Gleis-Tragwerk-Interaktion
Inhaltsverzeichnis
Projektdaten
| Titel | Title TP der TU Dresden im Verbundvorhaben Gleis-Tragwerk-Interaktion (TraBI) | SP of TU Dresden within the joint research project Track-bridge interaction (TraBI) Auftraggeber | Contracting authority |
Kurzfassung
Eigenspannungsversuch
Gleis-Tragwerk-Interaktion beschreibt den Effekt, wodurch die Verformung des Tragwerks zu zusätzlichen Verformungen der Schienen führt. Diese Verformungen führen zu zusätzlichen Spannungen. Überschreiten diese den zulässigen Wert, kommt es zu einer Gleisverwerfung (Druckversagen) oder zum Schienenbruch (Ermüdungsversagen). Das aktuelle Nachweiskonzept ist veraltet und aufgrund zahlreicher Veränderungen in der Vergangenheit nicht mehr wissenschaftlich herleitbar. Aufgrund dessen ist die Anwendung des Nachweiskonzepts nur in engen Grenzen möglich. Häufig sind objektspezifische Einzelfallbetrachtungen bzw. die Anordnung von investitions- und wartungsintensiven Schienenauszügen erforderlich. Ziel des Projektes TraBI ist eine Erneuerung des Nachweiskonzepts. Hierfür werden realitätsnahe Untersuchungen zur Gleis-Tragwerk-Interaktion an einer Versuchsbrücke durch MKP GmbH durchgeführt, welche durch Laborversuche am Lehrstuhl und Prüfamt für Verkehrswegebau der TU München und dem Institut für Massivbau (IMB) der TU Dresden ergänzt werden.
Ermüdungsversuch
Am IMB werden Versuche zur Ermittlung der Ermüdungseigenschaften der Schiene durchgeführt. Untersuchungsgegenstand sind die Schienenprofile 49 E5 und 54 E4 jeweils mit der Stahlgüte R260 sowie das Profil 60 E2 mit der Stahlgüte R350HT. An den Schienen werden Untersuchungen bezüglich der Gestaltfestigkeit durchgeführt. Vor den Gestaltfestigkeitsversuchen werden die Schienen künstlich korrodiert, da dies den Gegebenheiten im Gleis entspricht und Ergebnisse auf der unsicheren Seite vermeidet. Herstellungsbedingt sind in Eisenbahnschienen große Eigenspannungen vorhanden, welche zu einer geringeren Gestaltfestigkeit der Schiene führen. Um den Einfluss dieser Eigenspannungen bestimmen zu können, werden an Schienen der gleichen Charge, an denen auch die Ermüdungsversuche durchgeführt werden, Eigenspannungsversuche durchgeführt. Dabei wird eine dünne Scheibe aus einem Schienenstück herausgetrennt und die Rück- bzw. Ausdehnung dieser Scheibe gemessen.
Ziel des Projekts ist die Erstellung neuer Bemessungsgrundlagen für die untersuchten Schienenprofile. Diese Diagramme werden für die Bestimmung der zulässigen zusätzlichen Schienenspannung verwendet.