29.06.2026
KI-gestützte Wissenssuche im Living Lab: Unternehmen erproben moderne Wissenssysteme
Einführung in die Funktionsweise moderner KI-gestützter Wissenssysteme
Wie kann internes Wissen mit KI besser nutzbar gemacht werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des zweiten Living Labs „KI-gestützte Wissenssuche“, das im Juni 2026 im Rahmen des Kompetenzzentrums PAL Lausitz stattfand. Nachdem bereits die erste Veranstaltung auf großes Interesse gestoßen war, wurde das Format aufgrund der hohen Nachfrage erneut angeboten.
Orientierung im KI-Dschungel
Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die Funktionsweise moderner KI-gestützter Wissenssysteme. Im Fokus standen Sprachmodelle, Retrieval-Systeme und der RAG-Ansatz (Retrieval Augmented Generation), der Sprachmodelle mit unternehmensspezifischem Wissen verbindet.
Ein zentrales Thema war dabei die Erkenntnis, dass leistungsfähige KI-Anwendungen nicht allein von großen Sprachmodellen abhängen. Entscheidend ist vielmehr eine qualitativ hochwertige Wissensbasis, die aktuell, strukturiert und für KI-Systeme zugänglich ist.
KI-Anwendungen praxisnah erleben
KI-Anwendungen praxisnah erleben
Im praktischen Teil des Living Labs konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Lösungsansätze kennenlernen und ausprobieren.
Mit WINI wurde ein Retrieval-System vorgestellt, das relevante Dokumente und Originalquellen in einer Wissensbasis auffindet und nachvollziehbare Trefferlisten liefert.
Der Microsoft Copilot mit SharePoint-Anbindung zeigte dagegen, wie Informationen aus Unternehmensdaten zusammengeführt, zusammengefasst und für unterschiedliche Fragestellungen aufbereitet werden können.
Mit PAULA konnten die Teilnehmenden ein lokal betreibbares RAG-System kennenlernen, das insbesondere für den datenschutzsensiblen Umgang mit Personalinformationen entwickelt wurde und Wissensaufbereitung, Wissenssuche sowie Entscheidungsunterstützung in einem Assistenzsystem vereint.
LISA demonstrierte, wie Sprachmodelle zur Interpretation technischer Diagramme und Produktionsinformationen eingesetzt werden können und Mitarbeitende bei Lern- und Entscheidungsprozessen unterstützen.
Ergänzend war ursprünglich auch ein No-Code-KI-Assistent vorgesehen, der die einfache Erstellung eigener Chatbots ohne Programmierkenntnisse veranschaulichen sollte. Diese Station konnte bei der zweiten Durchführung des Living Labs krankheitsbedingt leider nicht angeboten werden.
Die Demonstratoren verdeutlichten, dass unterschiedliche Anwendungsfälle auch unterschiedliche technische Ansätze erfordern – von der reinen Dokumentensuche bis hin zur KI-gestützten Zusammenfassung und Aufbereitung von Unternehmenswissen.
Austausch über praktische Einsatzmöglichkeiten
Im Living Lab stand nicht nur das Kennenlernen der Technologien im Vordergrund, sondern vor allem deren praktische Einordnung. In Reflexionsrunden diskutierten die Teilnehmenden mögliche Einsatzfelder, Herausforderungen und Voraussetzungen für den Einsatz KI-gestützter Wissenssysteme in ihren Organisationen.
Angeregter Austausch unter den Teilnehmenden
Dabei zeigte sich: Erfolgreiche KI-Anwendungen benötigen nicht nur leistungsfähige Sprachmodelle, sondern vor allem qualitativ hochwertige Wissensbasen, geeignete Prozesse und eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und Technologie.
Das Living Lab bot damit eine praxisnahe Plattform, um Chancen und Grenzen moderner Wissenssysteme kennenzulernen und konkrete Impulse für die eigene Organisation mitzunehmen.
Dank an alle Mitwirkenden
Ein herzlicher Dank gilt allen Referierenden, Demonstrator und Teilnehmenden, die das zweite Living Lab „KI-gestützte Wissenssuche“ mit ihren Beiträgen, Fragen und Erfahrungen bereichert haben. Der offene Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sowie die Bereitschaft, unterschiedliche Lösungsansätze gemeinsam zu erproben und kritisch zu diskutieren, haben die Veranstaltung zu einer wertvollen Plattform für die gemeinsame Gestaltung KI-gestützter Wissensarbeit gemacht.
Wir freuen uns darauf, die gewonnenen Impulse in zukünftigen Living Labs und weiteren PAL-Aktivitäten aufzugreifen und gemeinsam weiterzuentwickeln.