Ökobetone mit Carbonfaserbewehrung
Projektdaten
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Kurzfassung
Bei der Produktion von Zement werden große Mengen CO2 emittiert, was zur Klimaerwärmung beträgt. Um dem zu begegnen und die CO2-Emissionen im (Beton-)Bausektor zu senken, stellen Betonmischungen mit reduziertem Zementanteil, sogenannte Ökobetone, eine vielversprechende Lösung dar. Der geringere Zementklinkeranteil in diesen Mischungen führt jedoch zu einer verminderten Alkalität des Betons. Dies vermindert den für herkömmliche Stahlbewehrung erforderlichen Korrosionsschutz (Passivierung).
Ökobeton b.congreen der Implenia Construction GmbH
Im Gegensatz dazu sind nichtmetallische Bewehrungen aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) von Natur aus korrosionsbeständig. Diese Eigenschaft macht sie zu einer geeigneten dauerhaften Bewehrung in Bauteilen aus Ökobeton. Darüber hinaus ermöglicht die Korrosionsbeständigkeit eine Verringerung der Betondeckung, was schlankere Bauteile erlaubt und somit zur Einsparung von Primärressourcen beiträgt. Nichtmetallisch bewehrter Ökobeton stellt daher eine vielversprechende CO2-reduzierende Alternative für den nachhaltigen Betonbau der Zukunft dar.
Auf dieser Grundlage erfolgt im Forschungsvorhaben CCS die Entwicklung von CFK-bewehrten Ökobeton-Fertigbauteilen für den Eisenbahnbau. Neben der Einsparung von Primärressourcen und CO2-Emissionen sind langlebige Bauteile, welche zudem eine schnelle und kostengünstige Herstellung und somit eine Reduzierung der baubedingten volkswirtschaftlichen Beeinträchtigungen erlauben, Ziele des Forschungsvorhabens.
Weiterentwicklung herkömmlicher Stahlbetonfertigteile zu materialeffizienteren und klimafreundlicheren Carbonbetonfertigteilen
Im Projekt wurde zunächst ein geeigneter Ökobeton entwickelt, welcher gegenüber Standardbeton bis zu 54 % CO2 einspart. Aufgrund der Neuartigkeit der Baustoffkombination wurden in Kleinbauteilversuchen zunächst eingehend dessen Materialverhalten untersucht. Hierzu wurden Versuchsserien zur Festigkeitsentwicklung des Ökobetons sowie zu den Verbundeigenschaften mit CFK-Bewehrung (Pull-out- und Beam-End-Versuche) durchgeführt. Ergänzt und erweitert werden die Ergebnisse durch ein komplexes Versuchsprogramm an Großbauteilen, durch welches die Untersuchung des Gesamttragverhaltens der entwickelten CFK-Ökobetonbauteile erfolgt. Aus den so ermittelten Ergebnissen werden die Nachweis- und Bemessungsansätze entwickelt, welche den Entwurf, die Bemessung sowie die baupraktische Durchbildung der entwickelten Fertigteile erlauben.