26.03.2018

Dr. phil. Waltraud Ernst - Gastprofessorin im Bereich Ingenieurwissen­schaften stellt sich vor

Professorin Waltraud Ernst © Kirsten Lassig Professorin Waltraud Ernst © Kirsten Lassig
Professorin Waltraud Ernst

© Kirsten Lassig

Name: Dr. phil. Waltraud Ernst  

Institution: Johannes Kepler Universität Linz

Wirkungsbereich an der TUD:                           Bereich Ingenieurwissenschaften

Thema: Geschlechtergerechtigkeit bei der Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen (u.a.)

Termin: Sommersemester 2018,  Dienstags 18:00-20:00 Uhr, ZEU/160/H

Zum Sommersemester 2018 startet das Pilotprojekt "MEHRWERT durch mehr Perspektiven". Das Projekt integriert Gender- und Diversity-Aspekte in der MINT-Forschung mit dem Ziel, neue Impulse und methodische Möglichkeiten auch auf interdisziplinärer Ebene aufzuzeigen. Hierbei wird der Fokus auf anwendungs- und nutzerorientierte Forschungsfragen gelegt. Projektbeteiligte sind die drei Bereiche Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, Bau und Umwelt, das Referat Gleichstellung von Frau und Mann sowie die GenderConceptGroup als Kooperationspartner.

Die Gastprofessorin im Bereich Ingenieurwissenschaften stellt sich vor

Dr. phil. Waltraud Ernst studierte Philosophie und Literaturwissenschaft an den Universitäten Tübingen, Bielefeld und Bordeaux und wurde 1996 im Fach Philosophie mit einer Arbeit zu epistemologischen Möglichkeiten einer feministischen Konzeption der Wissenschaften an der Universität Wien promoviert. Ihre wissenschaftliche Laufbahn begann Waltraud Ernst 2001 am Institut für Philosophie der Universität Wien, wo Sie „Erotische Ökonomien der Wissenschaften“ erforschte. 2004 erhielt sie ein Visiting Fellowship am renommierten Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien bevor sie als Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIF) an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und der Universität Hildesheim wieder für sechs Jahre nach Deutschland ging. Seit 2010 ist sie am Institut für Frauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität Linz zuständig für Lehre und Forschung im Bereich Gender Studies in den Natur- und Technikwissenschaften.

Ich arbeite aktuell an folgenden Themen:

Im Moment beschäftigen mich insbesondere soziale und ethische Fragen der Digitalisierung und Industrie 4.0 unter Gender- und Diversityperspektiven: Wessen Interessen werden digitalisiert und materialisiert? Wer wird in welcher Weise beteiligt oder ausgeschlossen? Wer profitiert in welcher Weise? Wie können an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine die Bedürfnisse möglichst vieler Menschen verantwortungsvoll berücksichtigt werden?

Meine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem: Gender in Wissenschaft und Technik, Geschlechterverhältnisse in den Ingenieurwissenschaften, soziale und ethische Fragen der Digitalisierung, Feministische Naturwissenschafts- und Technikforschung, Feministische Erkenntnistheorie und Wissenschaftsphilosophie, Ethik und Politik der Globalisierung, New Materialism, Cultural Studies of Science.

Was erhoffe ich mir für meinen Aufenthalt in Dresden:

Neue Impulse für meine Forschung durch den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der TU Dresden. Wertvolle Kontakte und Kollegialität an diesem faszinierend innovativen, traditionsreichen und geschichtsträchtigen Ort.

Auf meinem Schreibtisch darf auf keinen Fall fehlen:

Ein Glas Mineralwasser, ein Bleistift und ein leeres Blatt Papier.

Mein Lieblingszitat:

Gender ist der Mechanismus, durch den Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit produziert und naturalisiert werden. Gender könnte aber auch der Apparat sein, durch den solche Vorstellungen dekonstruiert und denaturalisiert werden.“           Judith Butler, Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen, Frankfurt/M.: Suhrkamp 2009, S. 74.

Zuletzt gesehen und gelesen habe ich:

Zuletzt gesehen habe ich "Hidden Figures" von Theodore Melfi.

Beeindruckt haben mich „Americanah“ der nigerianischen Autorin Chimamanda Ngozi Adichie sowie „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ von Swetlana Alexijewitsch.

Weitere Informationen über mich:

Persönliche Website an der Johannes Kepler Universität Linz

Soeben erschienen: Special issuePolitical objects - Prescriptions, injustices and promises of material agents“ , International Journal of Gender, Science and Technology, Vol. 9 (2), 2017, darin: Emancipatory Interferences with Machines?

Zu dieser Seite

Carola Queitsch
Letzte Änderung: 26.03.2018