Dec 15, 2025
Philosophischer Vorlesetag an der TU Dresden begeistert Grundschüler:innen
Seit 2004 gibt es ein jährlich stattfindendes Vorlesefest in Deutschland: den Bundesweiten Vorlesetag. An diesem Tag lesen Freiwillige in Schulen, KiTas, Bibliotheken, Buchhandlungen und vielen anderen Orten gemeinsam vor, um andere für das Lesen und Vorlesen zu begeistern. Er fand 2025 am Freitag, dem 21. November, unter dem Motto „Vorlesen spricht deine Sprache“ statt und sollte zeigen, wie vielfältig Vorlesen ist und dass jede Sprache und Stimme zählt.
Romy Cimander, LiH am Ethik/Philosophie Institut, hatte zusammen mit der Referendarin Lynn Sophie Philipp die Idee, diesen Tag als philosophischen Vorlesetag abzuwandeln. Nach einer intensiven Phase der Vorbereitung des Tages war es dann am 21. November soweit: Die eingeladenen drei Klassen der 106. GS kamen an die TUD und wurden von drei Studierenden betreut.
Die Studierenden haben dieses neue Format rückblickend wie folgt eingeschätzt:
(1): „Der Vorlesetag mit Grundschülern an der Universität war für mich eine bereichernde Erfahrung. Die Durchführung hat mir Spaß gemacht, und die Kinder waren sichtlich interessiert und engagiert.
In dem Buch „Freunde für immer“ von Przemysław Wechterowicz, das ich als Vorlesebuch gewählt habe, wird eine Freundschaft erzählt, die trotz aller Unterschiede durch Neugier und Zuneigung wächst. Die Geschichte bot Anlass, mit den Kindern über Freundschaft zu philosophieren und darüber, wie man solche Unterschiede überwinden kann. Gemeinsam haben wir unseren Baum mit Freundschaftsblättern gestaltet, uns das Buch angeschaut und passend zur Geschichte Nachrichten an einen der Helden aus dem Buch verfasst.
Aufgrund des besonderen Rahmens bringt die Planung einige Eigenheiten mit sich, bietet aber zugleich viel Raum für eigene Ideen. So konnte ich meiner Kreativität freien Lauf lassen und unterschiedliche Ansätze ausprobieren. Insgesamt war es meiner Einschätzung nach ein gelungenes Format, von dem sowohl die Kinder als auch ich profitierten.
(2) „Ich hatte im Rahmen meiner SPÜ die Möglichkeit, zum Vorlesetag am 21.11. einen Projekttag für eine zweite Klasse zu planen. Dadurch konnte ich die Erfahrung machen, sehr frei und selbstständig viele Ideen und Methoden zum Thema „Gefühle" mit den Kindern umzusetzen. Durch das Setting hier an der Uni und die Besonderheit des Projekttages wurde der Tag für die Kinder zu etwas ganz Besonderem. Somit war der Tag für mich und meine Erfahrung genauso wertvoll wie für die Kinder, was sich auch in deren zahlreichen positiven Rückmeldungen widerspiegelte.“
(3) Beim Projekt „Vorlesetag“ haben die Kinder und ich uns mit dem Thema „Träume als Wünsche“ beschäftigt. Nach einer kurzen Kennenlernphase sind wir gemeinsam auf eine angeleitete Traumreise gegangen und haben im Anschluss die Unterschiede zwischen Tag-, Nacht- und Zukunftsträumen sowie allgemeine Eigenschaften herausgearbeitet. Auf dieser Grundlage haben wir uns in einem Vorlesegespräch mit dem Buch „Im Garten der Pusteblumen“ von Noelia Blanco und Valeria Docampo beschäftigt. Im Mittelpunkt steht dabei eine Schneiderin, die lernt, ihren eigenen Traum wiederzuentdecken und damit auch den Menschen in ihrer Umgebung neue Hoffnung zu schenken. Dabei wird die Pusteblume zu einem zentralen Symbol dafür, die eigenen Herzenswünsche durch sie in die Welt schicken zu können.
Anschließend waren die Kinder an der Reihe, ihre eigenen Pusteblumen zu gestalten und in deren Mitte ihre persönlichen Herzenswünsche festzuhalten. Diese individuellen Traum-Pusteblumen platzierten wir zum Abschluss in einem „Traumnetz“, das sichtbar machte, wie vielfältig und wertvoll die Wünsche der Kinder sind.
Das Projekt war in jeder Hinsicht bereichernd und aufregend. Gemeinsam mit den Kindern konnten wir kreativ werden und für eine Weile in ein neues Thema eintauchen. Auch wenn der Einstieg zunächst herausfordernd scheint, lohnt es sich sehr, dieses Projekt anzugehen. Dabei lernt man nicht nur viel für sich selbst, man spürt zugleich die große Dankbarkeit der Kinder.