Prävention im beruflichen und außerberuflichen Kontext (Präventivmedizin)

Die Inhalte des DIPOL-Kurses „Präventivmedizin“ basieren auf der neuen Approbationsordnung für Ärzte vom 27. Juni 2002. Der Kurs vermittelt nach § 27 dieser Ordnung das Fach Arbeitsmedizin, Sozialmedizin sowie die beiden Querschnittsbereiche QB6: Klinische Umweltmedizin und QB10: Prävention, Gesundheitsförderung. Die Kombination begründet sich aus den starken Überschneidungen der Lernzielkataloge dieser Fächer bzw. Querschnittsbereiche und bietet die Möglichkeit der multidisziplinären Betrachtung der Ursachen (Expositionen) wichtiger Krankheitsbilder mit dem Ziel der Entwicklung umfassender Präventionsansätze. Dies wird genutzt, um die Interdisziplinarität der Lerninhalte zu verdeutlichen.

Arbeitsmedizin:

Das Ziel einer wirksamen Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz ist es, die Gesundheit zu erhalten und zu fördern, aus dem Arbeitsleben resultierende schädliche Einflüsse zu verhindern, Krankheiten und Gesundheitsschäden früh zu erkennen sowie eine berufliche Wiedereingliederung nach länger dauerndem krankheitsbedingtem Ausfall zu begleiten. Besondere Schwerpunkte des DIPOL-Kurses liegen auf folgenden Themen:

  • Grundsätze und Konzepte der Arbeitsmedizin, betriebsärztliche Tätigkeit
  • Arbeitsbedingte Erkrankungen, Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle
  • Physische, chemische, physikalische und psychische Einflussfaktoren auf die Gesundheit am Arbeitsplatz
  • Gesetzliche Unfallversicherung
  • Biomonitoring in Arbeitswelt und Umwelt.

Sozialmedizin:

Sozialmedizin befasst sich mit dem Gesundheitszustand sowie mit Risiken und protektiven Faktoren von Erkrankungen von Individuen, Personengruppen und der gesamten Bevölkerung. Sozialmedizin bedient sich wissenschaftlich und praktisch Methoden sowohl der Epidemiologie als auch der evidenzbasierten Medizin und wendet diese u.a. bei ätiologischen, präventiven, rehabilitativen und ökonomischen Fragestellungen an. Im Lehrangebot „Präventivmedizin“ werden einerseits sozialmedizinische Inhalte des EbGv-Kurses (3. Studienjahr) wieder aufgegriffen, vertieft und bei neuen Fragestellungen angewendet. Darüber hinaus vermittelt der Kurs „Präventivmedizin“ Kenntnisse, Fähigkeiten bzw. Fertigkeiten in folgenden Bereichen:

  • Beurteilung sozialer und medizinischer Determinanten von Krankheit und Gesundheit
  • sozialmedizinische Begutachtung
  • Bevölkerungsmedizin / Public Health
  • Funktionsweise und Besonderheiten des Sozialversicherungssystems
  • wissenschaftliche Bewertung von Präventionsmaßnahmen.

Umweltmedizin:

Die Umweltmedizin befasst sich interdisziplinär mit der Erforschung, Erkennung, Behandlung und Prävention umweltbedingter und umweltassoziierter Gesundheitsstörungen. Hauptbereiche des Querschnittsbereichs „Klinische Umweltmedizin“ sind:

  • Grundkenntnisse der klinischen Umweltmedizin
  • klinisch relevante Fertigkeiten und
  • in der klinischen Umweltmedizin relevante Krankheitsbilder.

Darüber hinaus werden im DIPOL-Kurs Präventivmedizin grundlegende Kenntnisse zur Identifizierung und Quantifizierung umweltbezogener Krankheitsrisiken vermittelt.

Prävention, Gesundheitsförderung:

Im Querschnittsbereich Prävention, Gesundheitsförderung stehen die Interventionsformen „Krankheitsprävention“ und „Gesundheitsförderung“ im Mittelpunkt, welche als gemeinsames Ziel die Erreichung eines sowohl individuellen als auch kollektiven „Gesundheitsgewinns“ haben. Die Krankheitsprävention stützt sich dabei auf die Dynamik der Entstehung von Krankheiten (pathogenetische Dynamik), mit dem Zweck, Risiken für Krankheiten zurückzudrängen. Im Gegensatz dazu beruft sich die Gesundheitsförderung auf die Dynamik der Entstehung von Gesundheit (salutogenetische Dynamik) zur Förderung gesundheitlicher Ressourcen. Somit bezeichnen diese Begrifflichkeiten unterschiedliche Interventionsformen mit verschiedenartigem Wirkungsprinzip bei gemeinsamer Zielsetzung.

Hauptbereiche des Querschnittsbereichs „Prävention, Gesundheitsförderung“ sind:

  • Überblick über Fragen von Prävention und Gesundheitsförderung
  • Klärung von Begriffen und Grundlagen
  • Einführung in die Theorie der Prävention von medizinsoziologischer und medizinpsychologischer Seite
  • Auseinandersetzung mit aktuellen Problemkonstellationen der Präventivmedizin.

Kursordnung:

Der DIPOL-Kurs Präventivmedizin ist eine Pflicht-Lehrveranstaltung für alle Studierenden des neunten Semesters. Bestandteile des Kurses sind Vorlesungen, Fallseminare und Fallvignetten sowie drei Erfolgskontrollen (drei Klausuren mit jeweils 20 MC-Fragen) über alle beteiligten Fachgebiete am Ende des Kurses. Die konkreten Regularien des Kurses können dem Kursbuch (ePortal) entnommen werden.

Kursdirektoren:

Bild © Stephan Wiegand

Institutsdirektor

Name

Prof. Dr. med. Andreas Seidler MPH

work Tel.
+49 351 3177-441
fax Fax
+49 351 3177-459

Kugler © Stephan Wiegand

Lehrstuhl für Gesundheitswissenschaften/ Public Health

Name

Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Joachim Kugler

work Tel.
+49 351 3177-217
fax Fax
+49 351 3177-233

Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung

Name

Herr Prof. Dr. med. Jochen Schmitt MPH

work Tel.
+49 351 458-6493
fax Fax
+49 351 458-7238

Kurskoordinatorin:

Girbig_sw © Stephan Wiegand

Wissenschaftlerin, Studiengangskoordinatorin MPH

Name

Dr. rer. medic. Maria Girbig M.Sc.

work Tel.
+49 351 3177-454
fax Fax
+49 351 3177-459

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Letzte Änderung: 14.03.2019