Arbeits-, Sozial- und Umweltepidemiologie
Inhaltsverzeichnis
Inhalte des Forschungsbereichs
Gesundheit wird maßgeblich durch die Bedingungen beeinflusst, unter denen Menschen leben und arbeiten. Der Forschungsbereich Arbeits-, Sozial- und Umweltepidemiologie untersucht diese Zusammenhänge und bildet damit eine wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung evidenzbasierter Maßnahmen der Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitsversorgung. Unsere Forschung verbindet epidemiologische Methoden mit praxisrelevanten Fragestellungen und trägt dazu bei, fundierte Entscheidungen in Politik, Gesundheitswesen, Betrieben und Gesellschaft zu unterstützen.
Die Epidemiologie untersucht die Häufigkeit und Verteilung von Gesundheitszuständen und Krankheiten sowie deren Risiko- und Schutzfaktoren in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Sie bildet die wissenschaftliche Grundlage für die Planung und Evaluation evidenzbasierter Maßnahmen der Gesundheitsförderung, Prävention und Therapie sowie für die Gesundheitskommunikation und Gesundheitsberichterstattung.
Die Arbeitsepidemiologie untersucht gesundheitliche Risiken am Arbeitsplatz sowie Möglichkeiten ihrer Prävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dabei werden ergonomische (z. B. Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsmitteln), organisatorische (z. B. Schichtarbeit, Nachtschichten, oder prekäre Arbeit) und psychosoziale Faktoren (z. B. Mobbing oder soziale Unterstützung) ebenso berücksichtigt wie biologische Einflüsse (z. B. Viren oder Bakterien), physikalische Belastungen (z. B. Lärm oder Hitze), chemische Expositionen (z. B. Gefahrstoffe oder Stäube) und unfallbezogene Risiken.
Die Umweltepidemiologie untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen physikalischer Einflüsse wie Lärm, Licht oder Feinstaub, chemischer Schadstoffe wie Pestiziden oder Schwermetallen sowie biologischer Umweltfaktoren wie Krankheitserregern im Abwasser oder Mykotoxinen realen Lebensbedingungen. Darüber hinaus analysiert sie die Bedeutung der physischen, psychischen und sozialen Umwelt für Gesundheit und Wohlbefinden.
Die Sozialepidemiologie untersucht den Einfluss sozialer Lebensbedingungen auf die Gesundheit sowie auf die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten. Im Mittelpunkt stehen unter anderem soziale Ungleichheit, Armut, Geschlecht, Migration sowie soziale Isolation und Einsamkeit. Ziel ist es, soziale Determinanten von Gesundheit besser zu verstehen und wissenschaftliche Grundlagen für mehr gesundheitliche Chancengleichheit zu schaffen.
Darüber hinaus beschäftigt sich der Forschungsbereich mit dem wissenschaftlichen Konzept Planetary Health, das die Gesundheit des Menschen in engem Zusammenhang mit dem Zustand der natürlichen Lebensgrundlagen betrachtet. Im Mittelpunkt stehen die gesundheitlichen Folgen globaler Umweltveränderungen sowie die Frage, wie Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Gerechtigkeit innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten langfristig erhalten werden können.
Unser Team besitzt ausgedehnte Erfahrungen in der Durchführung epidemiologischer Primärstudien (Kohortenstudien, Fall-Kohortenstudien, Fallkontrollstudien) und systematischer Reviews und Metaanalysen. Weiterhin beteiligen wir uns an der aktuellen Diskussion methodischer Ansätze der Erforschung kausaler Zusammenhänge mit epidemiologischen Methoden (z.B. Validierungsstudie eines Risk of Bias-Tools für epidemiologische Studien, Gute Praxis arbeitsepidemiologische systematische Reviews). Das IPAS beteiligt sich an großem Kohortenstudien wie bspw. der Gutenberg-Gesundheitsstudie, der NAKO Gesundheitsstudie und der LIFE Studie.
Wir beteiligen uns aktiv in der Lehre zu Epidemiologie, Planetary Health, Evidenzbasierter Medizin sowie Prävention und Gesundheitsförderung im Masterstudiengang Gesundheitswissenschaften/Public Health, im Bachelorstudiengang Hebammenkunde sowie im Regel- und Modelstudiengang Medizin.
Ergebnisse unserer Forschungstätigkeiten finden sich bei den Publikationen des FB4.
Bereichsleitung
© Michael Kretzschmar
Wissenschaftlerin
NameDr. rer. medic. Alice Freiberg MPH
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Wissenschaftler:innen
© Stephan Wiegand
Institutsdirektor
NameProf. Dr. med. Andreas Seidler MPH
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© Michael Kretzschmar
Mitarbeiter Forschung
NameChristoph Thalheim
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© Michael Kretzschmar
Wissenschaftler
NameDavid Reißig M.Sc.
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Wissenschaftliche Mitarbeiterin
NameJulia Kretzschmar MPH
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© Stephan Wiegand
Wissenschaftlerin
NameDr. rer. nat. Melanie Schubert
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© Bolm-Audorff, Ulrich
Wissenschaftler
NameProf. Dr. med. Ulrich Bolm-Audorff
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© Wafaa Alshaikhali
Wissenschaftlerin
NameWafaa Alshaikhai MPH
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Weiteres Team
| Cecilé Walther | Wissenschaftliche Hilfskraft |
| Linda Ternova | Doktorandin |
| Natalie Rath | Doktorandin |
| Sina Lehmann | Masterandin |
| Susann Gosek | Masterandin |
Ausgewählte Forschungsprojekte
- Basis- und Follow-up-Studie zur „Individuellen Lebens-, Gesundheits- und Pflegesituation von Seniorinnen und Senioren in Dresden ab dem 60. Lebensjahr (LAB60+)“
- Studie „Gemeinsam gegen Einsamkeit in Dresden - Mixed-Methods Studie zur sozialen Teilhabe“
- Gutenberg-Gesundheitsstudie (u. a. Einfluss von Mobbing am Arbeitsplatz, Arbeitslärm und prekären Arbeitsbedingungen auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zusammenhang zwischen der Arbeit mit digitalen und automatisierten Technologien und psychosozialen und gesundheitlichen Folgen)
- NAKO Gesundheitsstudie
- Wissenschaftliche Evaluation des Projekts „Gemeinsam für Pflege & Planetare Gesundheit“
- Systematischer Review zum Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Depression
- Systematischer Review zur Auswirkung der Exposition gegenüber künstlichem Licht in der Nacht auf kolorektale und hormonbedingte Krebserkrankungen (außer Brustkrebs) und auf Schlafstörungen
- Scoping Review zum Einfluss Mobilitätsszenarien der Zukunft auf verkehrslärmbedingte Gesundheitsfolgen
Publikationen
Dr. Freiberg nahm im Juni 2024 an dem TU Podcast "You ASK we explain" teil. Mehr Information und der Link zur Podcastfolge "Klimawandel als Herausforderung und Chance für den gesellschaftlichen Zusammenhalt" finden Sie hier.
Hier finden Sie ausgewählte Publikationen des Forschungsbereichs 4.