16.11.2017
Eine Magistra im Dienst der (Lebens-)Bildung
(porträtiert im Jahr 2017, mit Update 2026)
Thomas Scheufler
Seit vielen Jahren ist Thao Nguyen als Alumnibotschafterin eine feste Größe im deutsch-vietnamesischen Dialog. Im Jahr 2008 schloss sie ihr Studium als Magistra Artium ab. Heute, fast 18 Jahre später, ist sie zurück als Doktorandin an der Fakultät Erziehungswissenschaften.
| Vorname | Thi Thu Thao |
| Name: | Nguyen |
| Studiengang | Magister Germanistik/Romanistik |
| Abschlussjahr | 2008, z. Zt. Promotion an der Fakultät Erziehungswissenschaften |
| Aktuelle Tätigkeit | The Olympia Schools Hanoi – Programmkoordinatorin der Lehrkraftausbildung / Vorsitzende für Kunst, Musik und Sport |
Kontakt-online sprach mit ihr über die jahrzehntelange Verbindung zur TUD, ihre Alumnibotschafter-Rolle und die Rückkehr von der Praxis zur Forschung.
Warum haben Sie sich für ein Studium an der TU Dresden entschieden, und was haben Sie studiert?
Nach meinem Besuch der 2. deutschen Bildungsmesse im Dezember 2001 in Hanoi hatte ich ein Jahr lang ein Poster von der TUD über meinem Bett hängen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Mein Ziel war klar, meine Entscheidung stand fest – ich wollte an der TU Dresden studieren. Allerdings war mein Deutsch damals noch nicht so gut, so dass ich nicht von Anfang an alle Informationen über die TU Dresden auswendig wusste. Ich habe dann von 2003 bis 2008 an der TU Dresden Germanistik/Deutsch als Fremdsprache und Romanistik/Französische Sprachwissenschaft auf Magister studiert. Im Studium generale mehrere Semester lang Grundlagen der Medizin, Soziologie, Politikwissenschaft, Tourismuswirtschaft und Architektur/Baugeschichte belegt.
Woran erinnern Sie sich gern? Wo haben Sie sich gern in Dresden aufgehalten? Wo war Ihr Lieblingsort an der Uni?
Mein Studium war superintensiv. Ich habe das gesamte Studienprogramm in sieben Semestern geschafft – einschließlich der „tollen“ Latinum-Prüfung. Im achten Semester absolvierte ich zwei mündliche und zwei schriftliche Abschluss-Prüfungen in meinen beiden Hauptfächern und im neunten Semester schrieb ich meine Magisterarbeit. Ich kann sagen, dass ich mit enormer Leidenschaft studiert habe – die Dank toller Dozenten immer wieder neu entfacht wurde. Ich erinnere mich gern an drei Semester meiner Studienzeit, an drei Vorlesungen von Prof. Ingo Kolboom, die ich mit meiner 89-jährigen Kommilitonin Irmgard Steglich besucht habe. Sie war ein Engel – von Gott geschickt um mir eine Botschaft zu bringen: Das Wissenwollen hat keine Altersgrenze. Am liebsten war ich in Dresden immer am Elbufer – zu den Filmnächten, bei Konzerten oder in den vielen Biergärten. In meiner Freizeit bin ich auch oft in die Semperoper gegangen. Mein Lieblingsort an der Uni war der Garten meines Wohnheims – denn ich lerne am besten an frischer Luft, um einen Baum herum. Ich kann einfach nicht gut in geschlossenen Räumen lernen – weder in der Bibo noch in meinem Zimmer.
US-Election, Prof. Larry Berman
Was verbindet Sie heute mit der TUD?
Durch meine Tätigkeit als Alumnibotschafterin habe ich regelmäßig Kontakt zu meiner ehemaligen Uni. Das Alumnibüro richtete internationale Alumniwochen aus, deren Workshops mir halfen, meine Erfahrungen mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zu erweitern, die sich wie ich für ihre ehemalige Universität engagieren. Der Status einer TUD-Alumnibotschafterin schafft Vertrauen in der organisatorischen Korrespondenz mit deutschen Institutionen wie dem wie DAAD in Vietnam, bei Gesprächen in meiner Schule mit Eltern, die ihre Kinder gern zum Studium in die EU schicken möchten oder bei Fragen von Schülern oder Freunden, die sich für ein Studium in Deutschland interessieren.
Warum sind Sie Alumnibotschafterin der TUD geworden?
Ich habe viel Zuneigung und Förderung von meinen Dozenten bekommen. In meinem jetzigen Beruf kann ich meine an der TUD erworbenen Fertigkeiten voll einsetzen. Besonders dankbar bin ich, dass mein Studium kostenlos war. Und jetzt habe ich die Gelegenheit, etwas davon zurückzugeben. Das macht mich wirklich stolz und glücklich. Und so kann ich auch selbst etwas zum guten Ruf der Universität im Ausland beitragen.
Was haben Sie als Botschafterin konkret erreicht?
Im Gespräch während der Alumniwoche 2016
Ich vermittle Informationen über Jobangebote oder Praktikumstipps an meiner Schule an deutsche Lehramtsstudierende. Durch die Alumniwoche 2023 konnte ich über Prof. Stefan Horlacher ein Schüleraustausch-Programm zwischen dem Dresden-Cotta Gymnasium und den Olympia Schools in Hanoi ins Leben rufen. Und ich habe organisiert, dass Dresdner Lehramtsstudierende der Mathematik ihr Praktikum Block A an internationalen Schulen in Hanoi absolvieren können.
Welche Ideen möchten Sie der TUD unterbreiten?
Informationen über Studienmöglichkeiten in Dresden sollten sehr früh verbreitet werden – ich denke dabei vor allem an eine Zusammenarbeit auf Schulebene. TUD-Vertreter könnten Schulen in Vietnam besuchen, an denen Deutsch unterrichtet wird (PASCH-Schulen). Wir Alumnibotschafter geben gern Hinweise, welche Schulen Sie ansprechen sollten. Außerdem sollten alle Kooperationsprojekte mit der TUD vor Ort besser bekanntgemacht werden, z. B. die Reinigung des Hoan Kiem Sees.
Startup-Projekt mit dem Goethe-Institut
Kontakt:
Thi Thu Thao Nguyen
E-Mail
Weltkarte aller TUD-Alumnibotschafter
Update 2026
Wenn Jugendträume Wirklichkeit werden
Der Oktober 2025 markierte für Thao einen ganz besonderen Wendepunkt. Als sie die Zulassung für ihre Promotion in den Händen hielt, war das mehr als nur ein bürokratischer Bescheid – es war der Moment, in dem ein langgehegter Jugendtraum Wirklichkeit wurde. Nach fast zwei Jahrzehnten praktischer Arbeit kehrt sie mit der gleichen Begeisterung an den Campus zurück, die sie schon als junge Studentin antrieb, nun aber bereichert durch einen riesigen Schatz an Lebenserfahrung.
Eine polyglotte Brückenbauerin: Deutsch, Englisch, Französisch
Seit ihrem Abschluss 2008 hat Thao bewiesen, dass sie eine wahre Meisterin der Sprachen ist. Ihr Studium der Romanistik legte dabei den Grundstein – so ist sie neben Deutsch und Englisch auch im Französischen zu Hause. Diese romanistische Eleganz spiegelt sich in ihrer Arbeit wider: Als versierte Übersetzerin bringt sie englischsprachige Literatur nach Vietnam, während sie als Autorin ihre eigenen Werke vom Vietnamesischen ins Englische übertragen hat.
Die „IMPRESS-ive“ Rückkehr: Von der Praxis zur Forschung
Ihre Rückkehr nach Dresden ist kein Zufall. Sie beweist, dass der Abschluss von 2008 erst der Anfang einer lebenslangen Reise war. Mit ihrer Erfahrung aus fast zwei Jahrzehnten und ihrer Kompetenz in vier Sprachen bringt sie eine Perspektive in die Erziehungswissenschaften ein, die für die heutige internationale Bildungslandschaft unersetzlich ist. Über das Projekt IMPRESS und die Zusammenarbeit mit dem ZLSB blieb die Verbindung nach Sachsen immer lebendig. Dass sie nun promoviert, ist die logische Fortsetzung einer Karriere, die Theorie und Praxis meisterhaft verbindet.
TUD-Filmclips zum Studium der Geisteswissenschaften:
Studium der Geisteswissenschaften © TUD 2022
TUD-Filmclips zum Studium der Germanistik:
Germanistikstudium © TUD 2023
Germanistikstudium © TUD 2023
Germanistikstudium © TUD 2022
TUD-Filmclip zum Studium der Romanistik:
Studium der Romanistik © TUD 2022