ZIH-Info Nr. 197, April 2026
Inhaltsverzeichnis
Redaktion: Jacqueline Papperitz
Datenspeichersysteme für NFDI an der TUD
Das ZIH hat im Rahmen der Ausschreibung „Datenspeichersysteme zur Stärkung der Nationalen Forschungsinfrastruktur (NFDI)“ Fördermittel in Höhe von 1 Mio. Euro eingeworben. Geplant sind die Beschaffung und der Betrieb von Bandspeichern zur langfristigen Archivierung sowie Disk-basierten Objektspeichern für Forschungsdaten-Repositorien mit enger Anbindung an die HPC-Systeme des NHR-Zentrums. Die neuen Speichersysteme werden den NFDI-Konsortien GHGA, NFDI4Earth, PUNCH4NFDI, NFDI4Culture, NFDI4DataScience und NFDI4Chem zur Verfügung stehen. Die Inbetriebnahme ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Die Förderung erfolgt zu gleichen Teilen durch Bund und Land. (Kontakt: Dr. Matthias Lieber)
ZIH entwickelt IT-Services mit KI weiter
Im Self-Service-Portal (SSP) der TUD wurden neue Funktionen eingeführt, bei denen erstmals Künstliche Intelligenz (KI) in den IT-Services des ZIH eingesetzt wird. So können Nutzende im SSP nun direkt Zugriffstoken (API-Tokens) für die Nutzung von ScaDS.AI-Modellen erzeugen. Damit lassen sich verschiedene KI-Anwendungen an die Modelle anbinden, die datenschutzfreundlich im LZR betrieben werden. Zudem wurde eine neue Funktion für die Nachvollziehbarkeit von Änderungen im SSP eingeführt. Die zugehörigen Meldungen zu neuen Software-Releases werden automatisiert mithilfe von KI erzeugt. Die neuen Funktionen sind zugleich die ersten SSP-Features, die maßgeblich mit KI entwickelt wurden. Im Gegensatz zu früheren Experimenten, in denen nur Prototypen mit KI entwickelt wurden, hat der KI-generierte Code nun die üblichen Qualitätssicherungs- und Freigabeprozesse durchlaufen. Die KI-gestützte Entwicklung und der künftige Einsatz agentischer KI-Funktionen sollen dazu beitragen, neue Funktionalitäten schneller und kosteneffizienter umzusetzen, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren und die Digitalisierung an der TU Dresden wirksamer zu unterstützen. Ziel ist zudem eine souveräne und datenschutzfreundliche Nutzung von KI-Diensten auf eigener Infrastruktur. Der Einsatz von KI in den Diensten wird für die Nutzenden transparent kenntlich gemacht. Self-Service-Portal: https://selfservice.tu-dresden.de/. (Kontakt: Dr. Daniel Hackenberg)
TUD:AI – KI-Dienste an der TUD
Gemeinsam stellen ScaDS.AI Dresden/Leipzig und das ZIH mit dem Dienst TUD:AI verschiedene KI-Dienste für Beschäftigte, Studierende und Gäste der TUD bereit. Der bisherige ScaDS.AI LLM Inference Service wird künftig unter dem Namen TUD:AI geführt. Dazu zählen Anwendungen zur Text- und Bildgenerierung, Bilderkennung sowie Sprachverarbeitung. Die Nutzung erfolgt über einen Web-Browser oder über Programmierschnittstellen (APIs) und richtet sich primär an Forschende. Das Chat-Web-Interface ist in die Gruppen- und Organisationsstruktur der TUD integriert, die Anmeldung erfolgt über Shibboleth. Für die Verarbeitung kommen leistungsfähige Open-Weight-Modelle wie Llama, Qwen, DeepSeek und Kimi zum Einsatz. Für die Einbindung eigener Daten steht zudem eine Wissensspeicherfunktion (Retrieval-Augmented Generation, RAG) zur Verfügung. Die Datenverarbeitung erfolgt auf Infrastruktur der TUD und ermöglicht eine datenschutzfreundliche Nutzung. Eine Erweiterung für Anwendungen mit erhöhtem Schutzbedarf ist in Planung. API-Schlüssel können über das Self-Service-Portal erzeugt werden. Weitere Informationen: https://llm.scads.ai/. (Kontakt: Taras Lazariv, )
IT-Monitoring mit Checkmk
Das ZIH hat die neue Infrastruktur für das Monitoring von IT-Diensten und Server-Systemen in Betrieb genommen. Mit der Einführung von Checkmk wird die bisherige Monitoring-Lösung abgelöst und funktional erweitert. Das neue System ermöglicht eine detailliertere und flexiblere Erfassung von Systemzuständen und Leistungsdaten. Dadurch können Störungen schneller erkannt und die Stabilität der Dienste weiter verbessert werden. Das zentrale Monitoring am ZIH wurde bereits umgestellt, die Anbindung dezentraler Organisationseinheiten erfolgt derzeit schrittweise. (Kontakt: Dr. Michael Kluge)
Modernisierter DLR-Supercomputer im LZR
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat seinen Hochleistungsrechner CARA am Standort Dresden umfassend modernisiert und am 1. April 2026 offiziell übergeben. Das im Lehmann-Zentrum (LZR) der TUD betriebene und durch das ZIH betreute System ist hier seit 2020 in Betrieb und wurde nun technisch auf ein neues Leistungsniveau gehoben. Damit reagiert das DLR auf steigende Anforderungen in Forschung und Entwicklung, beispielsweise in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Energie, Verkehr, Künstliche Intelligenz und Quantentechnologien. Die Modernisierung umfasst u. a. eine deutlich erweiterte Speicherkapazität und ermöglicht weiterhin hochkomplexe Simulationen und datenintensive Analysen. Ein besonderer Mehrwert ergibt sich aus der Integration in die Rechenzentrumsinfrastruktur im LZR: Die effiziente Warmwasserkühlung von CARA ermöglicht einen besonders energieeffizienten Betrieb. Die entstehende Abwärme wird weiterverwendet, sowohl im Nahwärmenetz des LZR u. a. zur Beheizung eines DLR-Gebäudes als auch im Fernwärmenetz der Stadt Dresden. (Kontakt: )
Neues DFG-Projekt Mod4Comp startet
Im Juni 2026 startet die DFG-Forschungsgruppe Mod4Comp zur Untersuchung energieeffizienter Software. Ziel ist es, Software- und Hardwareeigenschaften systematisch zu modellieren, um die Energieeffizienz von Anwendungen auch ohne aufwendige Messungen bewerten und optimieren zu können. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu nachhaltigem Computing und adressiert den steigenden Energiebedarf moderner Recheninfrastrukturen, beispielsweise im Kontext von KI-Anwendungen und neuen Hardwarearchitekturen. Neben dem ZIH und und weiteren Forschenden der TUD sind Kolleg:innen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie des Forschungszentrum Jülich an dem Projekt beteiligt. Weitere Informationen: https://www.mod4comp.de/ (Kontakt: Dr. Robert Schöne)
HPC-Einführung am ZIH jetzt als Video
Der ZIH-Einführungskurs in das High Performance Computing (HPC) steht nun auch als Videoaufzeichnung zur Verfügung. Die Inhalte wurden in thematische Kapitel unterteilt und sind online abrufbar. Die Videos bieten einen Überblick über zentrale Themen für den Einstieg in die Nutzung der HPC-Systeme, darunter Linux-Grundlagen, Zugriff, Batch-Systeme, Monitoring sowie Software- und Projektmanagement. Die Videoaufzeichnungen ergänzen das bestehende Trainings- und Beratungsangebot des ZIH. Dazu gehören regelmäßige Beratungstermine mit HPC- und NHR-Expert:innen sowie ein vielseitiges Trainingsangebot, das unter anderem Kurse zu Performance-Themen und Machine Learning umfasst. Weitere Schulungsangebote sind zudem über den HPC-Kalender des NHR verfügbar. Schulungen im KI-Bereich werden durch ScaDS.AI Dresden/Leipzig bereitgestellt. Weitere Informationen: https://doc.zih.tu-dresden.de/#support-and-consultation. (Kontakt: , Tel.: HA -40000)
ZIH-Kolloquium
Am Donnerstag, den 23. April findet um 15:00 Uhr im Willersbau A317 ein ZIH-Kolloquium mit Prof. Dr. Siegfried Raasch (Institut für Meteorologie und Klimatologie, Leibniz University Hannover; Pecanode GmbH) unter dem Titel „The PALM Model System Release 25.10 – An LES Code for Basic and Environmental Research – Capabilities and Recent Applications“ statt. Der Vortrag gibt eine Einführung in die Behandlung atmosphärischer Turbulenzen mit Hilfe von Large-Eddy-Simulationen (LES) sowie einen Überblick über die Möglichkeiten der Software PALM in der Umwelt- und Klimaforschung. Weitere Informationen: https://tu-dresden.de/zih/kolloquium (Kontakt: Dr. Hartmut Mix)
Veranstaltungen
- Softphone-Sprechstunde: 13./20. und 27.04.2026 jeweils 10:00–11:00 Uhr (online)
- Offene Q&A Session für Nutzende der NHR@TUD Rechen-Cluster: 13./20. und 27.04.2026 jeweils 13:30–14:30 Uhr (online)
- 16.04.2026, 09:20-10:50 Uhr: Opal-Basiskurs (online)
- 23.04.2026, 09:00–15:00 Uhr: Girls‘ Day
- 23.04.2026, 09:20-10:50 Uhr: ONYX-Basiskurs (online)
- 24.04.2026, 16:40–18:10 Uhr: Pillars and Umbrellas | #5 Reshape Reality – Questioning Claims of Neutrality for Inclusive TechnoFutures
- 30.04.2026, 09:20–10:50 Uhr: Opal-Basiskurs (online)