Porträt Professor Cuniberti

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© Christian Hüller

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© Christian Hüller

Prof. Gianaurelio Cuniberti ist seit 2007 Inhaber der Professur für Materialwissenschaft und Nanotechnik und Honorarprofessor an der POSTECH – Pohang University of Science and Technology (Korea) sowie an der University of Alabama (USA). Seit 2012 ist er Co-Pfadleiter im Exzellenzcluster "Center for Advancing Electronics Dresden" (cfAED) und stellvertretender Sprecher der "International Helmholtz Research School for Nanoelectronic Networks" (IHRS NanoNet). Das aus Exzellenzmitteln geförderte „Dresden Center for Computational Materials Science“ (DCMS) leitet er seit dem Jahr 2013 als geschäftsführender Direktor. Prof. Cuniberti wurde 1970 in Genua (Italien) geboren.

Ohne neue Materialien … gibt es keine neuen Produkte. Ganz egal wo - ob in der Elektronik, im Maschinenbau oder in der Medizin - die Nanotechnologie trägt dazu bei, den Alltag effizienter, sicherer und bequemer zu  gestalten –getreu dem Motto: „No materials, no party!“

Professor zu sein … ist für mich Berufung und Verpflichtung zugleich. Es bedeutet mir, immer neuen Ideen mit Freiheit und Kreativität nachzugehen und das „Feuer“ der universitären Tradition an nachfolgende Generationen von Wissenschaftlern weiterzugeben.

Studenten … sind zugleich Rohstoff, Kunde und Produkt eines besonderen Unternehmens - und das in dem für das ganze Leben prägenden Abschnitt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr: Wer hier die Freiheiten und Chancen, die sich im Studium bieten, nutzt, bekommt einen wichtigen Kompass für die Komplexität des Lebens zur Seite gestellt.

In Zukunft … werden sich die Universitäten immer wieder neu definieren, aber letztlich immer der 1000 Jahre alten Tradition der „Universitas“ verpflichtet sein, keine eindimensionalen Fachexperten auszubilden, sondern Menschen, die mit Verantwortung als Leistungsträger unserer Gesellschaft das gemeinsame Wohl voranbringen. Es ist für mich eine große Freude zu sehen, dass sich die Leitung der TU Dresden dieser Verpflichtung extrem proaktiv annimmt.

Wenn ich noch einmal studieren könnte … würde ich mein Studienfach wieder nach Interesse und Leidenschaft wählen und keinen kurzfristigen Trends folgen. Denn man erreicht seine Ziele nur, wenn man sie mit voller Hingabe verfolgt und vielleicht braucht es sogar ein bisschen Obsession!

Die Exzellenzinitiative … ist ein Trend, der weltweit beobachtet werden kann und der deutsche Unis endlich auf das hohe Niveau und das Ansehen der deutschen Wirtschaft bringen und aufzeigen wird, dass große Träume und Visionen nur gemeinsam verwirklicht werden können. Wir sollten uns aber keinen Illusionen hingeben: Internationale Top-Universitäten investieren jedes Jahr ca. 100.000 Euro pro Student, der Freistaat Sachsen momentan nur ca. 5.000 Euro pro Student und Jahr. Exzellente Lehre und exzellente Forschung sind aber mit hohen Kosten verbunden. Es ist daher enorm wichtig, dass Politik und Industrie diesen hohen finanziellen Bedarf schnell erkennen und massiv in qualitativ exzellente Ausbildung und Forschung investieren. Ohne diesen Schritt wird es sehr schwierig, unseren hohen Standard zu halten und fit für die Wissensgesellschaft zu sein.
 

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Katja Lesser
Letzte Änderung: 29.08.2016