Forschungsprojekte

RoSI - Role-based Software Infrastructures for Continuous-Context-Sensitive Systems

Das Konzept der Rollenmodellierung ist zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Fachgebieten eingeführt worden, um kontextbezogene Informationen zu modellieren, insbesondere auch den dynamischen Wechsel von Kontexten. Meist wurden Rollen als Mittel der Kontextmodellierung allerdings nur singulär in den Bereichen der Programmiersprachen, Datenmodellierung oder zur Zugangskontrolle benutzt, aber nie durchgängig über alle Abstraktionsebenen der Softwareentwicklung, also über Konzept-, Sprach-, Anwendungs-, und Softwaresystemmodellierung hinweg betrachtet. Erst dann kann man Softwaresysteme als durchgängig kontextsensitiv bezeichnen.

Das übergeordnete Forschungsziel des Graduiertenkollegs besteht darin, den Nachweis der durchgängigen Rollenmodellierbarkeit und der praktischen Anwendbarkeit zu erbringen. Durchgängigkeit bedeutet dabei, dass über alle Ebenen der Modellierung hinweg konsequent Rollen zur Kontextmodellierung eingesetzt werden, also in der Konzeptmodellierung (in Metasprachen), in der Sprachmodellierung sowie in der Modellierung auf Anwendungs- und Softwaresystemebene. Damit einhergehend bildet auch die weitere wissenschaftliche Ausgestaltung des Rollenkonzeptes eine Forschungsaufgabe. Durchgängigkeit bedeutet ebenfalls, dass die identifizierten Rollenkonzepte miteinander systematisch in Beziehung gesetzt werden, um Modelltransformationen und -synchronisation zu gestatten. Dies bietet große Vorteile in der Systemkonstruktion, da Kontextwechsel auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen miteinander in Beziehung gesetzt und synchron behandelt werden können. Damit eröffnen sich Chancen für neuartige und innovative Softwarearchitekturen, die den Anforderungen zukünftiger dynamisch kontextsensitiver Softwaresysteme gerecht werden. Potentielle Anwendungsfelder bilden dabei die Software für das SmartGrid der Zukunft, die kontextsensitive Nutzung von natürlicher Energie zum Rechnen (natural energy based computing), Software für cyber-physikalische Systeme in Haus, Verkehr und Fabrik, Software für kontextsensitive betriebswirtschaftliche Anwendungen, kontextsensitive Suchmaschinen, u.v.m.

Neben der wissenschaftlichen Exzellenz legt das Graduiertenprogramm großen Wert auf ein umfassendes und individuelles Betreuungs- und Qualifikationskonzept. Um diesen Spagat zu leisten, werden auf der einen Seite qualitätssichernde Maßnahmen in Form von Tandem-Konzept und Thesis Advisory Boards eingeführt. Auf der anderen Seite werden motivierende und weiterbildende Aspekte, zum Beispiel in Form von Seminaren, zum Erwerb von Soft-Skills und ein internationales Gastwissenschaftlerprogramm in das Graduiertenkollegs integriert.

  • Gefördert von: DFG
  • Kontaktperson: Thomas Kühn
  • Webseite des Projekts: link
  • Projektlaufzeit: 10/2013 bis 09/2022

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Sebastian Götz
Letzte Änderung: 12.07.2016