24.06.2026
Wo Gebäudemanagement auf antidemokratische Herausforderungen trifft: Interview mit Kathrin Brömmer
Kathrin Brömmer ist Leiterin des Sachgebietes Infrastrukturelles Gebäudemanagement an der TU Dresden
culTUre: Frau Brömmer, als Leiterin des Sachgebietes Infrastrukturelles Gebäudemanagement an der TU Dresden sind Sie auch für Sicherheit, Betrieb und Funktionsfähigkeit der Gebäude mit zuständig. Inwiefern spielen antidemokratische Herausforderungen in Ihrem Arbeitsalltag eine Rolle?
Brömmer: Antidemokratische Herausforderungen begegnen meinem Team und mir regelmäßig und beschäftigen uns teilweise wöchentlich, wenn auch in sehr unterschiedlicher Form. Das Dezernat Gebäudemanagement ist beispielsweise für die Beseitigung von Graffiti sowie für die Instandsetzung von Schäden durch Vandalismus zuständig. Darüber hinaus beraten und unterstützen wir bei Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Veranstaltungen und koordinieren bei Bedarf den Einsatz von Sicherheitsdiensten.
culTUre: Sind solche Vorfälle eher ein Randthema oder ein zunehmender Schwerpunkt? Sind Ihnen in den letzten Jahren Veränderungen aufgefallen?
Brömmer: Vorfälle dieser Art hat es an der TUD schon immer gegeben. Dabei lässt sich aus meiner Sicht keine durchgängig steigende Entwicklung beobachten. Vielmehr gibt es Phasen, in denen entsprechende Vorfälle häufiger auftreten, und Zeiten, in denen sie deutlich seltener sind. Wahrnehmbar ist jedoch, dass bei einigen Angehörigen der Universität das Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung zugenommen hat. Dies zeigt sich auch in Gesprächen und Rückmeldungen, die uns erreichen. Daher gewinnt das Thema unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Vorfälle zunehmend an Bedeutung.
culTUre: Wo sehen Sie – aus Verwaltungssicht – Handlungsbedarf? Was braucht es Ihrer Meinung nach im Umgang mit antidemokratischen Herausforderungen auf dem Campus?
Brömmer: Aus meiner Sicht ist entscheidend, dass wir als Universität professionell, besonnen und konsequent mit antidemokratischen Herausforderungen umgehen. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, transparente Prozesse und eine gute Zusammenarbeit. Das Handlungskonzept zum Umgang mit antidemokratischen Herausforderungen hat bereits wichtige Handlungsfelder und Verbesserungspotenziale aufgezeigt (Anmerkung: Der Entwurf des Handlungskonzepts befindet sich derzeit im internen Abstimmungsprozess). Nun kommt es darauf an, die vorgeschlagenen Maßnahmen schrittweise und möglichst zeitnah umzusetzen. Nur so können wir ein Umfeld gewährleiten, in dem sich alle Universitätsangehörigen sicher und respektiert fühlen.
culTUre: Inwiefern kann das infrastrukturelle Gebäudemanagement zur „Resilienz“ einer Universität beitragen?
Brömmer: Prävention und Kommunikation sind aus meiner Sicht zentrale Bausteine für die Resilienz einer Universität. Das infrastrukturelle Gebäudemanagement kann hier durch Beratung, Unterstützung und die Entwicklung geeigneter Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen einen wichtigen Beitrag leisten. Mein Team und ich bringen unsere Erfahrungen gern ein und arbeiten eng mit anderen Bereichen der Universität zusammen.
Darüber hinaus sehe ich großes Potenzial in Schulungs- und Sensibilisierungsangeboten zu sicherheitsrelevanten Themen. Ein respektvolles Miteinander, gegenseitige Achtsamkeit und eine offene Kommunikationskultur stärken nicht nur das Sicherheitsgefühl, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der gesamten Universitätsgemeinschaft gegenüber antidemokratischen Herausforderungen.