03.08.2026
X-Garden AeroLab VOL. 2 – Eine Woche für Luftfahrtpionier:innen in Bautzen
Bautzen, 26. Juli – 2. August 2026. Eine Woche lang hieß es in der DJH Jugendherberge Bautzen „Gerberbastei" Design.Build.Fly.: Beim deutsch-polnischen Sommer-Schülercamp AeroLab VOL. 2 im Interreg-Projekt X-Garden des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden verwandelten 30 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahren den historischen Wehrturm in eine echte Flugzeugwerkstatt. Vom eigenen Entwurf über den Bau bis zum finalen Flugtag durchliefen die jungen Nachwuchsingenieur:innen aus der Grenzregion Lausitz-Polen den kompletten Weg eines Luftfahrtprojekts – grenzüberschreitend, praxisnah und mit jeder Menge Begeisterung fürs Fliegen.
Nach der Anreise am Sonntag stimmten sich die Teilnehmenden bei Teambuilding, einer Stadterkundung Bautzens und einer ersten Challenge – dem „Papierflieger mit maximaler Flugzeit" – auf die Woche ein. Ein kurzer Impuls zur Leitfrage „Warum fliegt ein Flugzeug?" bildete den inhaltlichen Auftakt.
In der anschließenden Projektarbeit ging es ans Eingemachte: In Gruppen konstruierten, fertigten und testeten die Jugendlichen jeweils ein eigenes 3D-gedrucktes, elektrisch angetriebenes ferngesteuertes Modellflugzeug und führten dabei auch spezielle technische Untersuchungen durch. Als Konstruktionsgrundlage dienten bewährte Modelle der Luftfahrt-Community, darunter der Pico Talon und die FT Mighty Mini Mustang. Parallel gestaltete in den Einzelaufgaben jede und jeder Teilnehmende ein eigenes Modellflugzeug aus Schaumstoff – vom Zuschnitt bis zum fertig ausbalancierten Flieger.
Den wissenschaftlichen Höhepunkt bildete der Workshop X-Garden AeroLab, in dem die Physik des Fliegens im wahrsten Sinne begreifbar wurde. An verschiedenen Stationen untersuchten die Gruppen das Kräftegleichgewicht und die Gewichtsverteilung am Flugzeug, bestimmten experimentell die Auftriebskraft in der Aerodynamik, ermittelten die Vortriebskraft und führten eine Leistungsmessung am gesamten Antriebssystem durch. Ein VR-Flugsimulator ließ die Teilnehmenden zusätzlich selbst ins Cockpit steigen. Ergänzt wurde der Tag durch Kreativarbeiten am Lasercutter und 3D-Drucker.
Dass Forschung weit über das Camp hinausreicht, zeigte der Exkursionstag an der TU Dresden: Beim Besuch des ILK sowie des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik (ILR) erhielten die Jugendlichen exklusive Einblicke in aktuelle Forschung und moderne Fertigungstechnologien.
Der große Moment folgte am Flugtag auf dem Flugplatz KLIX bei Bautzen: Hier wurden die selbst gebauten Flugzeuge in die Luft gebracht. Unterstützt wurden die Nachwuchspilot:innen dabei von den erfahrenen Segelfliegern des ansässigen Vereins, die die Modelle fachkundig einflogen und wertvolle Tipps gaben. Bei Grillgut am Flugplatz klang der ereignisreiche Tag gemeinsam aus. Die Abschlussrunde am Sonntag diente schließlich der gemeinsamen Auswertung von Projektarbeit, Einzelaufgaben und Workshops.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die dieses grenzüberschreitende Camp möglich gemacht haben: der DJH Jugendherberge Bautzen „Gerberbastei" für die herzliche Gastfreundschaft, den Segelflieger:innen des Flugplatzes KLIX für die tatkräftige Unterstützung am Flugtag sowie den Kolleg:innen vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TUD für die engagierte Organisation und Kooperation. Ein besonderer Dank gilt den Schülerinnen und Schülern aus Deutschland und Polen für ihre Neugier, ihren Teamgeist und ihre Begeisterung – sie haben aus einer Woche in Bautzen ein unvergessliches Luftfahrtabenteuer gemacht.