23.02.2026
Jahresrückblick 2025 der Forschungsgruppe „Communities in Virtual Learning Spaces“
Alexander Clauss, Mattis Altmann, Jonathan Dyrna und Thomas T. Richter (von links nach rechts) von der Forschungsgruppe Communities in Virtual Learning Spaces
Jahresrückblick 2025 der Forschungsgruppe „Communities in Virtual Learning Spaces“
Die Forschungsgruppe „Communities in Virtual Learning Spaces“ blickt auf ein ebenso ereignisreiches wie erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Durch zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, bewilligte Projektanträge, intensive Nachwuchsförderung sowie die Organisation von Fachveranstaltungen und internen Austauschformaten war sie in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern gleichermaßen aktiv und sichtbar. Im Mittelpunkt standen Themen der virtuellen Kollaboration und digitalen Bildung, insbesondere unter Einsatz von Virtual Reality (VR). Darüber hinaus wurden Fragestellungen nach der gezielten Entwicklung von Zukunftskompetenzen sowie des Erwerbs und Managements von Handlungswissen mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) – überwiegend in internationalen Kontexten – bearbeitet. Dabei wurden technologische Entwicklungen, didaktische Fragestellungen und praxisnahe Anwendungsszenarien gezielt miteinander kombiniert und in integrativen Forschungsansätzen untersucht.
20 Peer-Review- Publikationen und hohe internationale Sichtbarkeit
Im Jahr 2025 veröffentlichte die Forschungsgruppe insgesamt 20 Peer-Review-Publikationen. Ein besonderer Höhepunkt war der Open-Access-Sammelband „Higher Education Contemporary Learning Landscape: Virtual Collaborative Learning“, der von Dr. Mattis Altmann mit herausgegeben wurde. Er ist zudem selbst mit zwei eigenen Beiträgen im Band vertreten. Der Sammelband widmet sich zeitgemäßen Formen virtueller Zusammenarbeit im Hochschulkontext und bündelt internationale Perspektiven auf digitale Lernlandschaften. Weitere Highlights bildeten zwei veröffentlichte Open-Access-Artikel der Forschungsgruppe in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. In „Human Systems Management“ veröffentlichte Dr. Mattis Altmann als Erstautor den Beitrag „Designing Formative Feedback in Collaborative Online International Learning“, in dem Gestaltungsprinzipien für formatives Feedback in internationalen Online-Lernszenarien untersucht werden. Im „atw – International Journal for Nuclear Power“ erschien der Beitrag „Digitale und KI-gestützte Lösungen für einen sicheren und effizienten Rückbau kerntechnischer Anlagen – Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben K.I.S.S.“ mit Jonathan Dyrna und Thomas T. Richter als Koautoren. Diese Veröffentlichung zeigt exemplarisch, wie innovative KI- und VR-Technologien zur Entwicklung von Kompetenzen und Unterstützung von Arbeitsprozessen in sicherheitskritischen industriellen Kontexten eingesetzt werden können.
Abbildung 1: Titelseite des Sammelbandes „Higher Education Contemporary Learning Landscape: Virtual Collaborative Learning”
Ergänzt wurden die Fachartikel durch diverse Konferenzbeiträge. Alexander Clauss präsentierte seine Forschungsergebnisse bei der 16th International Conference on Computer Supported Education (CSEDU) in Angers (Frankreich). Jonathan Dyrna war mit einem Beitrag auf der DELFI Fachtagung Bildungstechnologien 2025 vertreten. Weiterhin veröffentlichte die Forschungsgruppe unter dem Titel „Identifying Key Features and User Experience Criteria for an Online Social Learning Community Platform in the Nuclear Power Sector“ ihre erste gemeinschaftliche Konferenzpublikation auf der Jahrestagung der Gemeinschaften in Neuen Medien (GeNeMe). Die Forschungsgruppe war damit sowohl national als auch international im wissenschaftlichen Diskurs präsent.
Projektakquise: Hohe Bewilligungsquote und neue Förderlinien
Auch in der Projektakquise war 2025 ein erfolgreiches Jahr. Insgesamt wurden elf Anträge zur Förderung von Personalmitteln eingereicht, insbesondere bei ERASMUS+, bei Stiftungen sowie beim Freistaat Sachsen. Davon wurden fünf Anträge – bei zwei Ablehnungen – bereits bewilligt. Alle weiteren Einreichungen befinden sich noch in Begutachtung. Zu den bewilligten Vorhaben gehört das ERASMUS+-Projekt „Building Data Wisdom and Governance in Schools for Evidence-Informed Educational Improvement (SchoolWISE)“, das im April 2026 startet und sich mit dateninformierter Schulentwicklung im europäischen Kontext befasst. Bereits seit Dezember 2025 läuft das vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) geförderte Projekt „Infrastrukturausbau zur informationssicheren Stabilisierung sächsischer Innovationsprojekte zu Künstlicher Intelligenz in den zentral genutzten Lehr-/Lern-Infrastrukturen (InfraSax.KI)“. Beide Projekte ergänzen das thematische Spektrum der Forschungsgruppe gezielt und schaffen zugleich neue personelle und strukturelle Perspektiven.
Kontinuität und Erfolg in der Qualifizierung und Nachwuchsförderung
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses blieb auch 2025 ein zentraler Bestandteil der Arbeit in der Forschungsgruppe. Insgesamt arbeiteten 2025 sechs Promovierende innerhalb der Forschungsgruppe an ihren Dissertationen, davon vier im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und zwei im Fachbereich Erziehungswissenschaften. Zwei Dissertationen im Bereich Wirtschaftsinformatik wurden eingereicht, eine davon bereits erfolgreich verteidigt: Dr. Mattis Altmann schloss sein Promotionsverfahren zum Thema „Formative Feedback in Collaborative Online International Learning“ Anfang Januar 2026 erfolgreich mit der Bestnote „summa cum laude“ ab. Darüber hinaus betreute die Forschungsgruppe 37 studentische Abschlussarbeiten im Rahmen von Forschung und Lehre, darunter zwei Masterarbeiten und zwei Diplomarbeiten im Fach Wirtschaftsinformatik sowie eine Staatsexamensarbeit. Ein besonderes Highlight bildete dabei der internationale Hackathon, der von Thomas T. Richter in Zusammenarbeit mit der Stellenbosch University aus Südafrika organisiert und im Open Science Lab der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) durchgeführt wurde. Er wird in 2026 erneut stattfinden.
Die enge Verzahnung von Forschungsprojekten und akademischer Lehre ermöglicht es, aktuelle Fragestellungen unmittelbar in Qualifizierungsprozesse einzubinden und Studierende frühzeitig an wissenschaftliches Arbeiten heranzuführen. Zusätzlich beteiligte sich die Gruppe aktiv im strukturierten Graduiertenprogramm „Education & Technology“ der TU Dresden und nahm an dessen Winter- und Summer Schools teil. Damit trägt sie zur interdisziplinären Vernetzung und zur strukturierten Qualifizierung von Promovierenden bei.
Wissenschaftliche Veranstaltungen und gegenseitige Unterstützung
Zur Stärkung des wissenschaftlichen Dialogs und der interdisziplinären Vernetzung war die Forschungsgruppe 2025 in der Organisation und Durchführung mehrerer Fachveranstaltungen involviert. Dr. Mattis Altmann beteiligte sich federführend an der Organisation der jährlichen Summer School des strukturierten Graduiertenprogramms „Education & Technology“. Bei der Planung und Durchführung der jährlich vom CODIP in Zusammenarbeit mit weiteren Hochschulen veranstalteten Jahrestagung der Gemeinschaften in Neuen Medien (GeNeMe) und ihres Vorkonferenz-Workshops „Fostering Competence and Inclusion in VET through Digital Innovation“ wirkten Thomas T. Richter und Jonathan Dyrna mit. Dr. Mattis Altmann hielt zudem die Keynote auf dem weiteren Vorkonferenz-Workshop „GameChangers: Innovating Business Education“. Weitehrin wurden im Jahr 2025 zwei Ausgaben des Life@Lab AI Symposiums von Alexander Clauss und Thomas T. Richter organisiert und federführend durchgeführt.
Abbildung 2: Mattis Altmann (li., mit Doktorvater Prof. Dr. Eric Schoop) verteidigte erfolgreich seine Promotion
Neben diesen öffentlich sichtbaren Formaten spielte auch die interne wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Forschungsgruppe eine wichtige Rolle. Gegenseitige Unterstützung, etwa durch interne Probevorträge im Rahmen laufender Promotionsverfahren, sowie kontinuierlicher fachlicher Austausch im Team trugen zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der individuellen und gemeinschaftlichen Vorhaben bei. Zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs und zur Vorbereitung zukünftiger Kollaborationen besuchten Thomas T. Richter und Alexander Clauss im November für zwei Wochen das Department of Information Science an der Stellenbosch University (SU) in Südafrika – im Rahmen eines 10-tägigen Forschungsaufenthalts, der dankenswerterweise durch das ERASMUS+-Mobilitätsprogramm gefördert wurde. Dabei zeigte sich eine hohe gegenseitige Passfähigkeit der jeweiligen Forschungsthemen, die einen fruchtbaren Boden für künftige Zusammenarbeit bietet.
Den Jahresabschluss bildete ein gemeinsamer Besuch des Dresdner Weihnachtsmarktes. Nach einem Jahr voller Projekte, Publikationen und Veranstaltungen bot dieser Moment Gelegenheit, gemeinsam zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorn zu richten. Mit laufenden Vorhaben, bewährten und neuen Kooperationen sowie engagierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sind die Weichen für ein ebenso produktives Jahr 2026 bereits gestellt.