Prof. Dr. Yana Vaynzof
Prof. Dr. Yana Vaynzof leitet die Professur für Neuartige Elektroniktechnologien an der Technischen Universität Dresden und ist Direktorin des Instituts für Neuartige Elektronik-Technologien am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW). In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit neuartigen Halbleitermaterialien und deren besonderen Eigenschaften, die vielversprechende Anwendungen in zukünftigen optoelektronischen Bauelementen ermöglichen. Als erste weibliche Sprecherin eines Exzellenzclusters an der TU Dresden spielt sie zudem eine maßgebliche Rolle bei der Förderung von Spitzenforschung im Bereich nachhaltiger Energie- und Elektroniktechnologien.
Ihre wissenschaftliche Laufbahn begann mit einer ausgeprägten Neugier: Schon als Kind wollte Yana Vaynzof verstehen, wie die Dinge um sie herum funktionieren. Diese Neugier motivierte sie, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Ihre Ausbildung in Physik und Ingenieurwesen ermöglicht es ihr, experimentell zu untersuchen, wie Materialien mit Licht interagieren und wie sich diese Erkenntnisse für Anwendungen wie Solarzellen nutzen lassen. An ihrer Arbeit schätzt sie besonders, „Forschung zu betreiben und jeden Tag etwas Neues zu lernen, was sowohl motivierend als auch bereichernd ist“.
Geprägt wurde ihre akademische Laufbahn durch viele internationale Erfahrungen, wie ihr Masterstudium an der Princeton University in den USA, ihre Promotion in Physik am Cavendish Laboratory der University of Cambridge bis hin zum Forschungsaufenthalt an der National University of Singapore. Neben neuen wissenschaftlichen Perspektiven konnte sie dort auch internationale Kooperationen aufbauen, die ihre Forschung bis heute bereichern.
Doch auch Prof. Yana Vaynzof begegneten auf ihrem Karriereweg Herausforderungen. Während ihrer Schwangerschaft und des anschließenden Mutterschaftsurlaubs konnte sie nicht an wissenschaftlichen Konferenzen teilnehmen und war dadurch längere Zeit weniger in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft präsent.
„Als ich zum ersten Mal wieder an einer großen internationalen Konferenz teilnahm, waren einige Kollegen überrascht, mich zu sehen, da sie angenommen hatten, ich hätte die Wissenschaft aufgegeben. Es kostete Zeit und Mühe, mich wieder als präsente und aktive Wissenschaftlerin in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu etablieren.“
Unterstützung fand sie in einem Netzwerk von Wissenschaftlerinnen aus ihrem Forschungsbereich, die sie als Mentorinnen begleiteten und ihr bis heute zur Seite stehen.
„Es ist wunderbar zu wissen, dass ich mich mit meinen Fragen oder Problemen an sie wenden kann und dort guten Rat sowie eine andere Perspektive erhalte.“
Prof. Vaynzof ist überzeugt, dass Vorbilder eine wichtige Rolle für junge Frauen in der Wissenschaft spielen. Sie zeigen, was möglich ist, inspirieren und ermutigen dazu, eigene Wege zu gehen. Wissenschaftler:innen sollten ihrer Meinung nach danach streben, Vorbilder zu sein. Junge Frauen sollten zudem sowohl von männlichen als auch weiblichen Vorbildern ermutigt und unterstützt werden.
Auch Yana Vaynzof selbst orientiert sich an einem Vorbild:
Mein wichtigstes Vorbild in meiner Karriere ist jemand, der mir seit vielen Jahren als Mentor zur Seite steht, und ich glaube wirklich, dass diese Person gar nicht weiß, dass ich sie so sehe. Diese Person hat mir beigebracht, wie man Wissenschaft am besten mit Humor und Bescheidenheit angeht, wie man mit Erfolg und Enttäuschungen umgeht und – was am wichtigsten ist – wie ich meine Gruppenmitglieder auf ihrem akademischen Weg so unterstützen kann, wie sie mich unterstützt haben.
Für die Zukunft hofft Prof. Vaynzof, dass mehr Frauen eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Besonders Wissenschaftlerinnen sind dazu fähig, Grenzen zu überwinden und Lösungen für die Zukunft zu entwickeln, da gerade die modernen Herausforderungen unserer Zeit solche neuen Perspektiven erfordern.
Daher rät Yana Vaynzof Nachwuchswissenschaftlerinnen:
Glauben Sie an sich selbst und geben Sie nicht auf. Bauen Sie sich ein unterstützendes Netzwerk aus Kolleginnen und Freunden auf und stützen Sie sich bei Bedarf auf sie. Denken Sie daran, dass Sie sich für den akademischen Weg entschieden haben, weil Wissenschaft Spaß macht – und es ist wichtig, dass Sie Freude daran haben!