28.03.2017

Fakultät Informatik forscht im Verbundprojekt OpenLicht an Beleuchtungssyste­men der Zukunft für Smart Home, Smart City, Smart Factory und Smart Art

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OpenLicht

© OpenLicht

Rund 20 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs fließt in die Beleuchtung. Etwa 80 Prozent davon entfallen auf professionelle Anwendungen wie die Gebäude-, Büro-, Industrie- oder Straßenbeleuchtung und etwa 20 Prozent auf die Beleuchtung von Privathaushalten. Dabei sind individuell einstellbare Lichtanwendungen eher die Ausnahme: Unabhängig von der Tages- oder Jahreszeit ist meist nur die fortwährend gleiche Helligkeitsstufe und Lichtfarbe einstellbar. Durch das Verbundprojekt „OpenLicht“ soll dies geändert werden. Die Forschungspartner Bernitz Electronics GmbH, Technische Hochschule Deggendorf und Technische Universität Dresden arbeiten unter der Leitung von Infineon Technologies AG zusammen.

OpenLicht soll den kreativen Umgang mit Licht für jedermann ermöglichen und im Ergebnis bisher nicht gekannte, flexible und für jeden individuell einstellbare Lichtanwendungen schaffen.

Das Ziel ist die Erarbeitung einer offenen Entwicklungsplattform für intelligente Licht- und Beleuchtungssysteme, die intuitiv bedienbar sind. Dazu gehört die selbstlernende Vernetzung von Lichtquellen mit Sensordaten im Netzwerk und mit Nutzerprofilen. Im Smart Home beispielsweise könnte man dann die bevorzugte Lichteinstellung separat für jede einzelne Lichtquelle und jeden einzelnen Wohnraum einstellen, und zwar angepasst an die jeweilige Tageszeit. Dank selbstlernender Vernetzung passen sich dann Helligkeit und Lichtfarbe automatisch den jeweils herrschenden Temperatur- und Wetterdaten und den persönlichen Präferenzen an.

Die Open-Source-Plattform der vier Projektpartner wird dabei unterstützen, mit weniger Zeit- und Kostenaufwand als heute, kreative Lichtanwendungen zu entwickeln – auch für Kleinserien oder Einzelinstallationen. Im Projekt werden drei Anwendungsszenarien untersucht: „Professional Lighting“ für die Zielgruppe der industriellen Anwender, das „Stimmungslicht“ für den Privathaushalt sowie das „Lichtmodellieren“ für Designer, Architekten, Künstler und die Maker.

Um komplexe, elektronisch gesteuerte Beleuchtungssysteme für einen möglichst großen Nutzerkreis anwendbar zu machen, wird einerseits die Entwicklung einer Open-Source-Plattform, die aus Hardware und Software besteht, und andererseits die Erarbeitung einer intelligenten, intuitiven, selbstlernenden Lichtsteuerung fokusiert. Ein weiterer Kernpunkt ist die dazu notwendige einfache Vernetzung zwischen Sensorik und Aktuatorik über Mensch-Maschine-Schnittstellen für eine intelligente Gebäude-Infrastruktur, beispielsweise über Wearables.

Das Forschungsprojekt OpenLicht endet im August 2019. Sein Gesamtvolumen beläuft sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert es als eines von zehn Forschungsprojekten im Rahmen des Förderprogramms „Photonik Forschung Deutschland“.

Weitere Informationen zu OpenLicht gibt es im Steckbrief und auf der Projekt-Webseite openlicht.de.

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Silvia Kapplusch
Letzte Änderung: 29.03.2017