01.07.2026
Schmalenbach-Workshop zu Corporate Democratic Action verbindet Forschung und Unternehmenspraxis
Wie können Unternehmen einen wirksamen Beitrag zur Stärkung liberaler Demokratien leisten? Welche Verantwortung tragen sie angesichts zunehmender demokratischer Herausforderungen und wie lässt sich diese Verantwortung strategisch und organisatorisch verankern? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines ganztägigen Peer-to-Peer Workshops zu Corporate Democratic Action (CDA), der am 25. Juni 2026 bei Scholz & Friends Reputation in Berlin stattfand. Rund 35 Vertreter:innen aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis kamen zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse mit praktischen Erfahrungen zu verbinden und gemeinsam Lösungsansätze für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in demokratischen Gesellschaften zu diskutieren.
Die Veranstaltung wurde vom Arbeitskreis Wirtschaftsethik der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. gemeinsam mit Scholz & Friends Reputation organisiert. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Prof. Dr. Markus Scholz, Inhaber der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Responsible Management am Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau der Technischen Universität Dresden sowie Leiter des Arbeitskreises Wirtschaftsethik der Schmalenbach-Gesellschaft, gemeinsam mit Joris-Johann Lenssen, Geschäftsführer von Scholz & Friends Reputation und Co Leiter des Arbeitskreises Wirtschaftsethik der Schmalenbach-Gesellschaft. Dr. Benedikt Kapteina, Postdoctoral Fellow an der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Responsible Management am Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau der Technischen Universität Dresden, war als Mitorganisator maßgeblich an der wissenschaftlichen Konzeption und Koordination des Workshops beteiligt.
Ziel des Workshops war es, den Dialog zwischen Wissenschaft und Unternehmenspraxis zu stärken und gemeinsam zu diskutieren, wie Unternehmen demokratische Verantwortung strategisch verankern und wirksam ausgestalten können. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung, demokratischer Erosionsprozesse und wachsender Erwartungen an Unternehmen gewinnt die Frage nach ihrer Rolle für den Schutz und die Förderung liberaler Demokratien sowohl in der Forschung als auch in der Unternehmenspraxis zunehmend an Bedeutung. Das Forschungsfeld Corporate Democratic Action untersucht, wie Unternehmen ihre Verantwortung gegenüber demokratischen Institutionen und Werten wahrnehmen können und welche Governance Strukturen, Strategien und sektorübergreifenden Kooperationen hierfür erforderlich sind. Der Workshop bot hierfür einen wissenschaftlich fundierten Rahmen, um aktuelle Forschungserkenntnisse mit Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis zu verknüpfen und gemeinsame Perspektiven für Forschung und Managementpraxis zu entwickeln.
Den inhaltlichen Auftakt bildete eine Keynote von Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig. Er beleuchtete die besondere Rolle regional verankerter Unternehmen und Finanzinstitutionen für die Stärkung demokratischer Resilienz und diskutierte die Verantwortung regionaler Akteure für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Anschließend gab Inga Holtmann, Corporate Citizenship Managerin der Lufthansa Technik AG, Einblicke in die Entwicklung und Umsetzung eines unternehmensweiten Engagementprojekts zur Demokratieförderung und zeigte auf, wie entsprechende Initiativen von der strategischen Konzeption bis zur erfolgreichen Umsetzung gestaltet werden können.
Im Mittelpunkt des Workshops standen zwei parallele Arbeitsgruppen, die unter der Chatham House Rule stattfanden und einen offenen sowie vertraulichen Austausch ermöglichten. Diskutiert wurden Strategien zum Aufbau zivilgesellschaftlicher Allianzen zur Stärkung demokratischer Resilienz sowie die Frage, wie sich Unternehmen auf mögliche autoritär populistische Regierungsbeteiligungen vorbereiten können. Der intensive Dialog zwischen Wissenschaftler:innen, Führungskräften und Expert:innen aus unterschiedlichen Branchen verdeutlichte den hohen Bedarf an evidenzbasierten Handlungsempfehlungen für Unternehmen in einem sich wandelnden politischen Umfeld.
Den Abschluss bildete ein wissenschaftlicher Roundtable mit Prof. Dr. Tanja A. Börzel, Professorin für Politikwissenschaft und Leiterin der Arbeitsstelle Europäische Integration an der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Thomas Beschorner, Professor für Wirtschaftsethik und Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen, sowie Sabine Klisch, Vice President Brand & Communication der JENOPTIK AG. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Benedikt Kapteina, Postdoctoral Fellow an der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Responsible Management am Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau der Technischen Universität Dresden. Gemeinsam ordneten die Panelist:innen die Erkenntnisse des Workshops in den aktuellen Forschungsstand zu Corporate Democratic Action ein und diskutierten zukünftige Herausforderungen und Forschungsbedarfe an der Schnittstelle von Responsible Management, Unternehmensethik und Demokratieforschung.
Der Workshop unterstreicht den Anspruch der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Responsible Management am Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau der Technischen Universität Dresden, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen durch exzellente Forschung und den engen Austausch mit Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft zu adressieren. Formate wie dieses schaffen Räume für gegenseitiges Lernen, fördern den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis und leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung evidenzbasierter Konzepte verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns in demokratischen Gesellschaften. Zugleich verdeutlicht die Veranstaltung die Rolle des Arbeitskreises Wirtschaftsethik der Schmalenbach Gesellschaft als Plattform für den Austausch zwischen betriebswirtschaftlicher Forschung und Unternehmenspraxis und stärkt die internationale Sichtbarkeit der Responsible Management Forschung am IHI Zittau und der Technischen Universität Dresden.