18.02.2026
Im Interview: Prof. Dr. Thorsten Schmidt über seine Ziele als neuer Dekan
Seit dem 21. Januar 2026 steht die Fakultät Maschinenwesen unter neuer Leitung: Prof. Dr. Thorsten Schmidt hat das Amt des Dekans übernommen. Im Interview gibt der neue Dekan Einblicke in seine Motivation, blickt auf das Wirken seines Vorgängers Prof. Beckmann zurück und skizziert, welche Themen und Ziele ihm für die kommenden drei Jahre besonders wichtig sind.
Persönlicher Einstieg
Herr Prof. Schmidt, was hat Sie motiviert, das Amt des Dekans zu übernehmen?
Die Einbringung in die Aufgaben der Selbstverwaltung war für mich seit jeher selbstverständlich. Zum einen speist sich das aus Verantwortungsbewusstsein, aber auch aus Spaß am Gestalten.
Was sollte man über Sie wissen, das nicht im Lebenslauf steht?
Ich bin nicht nur gebürtiger Dortmunder, ich meine auch alle Eigenschaften des gebürtigen Westfalen zu besitzen. Nach einschlägiger Meinung dürften das etwa Bodenständigkeit, eine gewisse Direktheit, auch ein wenig Wortkargheit und vor allem Freundlichkeit sein.
Rückblick und Übergang
Ihr Vorgänger Prof. Beckmann hat die Fakultät Maschinenwesen über mehrere Jahre geprägt. Welche Entwicklungen aus dieser Zeit empfinden Sie als besonders wichtig für den heutigen Stand der Fakultät?
Prof. Beckmann musste sich prompt zum Amtsantritt vor allem damit auseinandersetzen, die Fakultät durch die ausbrechende Corona-Pandemie zu manövrieren. Diese Zeit hat aber auch erstaunlich positive Dinge für unseren beruflichen Alltag und auch für die Lehre hervorgebracht, die wir konsequent weiterentwickeln sollten.
Strategisch hat er aber vor allem einen Prozess zur zukünftigen Entwicklung der Fakultät angestoßen, das in einem Konzept zur differenzierten Ausrichtung freiwerdender Professuren gemündet ist. Nun steht die Aufgabe an, dieses Konzept in den kommenden Jahren mit Leben zu füllen.
Ziele und Vorhaben für die kommenden drei Jahre
Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für die Fakultät – insbesondere im Hinblick auf Lehre, finanzielle Ausstattung und strukturelle Weiterentwicklung?
Aktuell stellen uns vor allem die Lehrauslastung und die finanzielle Ausstattung der Fakultät vor Herausforderungen.
In der Lehre müssen wir deshalb mehr denn je danach streben, mit attraktiven Studienangeboten zu punkten. Dabei liefert insbesondere das Maschinenwesen Antworten für die großen Herausforderungen unserer Zeit, nur die müssen wir noch besser transportieren, so scheint es. Gleichzeitig bringt der aktuelle KI-Hype große Umwälzungen, die sich in das Studium auswirken. Recht einvernehmlich wird in der Fakultät diese Entwicklung nicht als Problem, sondern als Chance verstanden. Es profitieren kurz gesagt diejenigen, die ausreichend Wissen und Fertigkeiten besitzen, die Ergebnisse von LLM-Abfragen korrekt einschätzen und bewerten zu können. Das Grundlagenwissen bleibt also wichtig, methodisch gilt es neue Konzepte aufzubauen und in die Lehre einzuführen.
Die Mittelsituation auf der anderen Seite zwingt uns dazu, mit den begrenzten Mittel sehr behutsam umzugehen. Es ist mein Ziel, hier gerechte und ebenso wirksame Wege zu finden. Um Synergien zu heben, werden wir mit geteilten Ressourcen auskommen müssen. Dazu sind aber auch Umstrukturierungen der Institute erforderlich, die wiederum neue räumliche Möglichkeiten voraussetzen.
Nicht ganz unabhängig davon ist aber auch die Vernetzung mit anderen Partnern der TUD, sprich die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Einerseits schafft das Lösungen für komplexe Herausforderungen, andererseits können wir dadurch unsere Auswirkung stärken und an entsprechenden Programmen teilhaben.
Blick nach vorn
Was wünschen Sie sich für Ihre Amtszeit – für die Fakultät Maschinenwesen und für die Menschen, die hier arbeiten und studieren?
An den äußeren Randbedingungen können wir derzeit nur wenig ausrichten. Umso wichtiger ist mir daher, die Treiber als Ansporn für die gemeinschaftliche Weiterentwicklung der Fakultät zu verstehen. Mein wichtigster Wunsch ist deshalb ein Zusammenhalten in fordernden Zeiten.