11.05.2026
Fachgespräch Seiteneinstieg ins Lehramt – Was wirklich gelingt und was noch fehlt…
Akteur:innen der Arbeitsgruppe „Seiteneinstieg“ der Allianz für Lehrkräfte
Wie gelingt ein Berufswechsel ins Lehramt – und was braucht es dafür wirklich? Im Mai 2026 lud die Arbeitsgruppe „Seiteneinstieg" der Allianz für Lehrkräfte Vertreter:innen aller Bundesländer zu einem virtuellen Fachgespräch ein und präsentierte ihre Empfehlungen, die aus mehrjähriger gemeinsamer Arbeit erwachsen sind. Ziel war es, nicht nur Ergebnisse vorzustellen, sondern konkrete Impulse für eine qualitativ hochwertige Gestaltung des Seiteneinstiegs in den Bundesländern zu geben, sowohl mit akademischen als auch nicht-akademischen Ausbildungsanteilen.
Bettina Jorzik (Programmleiterin für Hochschullehre, Lehrkräftebildung und MINT beim Stifterverband der Wissenschaft e.V. und Leiterin der Zukunftsmission Bildung) begrüßte ein bunt gemischtes Publikum aus Wirtschaft, Politik, Schule und Universitäten. Gleich zu Beginn setzte sie einen eindrücklichen Rahmen, denn rund jede zehnte neu eingestellte Lehrkraft im Bundesdurchschnitt ist Seiteneinsteiger:in. Diese Zahl verdeutlicht, wie unverzichtbar zielgruppenadäquate Seiteneinstiegsprogramme neben dem klassischen Lehramtsstudium geworden sind. Ihr Plädoyer war dementsprechnd klar formuliert, denn solche Programme sollten berufsvorbereitende Qualifizierungselemente umfassen, aber auch eine berufsbegleitende Unterstützung in der Einstiegsphase und nicht zuletzt tragfähige schulseitige Konzepte, die Berufswechsler:innen wirklich willkommen heißen und gut integrieren.
Was im Fachgespräch folgte, war ein lebendiger länderübergreifender Austausch in themenfokussierten Kleingruppen. Zunächst wurde der Status quo in den verschiedenen Bundesländern beleuchtet. Dabei wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich die Ausgangssituationen sind: Während einige Länder noch gar keinen Seiteneinstieg etabliert hatten und andere gerade erste Erfahrungen sammelten, kann Sachsen bereits auf über eine Dekade Praxis zurückblicken. Dieser Erfahrungsschatz wurde im Gespräch spürbar produktiv. Die vorgelegten Empfehlungen stießen insgesamt auf ein sehr positives Echo bei den Teilnehmenden. Einig war man sich an zentralen Punkten, dass Programme evaluiert werden müssen, Universitäten zwingend eingebunden werden sollten, und eine enge Abstimmung – sowohl zwischen den Institutionen als auch zwischen den einzelnen Ausbildungsphasen – kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für Qualität sei.
Den Abschluss bildeten die Key-Learnings der Arbeitsgruppenmitglieder sowie ein Ausblick auf künftige Austauschformate – denn das Gespräch, das hier begonnen hat, soll und wird weitergehen.
Ansprechpartnerin: Dr. Peggy Germer, Mitglied der AG Seiteneinstieg der Allianz für Lehrkräfte