07.10.2026
Lehre neu in Szene setzen: Das Lightboard-Studio an der TUD
Bericht von Thomas Wolf, SG 8.7
Früher Planungsstand des Gebäudes MS1
Als zu Beginn der Planung festgelegt wurde, dass die Fakultät Erziehungswissenschaften vom Weberplatz in das neue Gebäude an der Münchener Straße ziehen wird, wurde das sogenannte „Raumprogramm“ vom Weberplatz wurde auf das MS1 übertragen. Der am Weberplatz befindliche Victor-Klemperer-Saal mit seinen zwei Projektionsräumen und einer Regiekabine wurde ebenfalls in die Gebäudeplanung übernommen. Der eigentliche Hörsaal fand aber keinen Platz in dem Gebäude. Übrig blieben die zwei Projektionsräume und ein Regieraum – ohne dazugehörigen Hörsaal.
Der Fachplaner für Medientechnik hielt es dann, zur Hochzeit der Coronapandemie, für eine gute Idee aus den, in dieser Form nicht nutzbaren Räumen, dedizierte Videokonferenzräume zu machen. Mit interaktiven Touchdisplays, Deckenmikrofonen, vollwertiger Mediensteuerung, Übertragungsstrecken und alles, was man sonst in großen Seminarräumen und Hörsälen einbauen würde, im Wert von gut 40.000€ - pro Raum. Durch Intervention durch die Abteilung MLLR wurde die Ausstattung verworfen und die insgesamt vier kleinen Räume, in Abstimmung mit dem Architekten, in zwei etwa quadratische Räume, nun nutzbare Räume, unterteilt.
Videostudio im POT
Das erste reine „One-Button-Studio“ für selbständige Videoproduktionen entstand im Potthoffbau, nachdem dort ein ehemaliger Datenverteilerraum zurückgebaut wurde. Die Idee solch ein Studio umzusetzen, gab es schon länger, nachdem die Uni Köln im Zuge einer Tagung ihre Studios vorgestellt hatte und Infos dazu bereitstellte (https://www.hf.uni-koeln.de/40040). An dieses Konzept angelehnt und an die TUD angepasst, bauten wir mit möglichst einfachen Mitteln ein Studio in den Raum. Seitdem wird dieser auch regelmäßig von einigen Lehrenden genutzt. Allerdings bereiten den Lehrenden und uns kleine technische Bugs immer wieder Kopfschmerzen. Vor allem nach Updates des kleinen Mac Rechners, der die zentrale Einheit des Studios ist, treten immer wieder Probleme auf. Aus diesen Erfahrungen wollten wir die Studios im MS1 weiterentwickeln.
Kontakt mit ZiLL im Zuge des Experimentallabors
In dieser Weiterentwicklungsphase kam der Kontakt mit dem ZiLL zum Thema Experimentallabor zu Stande. Es stand die Frage im Raum, ob einer der zentralen Lehrräume zum Experimentallabor umgenutzt werden kann und im Zuge dessen auch das Lightboard, welches sich zu dem Zeitpunkt relativ weit entfernt vom Zentralcampus, in einem Raum im Bürogebäude Strehlener Straße befand, genutzt werden könnte. Da der Raumbedarf am Standort MS1 und der Fakultät EW sehr hoch war, konnte das Experimentallabor an sich an dem Standort nicht umgesetzt werden, allerdings sollte die Idee, das Lightboard näher an den Kerncampus zu bringen, weiterverfolgt werden.
Nach Begutachtung der vorhandenen Technik des Lightboards und dem dahinterstehenden Konzept, welches vom Hersteller entwickelt wurde, und einem Zoom-Termin mit einem Techniker des Herstellers, wurde das Konzept leicht auf die Gegebenheiten vor Ort angepasst und so in dem nun vorhandenen Studio und dem benachbarten Videostudio umgesetzt.
Umsetzung und Nutzung
Das Konzept, welches in beiden Studios im MS1 umgesetzt ist, basiert auf einer in sich geschlossenen Insellösung. Es wurde versucht den Grad der Automatisierung so hoch wie möglich zu halten, um eine niedrigschwellige Bedienbarkeit zu gewährleisten. Nutzende müssen lediglich den Strom über den Fußschalter an- und das Raumlicht ausschalten. Danach kann auf dem selbst mitgebrachten Stick über das Betätigen eines einzigen Knopfes vollautomatisch aufgezeichnet werden. Über die kleine vorhandene Steuerung können individuelle aber nicht zwingend erforderliche Anpassungen eingestellt werden. Die Nutzungsmöglichkeiten sind auf das Notwendigste eingeschränkt, lassen aber im Rahmen der Möglichkeiten auch eine angenehme Varianz zu. Es kann im Sitzen oder im Stehen präsentiert werden, Kameraperspektiven können angepasst und eigene Präsentationen eingebunden werden. Es sind verschiedene Bildkompositionen aus Präsentation und Kamerabild auswählbar und durch professionelles Audioequipment ist eine gleichbleibend hohe Sprachqualität gewährleistet. Außerdem ist es möglich, aus beiden Räumen Videokonferenzen oder z.B. Live-Webinare durchzuführen, da die vorhandenen Medien (Kamera/Mikrofone) per USB in den eigenen Laptop gespeist werden können.
Schreiben, skizzieren und komplexe Zusammenhänge Schritt für Schritt erklären und dabei den Studierenden zugewandt bleiben: Lightboard-Videos eröffnen vielfältige Möglichkeiten für die Gestaltung anschaulicher Lerninhalte. Das neue Lightboard-Studio ist nun auf dem Hauptcampus im MS1 zu finden und steht für die Produktion interaktiver Lehr- und Lernvideos bereit. Das Lightboard-Studio im Einsatz sehen Sie in nachfolgendem Video.
© TUD