09.06.2026
Prof. Simon Alberti wird neues Mitglied der Leopoldina
Prof. Simon Alberti
Prof. Simon Alberti wurde als neues Mitglied in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Als einer der meistzitierten Wissenschaftler der Welt ist Prof. Alberti Forschungsgruppenleiter am Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC) sowie Professor für Zelluläre Biochemie an der Technischen Universität Dresden (TUD). Seine innovative Forschung konzentriert sich auf die zelluläre Organisation und die Frage, wie Zellen auf Stress reagieren.
Als Biologe widmet sich Prof. Alberti gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe unter Verwendung biochemischer, biophysikalischer, genetischer und zellbiologischer Methoden der Aufklärung der molekularen Mechanismen, die die interne Organisation unserer Zellen steuern.
Die Zellen sind mit Zytoplasma gefüllt, einer gelartigen Flüssigkeit. Unter dem Einfluss von Umweltstress wie Temperaturänderungen oder mechanischem Druck verändert und reorganisiert sich das Zytoplasma. Während dieses Prozesses schließen sich bestimmte Moleküle zu biomolekularen Kondensaten zusammen – flexiblen, membranlosen Zentren, die der Zelle helfen, auf Stress zu reagieren.
Das Ziel der Gruppe von Prof. Alberti ist es zu verstehen, wie diese biomolekularen Kondensate den Zellen helfen zu überleben und wie sie in bestimmten Fällen auch zu Krankheiten beitragen können. Letztlich legt ihre Forschung die Grundlagen für das Verständnis seltener neurodegenerativer Erkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) und der frontotemporalen Demenz (FTD).
Prof. Alberti wird seine Expertise in der Biochemie in die Klasse II der Akademie einbringen, die Gruppe der Leopoldina-Mitglieder mit dem Schwerpunkt Lebenswissenschaften. Zusammen mit weiteren Mitgliedern der Leopoldina wird Prof. Alberti die deutsche Wissenschaft auf internationaler Ebene repräsentieren sowie Politik und Gesellschaft wissenschaftsbasiert beraten.
Über die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Die 1652 gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist mit ihren rund 1.700 Mitgliedern aus nahezu allen Wissenschaftsbereichen eine klassische Gelehrtengesellschaft. Sie wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. In dieser Funktion hat sie zwei besondere Aufgaben: die Vertretung der deutschen Wissenschaft im Ausland sowie die Beratung von Politik und Öffentlichkeit.
Klassen und Sektionen bilden das wissenschaftliche Arbeitsgerüst der Leopoldina. Alle Akademiemitglieder sind entsprechend ihres Forschungsgebietes in 28 Fachsektionen organisiert, die wiederum vier Klassen zugeordnet sind. Dieser Zusammenschluss zu Klassen, eingeführt im Jahr 2009, fördert die interdisziplinäre Diskussion und die Mitwirkung der Mitglieder an den Arbeitsaufgaben der Akademie.
Website der Forschungsgruppe von Prof. Alberti: tud.link/1q3nxn
Über das Biotechnologisches Zentrum (BIOTEC)
Das Biotechnologische Zentrum (BIOTEC) wurde 2000 als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der TU Dresden mit dem Ziel gegründet, modernste Forschungsansätze in der Molekular- und Zellbiologie mit den in Dresden traditionell starken Ingenieurwissenschaften zu verbinden. Seit 2016 ist das BIOTEC eines von drei Instituten der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung Center for Molecular and Cellular Bioengineering (CMCB) der TU Dresden. Das BIOTEC nimmt eine zentrale Position in Forschung und Lehre im Forschungsschwerpunkt Molecular Bioengineering ein und verbindet zellbiologische, biophysikalische und bioinformatische Ansätze miteinander. Es trägt damit entscheidend zur Profilierung der TU Dresden im Bereich Gesundheitswissenschaften, Biomedizin und Bioengineering bei.
www.tud.de/biotec
www.tud.de/cmcb