Prof. Dr. oec. habil. Ulrike Stopka
Geboren: 1954, in: Dresden
Fakultät: Verkehrswissenschaften
Akad. Titel: Prof. Dr. oec. habil
„Wagt Euch in männerdominierte Gebiete, erarbeitet Euch die Fähigkeiten und habt den Mut Führungspositionen in wissenschaftlichen Projekten zu übernehmen und setzt die den Frauen häufig attestierten Fähigkeiten wie ausgeprägte Teamorientierung, Kooperationsbereitschaft und Einfühlungsvermögen gewinnbringend ein.“
Dieser Rat der zweiten Vorreiterin des HERStory-Kalenders, Prof. Dr. oec. habil. Ulrike Stopka, richtet sich an junge Frauen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Sie betont darüber hinaus, wie wichtig es ist, Vorbilder zu haben, die Orientierung und Inspiration bieten. Vorbilder, das sind für sie Frauen, die „sich des Öfteren für das Verlassen ihrer Komfortzone entscheiden und sich von Gegenwind nicht entmutigen lassen.“ Stopka selbst gehört zweifellos zu diesen Vorbildern.
Ulrike Stopka, geboren 1954, studierte Wirtschaftsingenieurwesen in Dresden. Nach ihrer Promotion 1981 folgte 1986 die Habilitation. Von 1993 bis 2020 war sie die erste Professorin an der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ der TU Dresden und leitete die Professur für Informations- und Kommunikationswirtschaft. Nach Beendigung ihrer aktiven Dienstzeit wirkte sie bis 2024 als Seniorprofessorin an der Fakultät.
Ihre wissenschaftliche Karriere wurde von einem großen Interesse an Informations- und Kommunikationssystemen und -diensten geprägt. Dabei widmete sie sich in der Forschung vor allem deren Anwendungspotentialen in verschiedenen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Bereichen mit besonderem Fokus auf die Gestaltung innovativer, digital unterstützter Mobilitätsdienste. Verkehrs- und Kommunikationsmärkte in ihrer wechselseitigen Beeinflussung im Hinblick auf die Angebots- und Nachfragegestaltung, die Umsetzung ökonomischer Gesetzmäßigkeiten sowie die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen zu untersuchen, ist für sie eine sehr spannende und lohnende Aufgabe. Doch ihre Leidenschaft galt nicht nur der Forschung: Besonders wichtig war und ist es ihr, junge, engagierte Menschen auszubilden. Dabei legt sie Wert auf eine theoretisch fundierte Lehre, die zugleich praktische Fähigkeiten vermittelt, die für den späteren Berufsalltag essenziell sind.
Auf diesem Weg begegneten ihr aber auch Herausforderungen, die es zu meistern galt. Den intensiven Arbeitsalltag an der Universität und das Private in Einklang zu bringen, war eine davon, denn insgesamt bestimmen die zu bewältigenden Forschungs- und Lehrbelastungen die Arbeitszeit und nicht die Zeiger an der Uhr. Dank der Unterstützung ihres familiären Umfelds, das die gleichberechtigte häusliche Arbeitsteilung mitgetragen hat, ließ sich jedoch Vieles bewältigen. Sie musste aber auch feststellen, „dass Frauen Kommissions- und Gremienarbeit, die Übernahme von Funktionen im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung und ähnliche Aufgaben mit größerer Selbstverständlichkeit angetragen werden als Männern“.
Trotz dieser Herausforderungen ließ sie sich nicht entmutigen, sondern entwickelte Strategien, um ihren Weg in der Wissenschaft erfolgreich zu gestalten. Dabei sammelte sie wertvolle Erfahrungen, die sie nun an junge Frauen weitergibt, die eine akademische Laufbahn anstreben: „Habt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und entwickelt Begeisterung für das gewählte Fachgebiet, baut nationale und internationale Netzwerke auf, forscht und lehrt, wenn möglich eine Zeit lang an Partnereinrichtungen im Ausland und veröffentlicht hochwertige Publikationen, um den eigenen Bekanntheitsgrad in der wissenschaftlichen Community zu stärken.“ Vor allem aber, sollten junge Nachwuchswissenschaftlerinnen: „ Durchhaltevermögen an den Tag legen, hartnäckig bleiben und Courage zeigen, denn sonst besteht man weder vor den Studierenden noch bei den Kollegen im Wissenschaftsumfeld und den Partnern in der Praxis.“