28.05.2026
Wenn Roboter riechen könnten: Interaktive Ausstellung »Die Zukunft des Riechens« zeigt Forschung zur elektronischen Nase
Besucher in der Ausstellung »Die Zukunft des Riechens – Von der Nase zu riechenden Maschinen«.
Ab heute bis zum 1. November 2026 zeigen die Technischen Sammlungen Dresden die Sonderausstellung »Die Zukunft des Riechens – Von der Nase zu riechenden Maschinen«. Die Ausstellung macht die Forschung der Technischen Universität Dresden (TUD), des Universitätsklinikums Dresden und der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur elektronischen Nase zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar. Entstanden ist die Ausstellung im Auftrag der TUD.
Der Geruchssinn: Die unterschätzte Superkraft
Der Geruchssinn ist ein mächtiger, unsichtbarer Navigator, den wir im Alltag oft nicht wahrnehmen. Verglichen mit dem Geruchssinn vieler Tiere ist der des Menschen jedoch unterentwickelt – in der Tierwelt finden wir wahre Riechchampions: Sie erschnüffeln Nahrungsquellen über viele Kilometer hinweg, können Emotionen bis ins kleinste Detail analysieren und erkennen schwere Krankheiten am Körpergeruch, noch bevor Symptome auftreten. Es wäre ein zivilisatorischer Meilenstein, eine riechende Technologie zu beherrschen, welche diese Höchstleistungen der Natur für den Menschen nutzbar macht.
Olfaktorische Perzeptronik: Wenn Maschinen riechen lernen
Doch wie übersetzt man ein hochkomplexes Naturphänomen wie den Geruchssinn in Hard- und Software? Die Antwort liegt in einem noch jungen Forschungsfeld – der Perzeptronik. Perzeptronik befähigt Maschinen zur Sinneswahrnehmung, zu Erinnerungen, Wissen und Denken. Sie ist eine Wissenschaftsdisziplin, die durch Fortschritte in der Sensortechnologie und vor allem durch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz möglich geworden ist.
Der Wissenschafts- und Technologiestandort Dresden ist einer der weltweit führenden Mikroelektronik-Standorte. Er bietet perfekte Bedingungen zur Erforschung und Erprobung von Zukunftstechnologien. Im von der VolkswagenStiftung geförderten einzigartigen Verbundvorhaben »Olfactorial Perceptronics« erforschen drei mitteldeutsche Spitzenforschungseinrichtungen die Zukunft der elektronischen Nase. An diesem Projekt, das von Prof. Gianaurelio Cuniberti, Professur für Materialwissenschaft und Nanotechnologie an der TUD, geleitet wird, sind neben der Technischen Universität Dresden auch das Universitätsklinikum Dresden, sowie die Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligt.
Die Projektpartner gehören zur absoluten Weltspitze auf ihren jeweiligen Fachgebieten. Gemeinsam arbeiten sie an einem ambitionierten Ziel: der Entwicklung riechender Maschinen, die leistungsstärker sind, als die Riechchampions der Tierwelt.
Podiumsdiskussion mit Marion Schmidt (TUD), Prof. Gianaurelio Cuniberti (TUD) und Prof. Thomas Hummel (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden) auf dem Eröffnungspodium. (v.l.) © Crispin-Iven Mokry
Gäste an der Eröffnung der Ausstellung. © Crispin-Iven Mokry
Marion Schmidt, Chief Communication Officer der TUD, moderierte die Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung. © Crispin-Iven Mokry
Prof. Gianaurelio Cuniberti, Inhaber der Professur für Materialwissenschaft und Nanotechnik an der TUD. © Crispin-Iven Mokry
Prof. Thomas Hummel, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Riechen und Schmecken, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. © Crispin-Iven Mokry
Besucher in der Ausstellung „Die Zukunft des Riechens“. © Crispin-Iven Mokry
Besucher in der Ausstellung „Die Zukunft des Riechens“. © Crispin-Iven Mokry
Exponat in der Ausstellung „Die Zukunft des Riechens“. © Crispin-Iven Mokry
Exponat in der Ausstellung „Die Zukunft des Riechens“. © Crispin-Iven Mokry
Ausstellungsbesucher. © Crispin-Iven Mokry
© Crispin-Iven Mokry
Die interaktive Wissenschaftsausstellung
Die interaktive Wissenschaftsausstellung vermittelt Wissen anhand von interaktiven Hands-on-Objekten, Versuchsmodellen, Medien- und Software-Installationen. Gezeigt werden Exponate zu den Themen Medizin, Biologie, Chemie, Psychologie, Geschichte, Nanotechnologie und Materialwissenschaft.
Die Ausstellung führt durch drei Themenbereiche:
- Die biologische Nase
- Der Kosmos der Gerüche
- Die elektronische Nase
In jedem Portal finden sich Video-Interviews mit jungen Wissenschaftlerinnen und den international führenden Expert:innen der mitteldeutschen Spitzenforschungseinrichtungen.
Finanziert wird die Ausstellung durch die VolkswagenStiftung aus dem Programm „Zusätzliche Mittel für Wissenschaftskommunikation“. Gestaltet wurde die Ausstellung von Paul Bauer, Interaktive Medien Potsdam, Studio Klarheit Filmproduktion Dresden, Jörg-Peter Bauer, Detlef Schweiger, Henry Puchert und Tobias Ehlich.
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Gianaurelio Cuniberti
Professur für Materialwissenschaft und Nanotechnologie
+49 351 463-31420
Pressekontakt:
Stefanie Düring-Schmidt
Öffentlichkeitsarbeit
Technische Sammlungen Dresden
+49 351-4887254
Text: Paul Bauer - Interaktive MedienGbR