10.06.2026
Sachsen, Brandenburg und Clean Aviation vereinbaren strategische Zusammenarbeit für nachhaltige Luftfahrt
Mit der Unterzeichnung eines Memorandums of Cooperation (MoC) zwischen dem Land Brandenburg, dem Freistaat Sachsen und dem europäischen Clean Aviation Joint Undertaking auf der ILA Berlin 2026 erhält die Zusammenarbeit für nachhaltige Luftfahrttechnologien in Ostdeutschland eine neue europäische Dimension. Die Vereinbarung verfolgt das Ziel, die Entwicklung emissionsarmer Luftfahrttechnologien voranzutreiben und die Zusammenarbeit zwischen europäischen, nationalen und regionalen Akteuren zu bündeln und weiter auszubauen.
ILK-Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. Maik Gude.
Für das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden markiert die Unterzeichnung einen wichtigen Meilenstein. Das Institut ist Mitinitiator des Forschungsnetzwerks OST4Aviation, das die Kompetenzen der TU Dresden, der BTU Cottbus, der TU Berlin sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und weitere Partner aus Wissenschaft und Industrie vereint. Gemeinsam werden Technologien entwickelt, die den Weg zu einer klimaneutralen Luftfahrt ebnen sollen. Im Fokus stehen dabei insbesondere hybrid-elektrische Regionalflugzeuge, ultra-effiziente Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge sowie wasserstoffbetriebene Luftfahrzeuge.
Die Lausitz-Region nimmt dabei eine wichtige Schlüsselrolle ein: Hier werden bereits bedeutende Investitionen in Projekte wie AERO-Lausitz, CircEcon, chesco, das PTX Lab sowie das Smart Mobility Lab getätigt, welche im Rahmen der Initiative OST4Aviation an nachhaltigen Luftfahrtkonzepten arbeiten. Ein Herzstück dieses Forschungsclusters ist das gemeinsame Forschungsflugzeug des ILK und des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik (ILR) der TU Dresden: eine Diamond Aircraft DA62 MPP, stationiert in Kamenz in der Lausitz. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts FoFlu dient das Flugzeug als fliegendes Labor für die Entwicklung, Integration und Validierung fossilfreier Antriebstechnologien – darunter Elektromotoren, Wasserstoff-Brennstoffzellen und Hybridantriebe.
So entsteht in der Lausitz ein europaweit anerkanntes Innovationsökosystem, das sich auf nachhaltige Mobilität und Luftfahrt konzentriert. Gleichzeitig soll die Wettbewerbsfähigkeit von kleineren und mittleren Unternehmen gestärkt und Arbeitsplätze sowie Qualifikationen für eine klimaneutrale Luftfahrt geschaffen werden. Die Bundesländer Brandenburg und Sachsen unterstützen diesen Wandel aktiv durch den Ausbau moderner Forschungs- und Innovationsinfrastrukturen, die den Strukturwandel in der Region vorantreiben sollen.
V.l.n.r.: Staatssekretär Sebastian Scheel, Axel Krein und Staatssekretär Hendrik Fischer beim Unterzeichnen des Memorandum of Cooperation.
„Die Unterzeichnung dieses Memorandums markiert einen wichtigen Schritt für die Luftfahrtregionen Brandenburg und Sachsen. Gemeinsam mit dem Clean Aviation Joint Undertaking können wir Technologien für die emissionsarme Luftfahrt schneller entwickeln und unsere Regionen als starke europäische Innovationsstandorte weiter ausbauen“, erklärt Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg.
Auch Sebastian Scheel, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, unterstreicht die Bedeutung der Vereinbarung: „Die Luftfahrt ist ein internationales Geschäft, in das viel Vertrauen und Zeit investiert werden muss, um langfristig erfolgreich zu sein. Mit der gemeinsamen Absichtserklärung möchten wir Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit geben, sich als wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen europäischen Luftfahrtbranche zu etablieren und so Produkte von morgen zu entwickeln, zu erproben und auf den Markt zu bringen. Davon können insbesondere die Strukturwandelregionen und deren aktuell im Aufbau befindlichen Forschungs- und Industriezentren profitieren.“
Axel Krein, Geschäftsführer von Clean Aviation, ergänzte: "Viele Luftfahrtunternehmen und Forschungseinrichtungen mit Sitz in Brandenburg und Sachsen sind Vorreiter bei Innovationen im Bereich sauberer Technologien. Sie tragen wesentlich zur Konzeption, Entwicklung und Produktion einer neuen Generation umweltfreundlicher und weltweit wettbewerbsfähiger Flugzeuge bei. Wir bei Clean Aviation begrüßen daher das Memorandum und freuen uns sehr, unsere Zusammenarbeit mit dieser europäischen High-Tech-Region auf eine neue Ebene zu heben. Auf diese Weise können wir regionales und europäisches Fachwissen, Kompetenzen und Ressourcen bündeln, um die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des europäischen Luftverkehrssektors zu stärken."
Die Kooperation stärkt die Position der Lausitz und Ostdeutschlands als europäische Modellregion für klimafreundliche Luftfahrttechnologien. Für das ILK eröffnet sie zugleich neue Möglichkeiten, regionale Forschungsinitiativen mit den strategischen Zielen des europäischen Luftfahrtforschungsprogramms Clean Aviation zu verknüpfen.
Das ILK sieht darin einen wichtigen Schritt, um die technologische Transformation der Luftfahrt aktiv mitzugestalten und die internationale Sichtbarkeit der Region als Forschungs- und Innovationsstandort nachhaltig zu stärken.
Über das Clean Aviation Joint Undertaking
Das Clean Aviation Joint Undertaking ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union für die Luftfahrt. Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, mit denen die CO₂-Emissionen von Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen um mindestens 30 % und von Regionalflugzeugen um 50 % reduziert werden können.