02.03.2026
Deutsch-indisches Projekttreffen zu nachhaltigen Verpackungen
Im Rahmen des deutsch-indischen Projekts BIOMOPAC* trafen sich Forschende der Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie und des Instituts für Abfall- und Kreislaufwirtschaft mit ihren Partnern am Indian Institute of Technology Roorkee. Das vom Indo-German Science and Technology Centre (IGSTC) geförderte Vorhaben entwickelt vollständig recycelbare Verpackungen aus landwirtschaftlichen Reststoffen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Koordination der nächsten Entwicklungsschritte sowie Gespräche zur langfristigen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie in beiden Ländern.
Faserguss-Teller aus 100 Prozent Bagasse (Zuckerrohrreste)
BIOMOPAC entwickelt biobasierte, vollständig recycelbare Verpackungen und schafft so eine fossilfreie Alternative zu herkömmlichen Produkten. Das Team verarbeitet landwirtschaftliche Reststoffe, die in Indien oft verbrannt werden, energieeffizient im Fasergussverfahren zu stabilen Formkörpern. Als natürliche Barriere gegen Fett und Feuchtigkeit setzt es mikrofibrillierte Cellulose ein – ohne fossile Zusatzstoffe und weiterhin recyclingfähig. Parallel analysieren die Forschenden die Umweltwirkungen und entwickeln Aufschlussverfahren mit hoher Faserstoffausbeute, um Rohstoffe effizient zu nutzen.
Seit September 2024 koordiniert die Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie unter Leitung von Prof. Alexander Pfriem das Projekt. Das Team der TUD um Dr. Roland Zelm als Principle Investigator (PI) entwickelt Faseraufschlussverfahren für die Reststoffe, erarbeitet PFAS-freie Barrieren und integriert eine Sprühapplikation in den Fasergussprozess. Gemeinsam mit den Partnern prüft es die Verfahren und bereitet die industrielle Skalierung vor. Es entstanden bereits ein Materialkatalog, Aufschlusskonzepte mit über 80 Prozent Faserstoffausbeute und eine Labor-Fasergussanlage. Erste Demonstratoren belegen das große Potenzial der Technologie.
BIOMOPAC gehört zum Förderformat IGSTC 2+2, das je einen Forschungs- und Industriepartner pro Land vernetzt. In Deutschland arbeiten die TU Dresden und die Bionatic GmbH & Co. KG zusammen, in Indien das IIT Roorkee und Parason Machinery. Das Projekt läuft noch bis Sommer 2027.
BIOMOPAC verbindet Innovation, Kreislaufwirtschaft und internationale Forschung. Die Kooperation zwischen Dresden und Indien im Bereich Pulp & Paper besteht bereits seit über 15 Jahren und wird durch das Projekt weiter gestärkt.
Kontakt:
René Kleinert, Dipl.-Ing.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Laborleiter Papiertechnik
Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie
+49 351 463-38014
* Biobasierte funktionelle Fasergussverpackungen aus regional anfallenden landwirtschaftlichen Reststoffen