27.10.2026
Ehemalige Mitarbeitende von Werner Boie zu Gast an der TU Dresden
Dr.-Ing. Michael Beckmann und Werner Boies Tochter, Dorothea Fülle (links), eröffnen das Treffen im Hörsaal.
Am 15. September 2026 trafen sich ehemalige Mitarbeitende von Werner Boie an der Technischen Universität Dresden, um anlässlich seines 125. Geburtstags gemeinsam auf die Zeit ihrer Zusammenarbeit zurückzublicken und Einblicke in die heutige Forschung zu gewinnen.
Im Mittelpunkt des Treffens standen persönliche Gespräche und Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Bei Besichtigungen des Labors und des Zentrums für Energietechnik lernten die Gäste zudem aktuelle Forschungsbereiche und die Weiterentwicklung der Energietechnik an der TU Dresden kennen.
Werner Boie und sein Wirken in Dresden
Werner Boie übernahm 1950 den Lehrstuhl für Wärmetechnik und Wärmewirtschaft an der damaligen Technischen Hochschule Dresden. In den folgenden 16 Jahren prägte er die Forschung und Lehre maßgeblich. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte lagen insbesondere auf den Gebieten der Verbrennung und der Verbrennungsrechnung. Mit seinen Forschungsarbeiten und seinem Buch „Vom Brennstoff zum Rauchgas“ leistete er wichtige Beiträge zur Wärme- und Kraftwerkstechnik, die auch über Dresden hinaus Anerkennung fanden.
Sein Wirken zeigt sich nicht nur in seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen, sondern auch in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Rund 500 Absolventinnen und Absolventen schlossen während seiner Tätigkeit als Hochschullehrer ihr Studium ab.
Die ehemaligen Mitarbeiter von Werner Boie während der Führung durch das Zentrum für Energietechnik.
Ein Vermächtnis, das bis heute fortwirkt
Die Verbundenheit mit Werner Boies wissenschaftlichem Erbe zeigt sich auch im Werner-Boie-Preis, der seit 2011 im Rahmen des Kraftwerkstechnischen Kolloquiums verliehen wird. Mit der Auszeichnung werden jährlich herausragende Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnik gewürdigt.
Das Treffen am 15. September machte deutlich, wie eng wissenschaftliche Tradition und persönliche Verbundenheit miteinander verknüpft sind. Neben dem Rückblick auf die gemeinsame Arbeit bot der Austausch Gelegenheit, Entwicklungen an der TU Dresden kennenzulernen und alte Kontakte zu pflegen.
Die Begegnung erinnerte daran, dass Wissenschaftsgeschichte nicht allein durch Publikationen und Forschungsergebnisse geprägt wird, sondern vor allem durch die Menschen, die sie gestalten und weitertragen.