06.01.2026
Start des Gründungsprojekts kerAMisch im EXIST-Forschungstransfer
Design-Konzepte für Funktionalisierungen in statischen Mischern
Zum Jahresbeginn ist an der TU Dresden das Gründungsprojekt „kerAMisch“ gestartet. Das Vorhaben wird im Rahmen des EXIST-Forschungstransfers gefördert und ist am Institut für Mechatronischen Maschinenbau, an der Professur für Werkzeugmaschinenentwicklung und adaptive Steuerungen, im neu eingerichteten Innovationszentrum Keramik angesiedelt. Ziel des Projektes ist es, innovative, temperierbare statische Mischer aus Hochleistungskeramik für anspruchsvolle industrielle Anwendungen zu entwickeln. kerAMisch vereint Fachwissen aus mehreren Disziplinen: Hochleistungskeramik, additive Fertigung, algorithmisches Design und Simulation. Das interdisziplinäre Team besteht aus Dr. Hajo Wiemer, Dr. Uwe Scheithauer, Dr. Stefan Holtzhausen und Dr. Hannah Knobloch.
Konventionelle Mischer aus Metall oder Kunststoff stoßen bei aggressiven Medien, hohen Temperaturen oder stark schwankenden Prozessbedingungen zunehmend an technische Grenzen. Die im Projekt entwickelten keramischen Komponenten verfügen über integrierte Heiz- und Kühlfunktionen sowie Sensorik und ermöglichen dadurch eine präzise Steuerung von Misch- und Reaktionsprozessen – selbst unter extremen chemischen, thermischen oder mechanischen Bedingungen. Auf diese Weise lassen sich Prozesse stabiler regeln, Energieverluste reduzieren und neue kontinuierliche Verfahren erschließen.
Um diese Ziele zu erreichen, kombiniert kerAMisch mehrere technologische Ansätze: Hochleistungskeramik als besonders widerstandsfähigen Werkstoff, additive Fertigung zur Realisierung komplexer, funktionsintegrierter Geometrien, algorithmische Designmethoden zur automatisierten Auslegung sowie numerische Simulationen des Strömungs-, Wärme- und Strukturverhaltens. Ergänzend kommen KI-gestützte Methoden zum Einsatz, um Designvarianten systematisch zu bewerten und gezielt zu optimieren.
Effiziente und zuverlässig kontrollierbare Misch- und Reaktionsprozesse gelten als Schlüsseltechnologie für zahlreiche Zukunftsbranchen – von nachhaltiger Chemie über moderne Pharmazeutika bis hin zur Energie- und Umwelttechnik. Mit kerAMisch wird wissenschaftliche Exzellenz gezielt in wirtschaftlich relevante Anwendungen überführt. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur technologischen Souveränität, zur Stärkung des Innovationsstandorts Dresden und zur erfolgreichen Überführung von Forschungsergebnissen in unternehmerische Strukturen.
kerAMisch versteht sich bewusst als offene Technologieplattform. Neben der aktuellen Anwendung im Bereich statischer Mischer sind zahlreiche weitere funktionsintegrierte Hochleistungskomponenten denkbar. Das Projektteam ist daher offen für neue Anwendungsfelder, Industriepartner und Kooperationsideen, die über klassische Mischtechnik hinausgehen.
Kontakt:
Dr.-Ing. Hajo Wiemer
Institut für Mechatronischen Maschinenbau
Professur für Werkzeugmaschinenentwicklung und adaptive Steuerungen
Mail:
Telefon: 0351-463-32004