09.10.2026
Wandel in der Lausitz gestalten: Smart Mobility Lab erhält millionenschwere STARK-Förderung des Bundes
Visualisierung des Smart Mobility Labs.
STARKe Projekte in der Lausitz – aus der Region, für die Region. Rund 300 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft trafen sich am 8. Oktober 2026 in Schwarzheide zu einer Netzwerkveranstaltung. Darin wurden Fördermittelbescheide an Zuwendungsempfänger aus Brandenburg und Sachsen übergeben und ausgewählte STARK-Projekte aus beiden Bundesländern vorgestellt. Darunter befand sich auch das Smart Mobility Lab (SML) der Technischen Universität Dresden (TUD) als zukunftsstarker Akteur für Bildung und Technologietransfer in der Lausitz. Dessen STARK-Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt über 5,8 Millionen Euro gefördert.
Die Präsidentin des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Dr. Mandy Pastohr, übergab im Beisein der Chefin der Brandenburger Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, sowie des sächsischen Staatssekretärs für Infrastruktur und Landesentwicklung, Sören Trillenberg, den Bescheid an Prof. Günther Prokop für das Smart Mobility Lab (SML) der TUD. Weitere Förderungen erhielten die Geschäftsstelle des NET Zero Valley Lausitz, das Projekt „UNESCO 5 - Die Lausitzer UNESCO-Stätten als Perlen einer nachhaltigen Entwicklung in der Lausitz – Erbe gestalten und Menschen verbinden" und das Projekt “TRAIL - Transfer und Innovationen für die Lausitz | Wissen teilen, Wandel gestalten“.
Forschung, Bildungs- und Beteiligungsformate
Das SML stärkt die Lausitz als Standort für zukunftsorientierte Mobilitätsforschung, Bildung und Technologietransfer. Ziel des SML ist es, automatisierte und vernetzte Systeme weiterzuentwickeln und unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben. Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherheit der Mobilität von morgen. Zu den Forschungsschwerpunkten zählen die Sicherheit im automatisierten und vernetzten Straßenverkehr, automatisiertes Fliegen und Advanced Air Mobility, autonome Landmaschinen und Schwarmtechnologien, Robotik und Telerobotik sowie Verkehrsbeobachtungen und Verkehrsflussanalysen.
Prof. Günther Prokop bei der Vorstellung des Smart Mobility Labs im Rahmen der Netzwerkveranstaltung.
Einen wichtigen Baustein bildet das geförderte STARK-Projekt. „Es zielt darauf, eine durchgängige Forschungs- und Validierungskette für automatisierte Fahrfunktionen aufzubauen“, erläutert Prof. Günther Prokop, Sprecher des SML und Inhaber der TUD-Professur für Kraftfahrzeugtechnik. „Diese reicht von realen Verkehrsdaten über Simulationen bis hin zum cyber-physischen Realversuch im Smart Mobility Lab. Zum Einsatz kommt dabei auch der weltweit größte Fahrsimulator, mit dem Fahrerassistenz- und automatisierte Fahrfunktionen entwickelt und abgesichert werden können. Ergänzt wird die Forschungsinfrastruktur durch einen cyber-physischen Versuchsaufbau, der eine realitätsnahe Erprobung komplexer Verkehrssituationen ermöglicht. Darüber hinaus wird eine Methodik entwickelt, mit der sicherheitsrelevante Verkehrsszenarien aus Verkehrsbeobachtungen und Unfalldaten abgeleitet werden können.“
Menschen in Region aktiv ansprechen und einbinden
Neben der Forschung verfolgt das STARK-Projekt ausdrücklich auch ein gesellschaftliches Ziel. „Mit dem MITMACH-Labor im Neustadtforum der Stadt Hoyerswerda soll die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung automatisierter Mobilität einbezogen werden“, unterstreicht Tobias Zschieschick, Koordinator des SML. „Bildungs- und Beteiligungsformate für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen sollen Wissen vermitteln, Akzeptanz fördern und neue Zukunftsperspektiven für die Lausitz eröffnen.“
Aus dem Zusammenspiel von SML und STARK-Projekt entstehen neue Methoden und Erkenntnisse zur sicheren Validierung automatisierter Mobilität sowie eine leistungsfähige Forschungs- und Validierungsinfrastruktur. Zugleich schafft die praxisnahe Erprobung automatisierter Fahrfunktionen neue Möglichkeiten für Transfer, Kooperationen und Bildungsangebote. Damit werden der Innovationsstandort Lausitz gestärkt und langfristige Wertschöpfungspotenziale aufgebaut.
Strukturwandel in der Lausitz gemeinsam gestalten
Brandenburg und Sachsen zeigten bei der Veranstaltung in Schwarzheide erstmals gemeinsam, was in der Lausitz mit Hilfe des Bundesprogramms STARK entsteht. Vorgestellt wurden unter anderem geförderte Vorhaben zur Wärmetransformation in der Region Spremberg, Hoyerswerda und Weißwasser, zur Entwicklung des Net Zero Valley Lausitz, zum Einstein-Teleskop, der touristischen Entwicklung des Lausitzer Seenlandes sowie zum Projekt „Jugend bewegt Regionen“.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zur Veranstaltung und Hintergründe zur STARK-Förderung sind in der Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung abrufbar.
- Bundesprogramm STARK in Brandenburg: STARK - Wirtschaftsregion Lausitz
- Bundesprogramm STARK in Sachsen: https://www.strukturentwicklung.sachsen.de/bundesfoerderung-stark-4097.html
Kontakt:
Prof. Günther Prokop
Smart Mobility Lab
Technische Universität Dresden
+49 351 463 34782