Public Mental Health
Inhaltsverzeichnis
Im Forschungsbereich Public Mental Health werden anhand epidemiologischer Studien sowie systematischer Reviews und Metaanalysen die (psychische) Gesundheit und das Wohlbefinden insbesondere von Frauen und Familien untersucht. Die Peripartalzeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch Häusliche Gewalt sind Themen des Spektrums, mit denen sich das Team um Prof. Dr. habil. Garthus-Niegel aktuell in mehreren Studien beschäftigt. So ermöglicht etwa die DFG-geförderte multimethodische Kohortenstudie DREAM (DResdner Studie zu Elternschaft, Arbeit und Mentaler Gesundheit) eine differenzierte Betrachtung von Wechselwirkungen zwischen Elternschaft, Erwerbstätigkeit und psychischer Gesundheit im Lebensverlauf. Auch das laufende Verbundvorhaben RESPECT (A Prospective Mixed-Methods-REsearch Project on Subjective Birth Experience and PErson-centred Care in ParenTs and Obstetric Health Care Staff) adressiert zentrale Aspekte von Prävention und Versorgung in Übergangsphasen des Lebens – etwa rund um Geburt, Partnerschaft und Beruf – und trägt zur evidenzbasierten Weiterentwicklung personenzentrierter Präventionsansätze bei.
Das HAP3 (Health Adaptation to Pregnancy, Postpartum and Parenthood) Projekt ist ein Forschungsnetzwerk mit elf Doktorand:innen aus fünf europäischen Ländern, das eine Familien App und ein Dashboard für Fachkräfte entwickelt, um Eltern rund um Schwangerschaft und Geburt bei einem gesunden Lebensstil, einschließlich gesundem Gewicht, psychischer Gesundheit, Ernährung, Schlaf und körperlicher Aktivität, zu unterstützen.
Damit ergänzen die Projekte nicht nur den Fokus der Professur auf lebensphasenübergreifende Prävention, sondern stärken zugleich die Profilbildung des FB6 im Bereich geschlechtsspezifischer und familienbezogener Gesundheitsforschung.
Einen Schwerpunkt stellt die multimethodische Kohortenstudie DREAM - DResdner Studie zu Elternschaft, Arbeit und Mentaler Gesundheit dar, welche sich an (werdende) Eltern richtet. Nach der ersten erfolgreichen Verlängerung DREAMon wird nun auch die zweite Verlängerung DREAMup von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Somit ist es möglich, die Beziehung zwischen Elternschaft, Beruf und Gesundheit der gesamten Familie über bislang sieben Messzeitpunkte hinweg prospektiv zu betrachten und potenzielle Zusammenhänge zu ermitteln. Die Studie beinhaltet unter anderem Fragebögen, biopsychologische bzw. epigenetische Maße sowie qualitative Interviews. Die Teilnehmer:innen werden ab der Schwangerschaft bis zum Kindesalter von 7,5 Jahren begleitet. Befragungen bis ins junge Erwachsenenalter der Kinder werden angestrebt, um langfristige Entwicklungen untersuchen zu können.
Mit dem Ziel eine systematische und offene Erhebung des subjektiven Geburtserlebens sowie relevanter Faktoren vor, während und nach der Geburt durchzuführen, wird seit November 2022 das interdisziplinäre Verbundvorhaben RESPECT (A Prospective Mixed-Methods-REsearch Project on Subjective Birth Experience and PErson-centred Care in ParenTs and Obstetric Health Care Staff) durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Längsschnittstudie mit vier Erhebungen (T1: späte Schwangerschaft, T2: 8 Wochen, T3: 6 Monate postpartal, T4: 24 Monate postpartal), und einer quantitativen sowie qualitativen Befragung einer großen Anzahl von (werdenden) Eltern. Zusätzlich werden Interviews mit Personal aus der Geburtshilfe zur eigenen Rolle für das Geburtserleben und zu Wissen und Einstellungen zur personenzentrierten Geburtshilfe geführt und qualitativ ausgewertet.
HAP3 – Healthy Adaptation to Pregnancy, Postpartum and Parenthood – ist ein europäisches Forschungsnetzwerk, das im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Doctoral Networks gefördert wird. Ziel ist es, innovative digitale Gesundheitslösungen zu entwickeln, um Eltern rund um Schwangerschaft und Geburt bei einem gesunden Lebensstil, einschließlich gesundem Gewicht, psychischer Gesundheit, Ernährung, Schlaf und körperlicher Aktivität, zu unterstützen.
Am Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin (IPAS) liegt der Fokus auf der Machbarkeitsprüfung einer Familien App und eines Dashboards zur Unterstützung von Eltern und Fachkräften. Primär wird die Machbarkeit untersucht: Akzeptanz, Nutzbarkeit und Engagement mit der Familien App. Sekundär werden mögliche Effekte auf psychische Gesundheit, Essverhalten, Gewicht, Schlaf und körperliche Aktivität von Müttern und Partner:innen erfasst. Zudem werden die kindliche Entwicklung, das Temperament, die Eltern-Kind-Bindung sowie Erziehungskompetenzen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt untersucht.
Das Projekt bildet elf internationale Doktorand:innen aus fünf europäischen Ländern (Belgien, Niederlande, Deutschland, Irland, Dänemark) zu Expert:innen für innovative Versorgung rund um die Geburt aus. Jede:r Doktorand:in absolviert eine gemeinsame Promotion (Joint PhD) an zwei europäischen Universitäten.
Nähere Studieninformationen:
DREAM - DResdner Studie zu Elternschaft, Arbeit und Mentaler Gesundheit
RESPECT - Systematische Erhebung des subjektiven Geburtserlebens
HAP3 - Healthy Adaption to Pregnancy, Postpartum and Parenthood
Weitere Projekte
COST Action TREASURE
Ein hohes Maß an perinatalem Stress bei der Mutter kann sich negativ auf die Gesundheit des Nachwuchses auswirken. Studien zeigen, dass mütterlicher Stress über verschiedene Mechanismen des Hormon- und Immunsystems sowie der Epigenetik auf die nächste Generation übertragen werden kann – dies nennt man auch transgenerationale Weitergabe von Stress. Die Folgen können sowohl kurzfristig (Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht) als auch langfristig (Neuroinflammation, Autismus) sein.
Das Ziel des TREASURE-Projekts ist es, die Entwicklung des Nachwuchses zu verbessern und dessen Gesundheit während seines gesamten Lebens zu fördern. Dazu wurde ein multidisziplinäres und internationales Netzwerk aus Wissenschaftler:innen, Kliniker:innen, Studierenden, Interessengruppen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Unternehmen geschaffen, um Wissen, Erkenntnissen und Erfahrungen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen international auszutauschen und zusammenzuführen. Auf diese Weise werden europaweite klinische Leitlinien sowie präventive Verfahren zur Verbesserung der Gesundheit von Kindern und der Senkung der wirtschaftlichen Kosten, die durch ein hohes Maß an perinatalem Stress bei Müttern entstehen, geschaffen.
TREASURE (COST Action 22114) wird von Dr. Rafael A. Caparros Gonzalez (Universität von Granada, Spanien) und Prof.in Susan Garthus-Niegel (TU Dresden, Deutschland) geleitet und von COST (Europäische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie) finanziert. COST ist eine Förderagentur für Forschungs- und Innovationsnetzwerke.
ECHO Studie
INTERSECT
Abgeschlossene Studien:
INVITE (INtimate partner VIolence care and Treatment prEferences) stellt eine weitere große, nun abgeschlossene Studie des Forschungsbereichs dar. Das Ziel dieser DFG-geförderten Studie war es, die Inanspruchnahme von Versorgungs- und Beratungsangeboten für Frauen nach der Geburt zu untersuchen. Es wurden verschiedene Faktoren, wie z. B. Frauengesundheit, einbezogen, welche beim Zugang zu geeigneten Angeboten unterstützen könnten.
INVITE - INtimate partner VIolence Treatment prEferences
Ergebnisse unserer Forschungstätigkeiten finden sich bei den Publikationen des FB6. Weitere Medienbeiträge sind auf den jeweiligen Projekt-Homepages verlinkt.
Neuigkeiten:
Im Gespräch mit ZDFheute spricht Prof.in Susan Garthus-Niegel über das Thema geburtsbezogener Traumata
Tagesspiegel: Die gefährlichste Zeit der Mutterschaft – Mit dem Baby kam die Depression Prof.in Dr. Garthus-Niegel wurde als Expertin in der Tagesspiegelreihe zu postpartaler Depression interviewt.
Podcast-Beitrag "Die Frauenärztin" auf Podimo.de (Anmeldung notwendig)
Prof. Dr. Garthus-Niegel ist im Podcast "Die Frauenärztin" als Expertin für Schwangerschafts- und Geburtserleben zu hören.
In unserem Forschungsbereich besteht die Möglichkeit, Doktor- und Masterarbeiten zu schreiben sowie Forschungspraktika zu absolvieren. Interessent:innen können sich gerne direkt an Frau Prof. Dr. Garthus-Niegel wenden.
Des Weiteren sind in unserem Forschungsbereich regelmäßig Stellen für studentische Hilfskräfte zu besetzen. Bei Interesse können Sie sich gerne auch initiativ per E-Mail bei Frau Prof. Dr. Garthus-Niegel bewerben.
Bereichsleitung
Weitere Informationen zu Frau Prof. Dr. Garthus-Niegel finden Sie unter Professuren.