19.03.2026
Schülerin Hannah Ferenz gewinnt plus-MINT Preis 2026 für Forschung an leitfähigen Bakterien
v.l.n.r. Dr. Rakesh Nair, Prof. Karl Leo, Hannah Ferenz, Dr. Hans Kleemann.
Die 17-jährige Schülerin Hannah Sophie Ferenz vom Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen ist mit dem erstmals vergebenen plus-MINT Preis 2026 ausgezeichnet worden. Damit gehört sie zu den vielversprechendsten jungen Talenten in den MINT-Fächern deutschlandweit. Ausgezeichnet wird sie für ihre exzellente Forschungsarbeit zu biologisch abbaubarer Elektronik, die sie gemeinsam mit Prof. Karl Leo, Dr. Hans Kleemann und Dr. Rakesh Nair am Institut für Angewandte Physik durchführt.
Forschung auf universitärem Niveau
Hannah Ferenz arbeitet bereits seit 2025 aktiv mit universitären Forschungseinrichtungen zusammen – unter anderem mit dem Institut für Angewandte Physik der TU Dresden. Dort forscht sie im Rahmen des Leaftronics-Projekts gemeinsam mit Dr. Rakesh Nair, Dr. Hans Kleemann und Prof. Karl Leo an einem innovativen Ansatz: der Nutzung sogenannter Kabelbakterien als leitfähige Strukturen für elektronische Anwendungen.
Die mehrere Zentimeter langen Mikroorganismen können Metalle aus ihrer Umgebung aufnehmen und dadurch elektrische Leitfähigkeit entwickeln. Gleichzeitig tragen sie zur Reduktion von Kohlenstoffdioxid- und Methanemissionen bei. Hannahs Ziel ist es, diese biologischen Systeme mit den „Leaftronics“-Technologien, also biologisch abbaubaren Leiterplatten aus Lignozellulosestrukturen, zu kombinieren, um vollständig biologische Elektronik zu entwickeln. Ihr interdisziplinäres Projekt verbindet Biologie, Physik und Materialwissenschaft und bewegt sich auf exzellentem universitären Forschungsniveau.
„Die Idee, Kabelbakterien in den Leaftronics-Ansatz zu integrieren, um vollständig CO₂-neutrale elektronische Schaltkreise zu entwickeln, stammt ursprünglich aus meiner eigenen Promotionsforschung. Damals musste ich sie jedoch aufgeben, weil ich weder an der TU Dresden noch in ganz Sachsen geeignete Kabelbakterien beschaffen konnte. Umso beeindruckender ist es, dass Hannah nicht nur erfolgreich welche gefunden hat, sondern dass es ihr sogar gelungen ist, in ihrem Schullabor eigenständig stabile Kulturen aufzubauen. Auf dieser Grundlage beginnen wir nun auch am Institut, neue Kulturen für weitere Experimente zu etablieren“, erklärt Dr. Rakesh Nair, der kürzlich selbst mit einem Preis zu seiner Arbeit an Leaftronics ausgezeichnet wurde.
Auszeichnung für Exzellenz und Eigenständigkeit
Die Jury überzeugte Hannah Ferenz insbesondere durch ihre analytische Tiefe, ihre außergewöhnliche Selbstständigkeit im wissenschaftlichen Arbeiten sowie ihre reflektierte Herangehensweise an komplexe Fragestellungen. Bewertet wurden unter anderem fachliche Leistungsstärke, wissenschaftliche Reife, internationale Anschlussfähigkeit sowie Persönlichkeit und gesellschaftliches Engagement.
Auch ihre bisherigen Erfolge unterstreichen ihr Talent: So erreichte sie unter anderem einen ersten Platz auf Landesebene in der Internationalen Biologie-Olympiade sowie Auszeichnungen bei „Jugend forscht“.
Vorbild für junge Frauen in der Wissenschaft
Mit ihrer Auszeichnung steht Hannah Ferenz beispielhaft für das Ziel des plus-MINT Preises: junge Menschen frühzeitig in wissenschaftliche Netzwerke einzubinden und ihnen internationale Perspektiven zu eröffnen.
Gerade auch als junge Frau in den Naturwissenschaften kann sie andere Schülerinnen dazu ermutigen, eine Karriere in Forschung und Wissenschaft in Betracht zu ziehen.
Über den plus-MINT Preis
Der Preis des Vereins zur MINT-Talentförderung e. V. würdigt mit dem plus-MINT Preis herausragende Leistungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und setzt gezielt auf frühe Förderung wissenschaftlicher Exzellenz, Eigeninitiative und internationaler Perspektiven. Neben der Auszeichnung beinhaltet der Preis die Teilnahme am renommierten London International Youth Science Forum, das jährlich an Universitäten wie Oxford und Cambridge stattfindet und jungen Talenten den Austausch mit Forschenden aus aller Welt ermöglicht.
Mehr: https://www.plus-mint.de/blog/plus-mint-preis-2026
Kontakt:
Dr Rakesh R Nair
Institut für Angewandte Physik
TU Dresden
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