einem separaten Rechner unter Verwendung von Methoden der Sound-Synthese in Echtzeit erzeugt.
Um diese Methoden unmittelbar erlebbar zu machen und neue Instrumentenprototypen zu entwickeln, wird ein leistungsfähiger Rechner benötigt. Dieser ist in der Lage, mit niedriger Latenz Audiosignale softwarebasiert zu erzeugen. Besonders Verfahren des Physical Modelling, granulare Synthese und KI-basierte neuronale Synthese stellen hohe Anforderungen an die verwendete Hardware, um flüssig und ohne Tonaussetzer zu funktionieren. Im Rahmen des Projekts „Mobiles Klanglabor für die digitale Lehre“ konnte mit Mitteln des TDLförderING-Programms ein solcher leistungsfähiger Rechner angeschafft werden. Dieser ermöglicht die flüssige Verarbeitung von parallelen Plug-in-Ketten, polyphonen Modellierungen und komplexen Echtzeitinteraktionen.
Die neue Hardware hat bereits Früchte getragen: In verschiedenen Projekten wurden damit innovative Instrumentenprototypen entwickelt und getestet. Einige dieser Entwicklungen fanden sogar schon den Weg auf die Bühne und weckten in einem musikalischen Kontext Interesse für das Studium der Ingenieurwissenschaften, insbesondere der Akustik. Ein Highlight war der Einsatz des mobilen Klanglabors auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Akustik. Dort wurden gleich drei Instrumentenprototypen in Aktion präsentiert und stießen auf großes Interesse bei den Teilnehmenden.
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Professur für Akustik und Haptik
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