18.03.2026
Rückblick: Das DECHEMA-Jahrestreffen der Fachgruppen AuW/ROH, AT und GAS am 09.-10.03.2026
V.l.n.r.: Dr.-Ing. Steffen Heidenreich (Pall GmbH), Prof. Dr.-Ing. Michael Beckmann (TU Dresden) und Prof. Dr. rer. nat. Alfred P. Weber (TU Clausthal) eröffnen gemeinsam das DECHEMA-Jahrestreffen 2026.
Am 9. und 10. März 2026 fand im Hotel Elbflorenz in Dresden das gemeinsame Jahrestreffen der DECHEMA-Fachgruppen Abfallbehandlung und Wertstoffrückgewinnung/Rohstoffe (AuW/ROH), Aerosoltechnik (AT) und Gasreinigung (GAS) statt. Insgesamt 95 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Industrie und Behörden nutzten die Veranstaltung, um aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Herausforderungen in ihren Fachgebieten zu diskutieren.
Organisiert wurde das Treffen unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr.-Ing. Michael Beckmann (TU Dresden), Prof. Dr. rer. nat. Alfred P. Weber (TU Clausthal) und Dr.-Ing. Steffen Heidenreich (Pall GmbH).
Der erste Veranstaltungstag
Während der gemeinsamen Plenarveranstaltung der drei Fachgruppen war der Saal beinahe bis auf den letzten Platz besetzt.
Den Auftakt bildete eine gemeinsame Plenarveranstaltung, in der zentrale Themen der Energie- und Umweltverfahrenstechnik adressiert wurden. Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit der Ermittlung der Energieeffizienz nach der 17. BImSchV, der Herstellung multikomponentiger Oxide mittels Sprayflammensynthese, aktuellen Marktentwicklungen im Bereich der Filtration sowie der Rückgewinnung von Wertstoffen aus Rückständen der Rauchgasreinigung. Weitere Vorträge beleuchteten den Einsatz von Hochtemperatur-Elektroabscheidern sowie moderne Abgasreinigungstechnologien in Hochtemperaturprozessen.
Am Nachmittag setzten die drei Fachgruppen ihr Programm in parallelen Sessions fort.
Die Programme innerhalb der drei Fachgruppen
Die Fachgruppe Abfallbehandlung und Wertstoffrückgewinnung/Rohstoffe widmete sich zunächst in einem Workshop der CO₂-Abscheidung in Abfallverbrennungsanlagen. Neben technischen Fragestellungen wurden auch wirtschaftliche Aspekte sowie Ergebnisse aus experimentellen Untersuchungen und Simulationen diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Kreislaufwirtschaft, etwa durch digitale Stoffstrommanagement-Ansätze für Elektrolyseure, neue Konzepte für das Recycling technischer Textilien sowie die Bewertung von Schadstoffakkumulationen in der europäischen Kunststoffkreislaufwirtschaft.
In der Fachgruppe Aerosoltechnik standen innovative Synthesekonzepte für Nanopartikel und funktionale Materialien im Mittelpunkt, beispielsweise die lösungsmittelfreie Herstellung von Siliziumdioxid im Sprayflammenreaktor oder die Produktion mesoporöser Ceroxid-Nanopartikel mittels Spraypyrolyse. Weitere Beiträge befassten sich mit der Charakterisierung von Aerosolen, neuen Methoden der Signalverarbeitung für Streulicht-Aerosolspektrometer sowie der Echtzeit-Kontrolle von Nanopartikelsynthesen.
Die Fachgruppe Gasreinigung behandelte aktuelle Forschungsarbeiten zur Partikelabscheidung und Filtration. Diskutiert wurden unter anderem Modelle zur Beschreibung von Filtrationsprozessen, experimentelle Untersuchungen zur Rußoxidation in Filterkanälen sowie neue Ansätze zur Verbesserung der Filtereffizienz durch ionisationsinduzierte Polarisierung von Filterfasern. Ein weiterer Fokus lag auf elektrostatischen Abscheideverfahren und deren Anwendung unter verschiedenen Prozessbedingungen.
Der zweite Veranstaltungstag
Der zweite Veranstaltungstag vertiefte die Themen des Vortags in weiteren Fachgruppensitzungen. In der Fachgruppe AuW/ROH wurden insbesondere PFAS-Belastungen in Abfallströmen und Verbrennungsanlagen sowie die Charakterisierung und energetische Bewertung von Reststoffen diskutiert. Die Fachgruppe Aerosoltechnik beschäftigte sich mit Transportprozessen, Koagulation und der Synthese komplexer Aerosol-Heteroaggregate, etwa für katalytische Anwendungen oder Batteriematerialien. In der Fachgruppe Gasreinigung standen Koaleszenzprozesse in Ölnebel-Filtern, numerische Untersuchungen zur Tropfendynamik sowie neue Ansätze zur SO₂-Abscheidung und katalytischen Materialentwicklung im Mittelpunkt.
Die Pausen dienten dem regen Networking sowie dem Austausch von Gedanken und Ideen.
Ergänzt wurde das Programm durch eine umfangreiche Posterausstellung, in der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aktuelle Arbeiten zu Themen wie Aerosolcharakterisierung, Partikelsynthese, Kunststoffrecycling oder Emissionsmessungen präsentierten.
Neben dem wissenschaftlichen Austausch bot das Jahrestreffen auch Gelegenheit zum persönlichen Networking, begonnen bereits am Vorabendtreffen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Veranstaltungsbeginn, während der Pausen und natürlich auch im Rahmen der gemeinsamen Abendveranstaltung.
Das Jahrestreffen 2026 zeigte eindrucksvoll die breite Themenvielfalt und die enge Verzahnung der Fachgebiete Abfallbehandlung, Aerosoltechnik und Gasreinigung. Gleichzeitig wurde deutlich, wie stark aktuelle Herausforderungen – etwa Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Emissionsminderung – die Forschung und Entwicklung in diesen Bereichen prägen.
Wir freuen uns bereits auf das Jahrestreffen der Fachgruppen im kommenden Jahr und hoffen, dass alle Teilnehmenden eine gute Zeit bei uns hatten und nun mit frischen Ideen zur Ihren Unternehmen und Forschungsstätten zurückkehren konnten.