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Blick in einen hellen Tunnel

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Der Weg zur wissenschaftlichen Lehre und Forschung auf professoraler Ebene öffnete sich in den letzten Jahren für alternative Karrierewege. Nicht nur die klassische Habilitation, auch eine erfolgreich durchlaufene Junior- oder Tenure-Track-Professur ermöglichen seither die Berufung auf eine Lebenszeitprofessur.

Die Einstellung in die Junior- bzw. Berufung auf die Tenure-Track-Professur folgt den allgemeinen Regeln der Berufungsordnung. Die Berufung auf die (zeitlich nachfolgende) Lebenszeitprofessur erfolgt nach einem erfolgreichen Tenure-Evaluationsverfahren, das den Regularien der Tenure-Track-Ordnung unterworfen ist.

Mit einem auf die konkreten Bedürfnisse zugeschnittenen Programm für Junior- und Tenure-Track-Professorinnen und ‑Professoren bietet die TU Dresden in dieser Phase der wissenschaftlichen Laufbahn besondere Unterstützung und Förderung.

In Anerkennung der Anstrengungen konnte die TU Dresden im November 2017 im Programm des Bundes und der Länder zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (WISNA) eine Förderung von achtzehn Tenure-Track-Professuren einwerben.

Wie  ein Tenure-Evaluationsverfahrens abläuft, können Sie dem Überblick entnehmen; Antworten auf viele Fragen finden Sie nachfolgend.

Was bedeutet Tenure Track?

Als Tenure Track wird die verbindliche Zusage einer Berufung auf eine Lebenszeitprofessur nach einer erfolgreichen Tenure-Evaluation verstanden.

Verfügt jede befristete (Junior-) Professur an der TU Dresden über einen Tenure Track?

Nein. Die Tenure-Option, also die verbindliche Zusage auf die Berufung auf eine Lebenszeitprofessur, muss in der Ausschreibung der zu besetzenden (Junior-) Professur ausdrücklich ausgewiesen sein. Nur dann kann ein Tenure-Evaluationsverfahren eingeleitet werden.

Wie werden die Evaluationskriterien bestimmt?

Zum Dienstantritt auf der befristeten (Junior-) Professur erfolgt eine einvernehmliche Festlegung der Evaluationsziele und ‑kriterien zwischen Rektorin bzw. Rektor, Kanzlerin bzw. Kanzler, Dekanin bzw. Dekan sowie der (Junior-) Professorin bzw. dem (Junior-) Professor.

Wie wird ein Tenure-Evaluationsverfahren eingeleitet?

Das Verfahren wird auf Antrag eröffnet. Antragsberechtigt sind (Junior-) Professorinnen und (Junior-) Professoren mit Tenure Track. Alternativ kann der Antrag auch von der Dekanin oder dem Dekanin mit Zustimmung der benannten Personen gestellt werden.

Wann wird das Verfahren eröffnet?

Für die Einleitung des Verfahrens sind keine festen Fristen vorgesehen. Erfahrungsgemäß benötigt die Kommission sechs bis neun Monate für das Evaluationsverfahren, danach bedarf es noch der Anhörung des Fakultätsrates, bis die Rektorin bzw. der Rektor die abschließende Tenure-Entscheidung treffen kann. Es empfiehlt sich daher, den Antrag auf Eröffnung spätestens achtzehn Monate vor Auslaufen der befristeten (Junior-) Professur zu stellen.

Wer führt das Tenure-Evaluationsverfahren durch?

Auf Vorschlag des Rektorates setzte der Senat der TU Dresden eine Tenure-Evaluationskommission ein, der angehören

  • je ein professorales Mitglied aus jedem Bereich der TU Dresden,
  • ein akademisches Mitglied,
  • ein studentisches Mitglied,
  • ein Mitglied aus Technik und Verwaltung.

Komplettiert wird die Kommission jeweils durch

  • die Dekanin bzw. den Dekan sowie
  • ein von der Kommission bestimmtes externes Mitglied.

Ebenso wirkt die Gleichstellungsbeauftragte der TU Dresden in der Kommission mit.

Wie läuft ein solches Verfahren ab?

In der Regel benötigt die Kommission drei Sitzungen zur Durchführung des Verfahrens: in der ersten erfolgt gemeinsam mit der Dekanin bzw. dem Dekan die Bestimmung des externen Mitgliedes, in der zweiten die Verständigung auf die externen Gutachter sowie die gegebenenfalls weiteren Elemente des Verfahrens. Dazu können ein Fachgespräch oder eine Lehrprobe der (Junior-) Professorin bzw. des (Junior-) Professors gehören. Die Kommission kann zur fachlichen Verstärkung auch eine beratend tätig werdende Fachkommission einsetzen. In der Regel erfolgt in der dritten Sitzung auf Grundlage aller Unterlagen die Beschlussfassung über die Tenure-Empfehlung.

Wie lange dauert das Verfahren?

Nach den ersten Erfahrungen benötigt die Kommission zwischen sechs und neun Monaten bis zur Vorlage der Tenure-Empfehlung. Im Anschluss bedarf es noch der Anhörung des Fakultätsrates, bis die Rektorin bzw. der Rektor die abschließende Entscheidung trifft.

Auf welcher Grundlage wird die Tenure-Entscheidung getroffen?

Die Kommission nutzt in erster Linie schriftliche Unterlagen, wie den einzureichenden Selbstbericht, die aus den jährlich durchzuführenden Statusgesprächen mit der Dekanin bzw. dem Dekan resultierenden Protokolle, mindestens drei externe Gutachten und weitere festgelegte Erkenntnisquellen.

Ist die Entscheidung der Kommission abschließend?

Nein. Die Kommission erarbeitet eine Empfehlung, die der Rektorin bzw. dem Rektor vorgelegt wird. Vor ihrer oder seiner Entscheidung wird der Fakultätsrat angehört. Erst dann kann der Ruf auf die Lebenszeitprofessur als abschließende Entscheidung ergehen. Daran können sich sodann Berufungsverhandlungen zur Ausstattung der Lebenszeitprofessur sowie zu den persönlichen Bezügen anschließen.

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Berufungsbeauftragte
Letzte Änderung: 14.12.2018