09.09.2026
Technik trifft Ehrenamt: Auszubildende bauen ferngesteuertes Einsatzfahrzeug für die Johanniter-Jugend
Zum "Tag der Johanniter" vom 4. bis 6. September hatte das Modellfahrzeug in Form eines Rettungswagen seinen ersten erfolgreichen Einsatz.
Auszubildende der TUD, in den Berufen Industriemechaniker:in, Mechatroniker:in und Elektroniker:in für Geräte und Systeme, entwickelten und bauten gemeinsam mit der Johanniter-Jugend und Mitwirkenden im Katastrophenschutz der Johanniter ein elektrisch angetriebenes Modellfahrzeug in Form eines Rettungswagens. Das Projekt, das seit letztem Jahr läuft, verbindet technische Ausbildung mit ehrenamtlichem Engagement und soll junge Menschen für beide Bereiche begeistern. Gefertigt wurde das Fahrzeug in der TUD-Lehrwerkstatt mit Unterstützung des Werkstatt- und Versuchsfeldverbunds (WVV) der Fakultät Maschinenwesen.
Technische Ausbildungsberufe bieten spannende und vielseitige Aufgaben. Viele Jugendliche wissen noch zu wenig über die beruflichen Möglichkeiten in diesem Bereich. Gleichzeitig engagieren sich zahlreiche junge Menschen ehrenamtlich und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Das gemeinsame Projekt verfolgt das Ziel, beide Welten zusammenzubringen: Ehrenamtlich tätige Jugendliche sollen Einblicke in technische Berufsfelder erhalten, während die Auszubildenden der TUD die ehrenamtliche Arbeit der Johanniter-Jugend und des Katastrophenschutzes kennenlernen.
Im Rahmen des Projektes wurde ein Modellfahrzeug entwickelt und gebaut, das sich an einem Rettungswagen orientiert. Es soll künftig, bei Wettkämpfen und Vorführungen, Sanitätsmaterial und weiteres Equipment der Johanniter-Jugend transportieren und vor allem beim „Tag der Johanniter“ zum Einsatz kommen – einem großen, regelmäßig stattfindenden Landes- und Bundeswettkampf in Erster Hilfe und Notfallrettung der Johanniter-Unfall-Hilfe. In sechs spannenden Leistungskategorien beweisen große und kleine ehrenamtliche Johanniter ihr Können und ihren Einsatz. Das Fahrzeug soll selbstständig fahren, über eine eigene Energieversorgung verfügen und sich in einem Anhänger transportieren lassen.
Die Auszubildenden der TUD übernahmen die Planung und Umsetzung des Projekts weitgehend eigenständig. Von der Entwicklung über die Konstruktion bis zur Fertigung koordinierten sie die einzelnen Arbeitsschritte selbst. Die Helferinnen und Helfer der Johanniter-Unfall-Hilfe wurden dabei eng in die Projektteams eingebunden und brachten ihre praktischen Anforderungen und Erfahrungen ein. Unterstützt wurden die Jugendlichen von den Mitarbeitenden der TUD-Lehrwerkstatt und des WVV der Fakultät Maschinenwesen. Gemeinsam wurde getüftelt, gewerkelt, geschraubt und gepinselt. Das verwendete Material stammte teils von alten Versuchsständen, die damit noch eine zweite sinnvolle Verwendung gefunden haben.
„Mit diesem Projekt möchten wir jungen Menschen zeigen, wie vielseitig technische Berufe sein können und welche Möglichkeiten sich eröffnen, wenn unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Unsere Azubis übernehmen Verantwortung für ein eigenes Projekt und setzen ihr Wissen für eine konkrete gesellschaftliche Anwendung ein. Gleichzeitig entsteht ein Austausch mit engagierten jungen Menschen, von dem beide Seiten profitieren können,“ erklärt Lars Gladrow, Leiter des Werkstatt- und Versuchsfeldverbundes.
Der Austausch funktionierte dabei in beide Richtungen: Während die TUD-Azubis den Johannitern Einblicke in ihre Ausbildung und die Arbeit in einer modernen Lehrwerkstatt gaben, bildeten die Helferinnen und Helfer der Johanniter die Auszubildenden in Erster Hilfe aus. Nach erfolgreicher Teilnahme erhielten sie ein entsprechendes Zertifikat, das zum Beispiel für den späteren Führerschein genutzt werden kann.
Das Projekt wurde mit Mitteln des Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge gefördert. Zusätzliche Unterstützung gab es vom Helfer- und Förderverein des Katastrophenschutzes. Weiterhin gab es Sachspenden in Form von Blechzuschnitten und Biegeteilen von der Firma Pretec aus Dresden und auch die Firma Prosol gewährte dem Projektteam großzügige Nachlässe bei der benötigten Farbe. Ein weiterer Dank gilt dem Fuhrpark der TUD, die Transporte übernahmen sowie den Werkstätten der Physik und Elektrotechnik, die ebenfalls mit Material und Werkzeugen unterstützt haben.
Kontakt:
© Christian Hüller
Lars Gladrow
Werkstatt- und Versuchsfeldverbund der Fak. Maschinenwesen
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