21.12.2016

Dresdner Integrationspreis für Löbtauer AG "Ausbildung und Arbeit"

Mitglieder der AG "Ausbildung und Arbeit" mit der Preisskulptur des Dresdner Integrationspreis © Netzwerk Willkommen in Löbtau Mitglieder der AG "Ausbildung und Arbeit" mit der Preisskulptur des Dresdner Integrationspreis © Netzwerk Willkommen in Löbtau
Mitglieder der AG "Ausbildung und Arbeit" mit der Preisskulptur des Dresdner Integrationspreis

© Netzwerk Willkommen in Löbtau

Die Arbeitsgemeinschaft Ausbildung und Arbeit des Netzwerks „Willkommen in Löbtau“ ist mit dem Dresdner Integrationspreis2016 ausgezeichnet worden. Die AG, in der unter Leitung von Prof. Dr. Michael Kobel (IKTP) eine Reihe von TU-Angehörigen mitwirkt, engagiert sich erfolgreich für die Integration von Migrantinnen und Migranten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Preis wurde am 20.12.2016 durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Dirk Hilbert, überreicht.

Die AG „Ausbildung und Arbeit“ bildet langfristige persönliche Patenschaften mit Geflüchteten aus mindestens elf Herkunftsländern, wobei neben Syrien (über 50 %) insbesondere Somalia, Eritrea, Pakistan und Marokko vertreten sind. Das Alter reicht von 20 bis über 50 Jahre, die Schulbildung von Hauptschule bis Universitätsabschluss. In individuell angepasster Weise unterstützen die Paten und Patinnen insbesondere die Erstellung von Lebensläufen und Bewerbungen und begleiten bei Behördengängen. Sie helfen bei der Vermittlung von Kontakten, der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Eignungstests oder beim Lernen für Berufsschule oder Studium. Während dieses Prozesses entsteht ein sehr persönliches Betreuungsverhältnis, bei dem auch in Aspekten des Asylverfahrens nach Möglichkeit geholfen oder an kompetente Stellen vermittelt wird.

Nach erster Vernetzung mit mehreren Beratungseinrichtungen in Dresden nahm die AG im Mai 2015 zunächst mit fünf Patinnen und Paten, darunter vier Angehörigen der TU Dresden, die Betreuung für elf Geflüchtete in Löbtau auf. Über einen öffentlichen Informations- und Vernetzungsabend im Hörsaalzentrum der TU Dresden konnten im November 2015 insbesondere auch unter Angehörigen der TU Dresden insgesamt 35 Patinnen und Paten für über 80 Geflüchtete aus verschiedenen Stadteilen gefunden werden. In den Räumen der TU Dresden finden monatliche Stammtische zum Erfahrungsaustausch der Paten und regelmäßige Vernetzungsabende statt, auf der einen Seite mit Behörden, Arbeitgebern, Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer und auf der anderen Seite mit Ehrenamtlichen und Unterstützungsnetzwerken.

„Das Projekt zielt darauf ab, die Geflüchteten zu befähigen, sich selbstständig in den für sie ohne Hilfe schwer durchschaubaren Strukturen des deutschen Ausbildungssystems und Arbeitsmarkts zurechtzufinden“, erklärt Prof. Kobel. „Wir erfahren jeden Tag, wie bereichernd es sein kann, gemeinsam mit Mitmenschen aus verschiedensten Ländern zu versuchen, Herausforderungen zu meistern, die uns selbst noch nie begegnet sind.“ Dies scheint zu funktionieren: Bereits nach einem Jahr befindet sich rund die Hälfte der betreuten Geflüchteten in Arbeitsgelegenheiten, Praktika oder Arbeitsverhält­nissen. Etwa zehn Prozent haben sogar schon eine Ausbildung begonnen oder sind in dauerhafter Anstellung. Alle anderen bereiten sich in Deutsch- oder Integrationskursen auf Ausbildung und Arbeit vor.


Der Dresdner Integrationspreis wurde 2016 zum ersten Mal vergeben. Er würdigt vorbildliche Aktivitäten des interkulturellen Engagements, die einen nachhaltigen Beitrag für ein vielfältiges, weltoffenes und solidarisches Miteinander in der Dresdner Stadtgesellschaft leisten.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Michael Kobel, michael.kobel@tu-dresden.de

Blogeintrag von Willkommen in Löbtau

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Uta Bilow
Letzte Änderung: 23.12.2016