23.06.2026
Mathematik zum Anfassen: Exkursion ins Erlebnisland Mathematik
Im Rahmen des Moduls „Didaktik der Mathematik“ besuchten die Teilnehmenden des Jahrgangs 2024 der berufsbegleitenden wissenschaftlichen Ausbildung am 5. Juni 2026 gemeinsam mit der Dozentin Dr. Kerstin Koch das Erlebnisland Mathematik in den Technischen Sammlungen Dresden. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 1000 Quadratmetern bietet diese Einrichtung über 100 interaktive Experimente, die zum Mitmachen, Nachdenken und Staunen einladen.
Die Seiteneinsteigenden des Kurses nutzten die Gelegenheit, Mathematik einmal außerhalb des klassischen Seminarraums zu erleben – und bestätigten dabei eindrucksvoll das Konzept der Ausstellung. In Kleingruppen wurde ausprobiert, diskutiert und sich intensiv mit den Aufgabenstellungen auseinandergesetzt. So entstand am Exponat „Wackelstein“ beispielsweise spontan eine Idee für eine neue Aufgabe für einen mathematischen Wettbewerb. An anderen Stationen waren die Teilnehmenden zum Knobeln herausgefordert, etwa bei den Aufgaben zu Eulers Linien, bei denen ein Wegenetz so durchlaufen werden muss, dass jede Linie genau einmal genutzt wird. In der einfachen Variante ist dies den meisten als „Das Haus vom Nikolaus“ bekannt.
Heftig diskutiert wurde ebenso beim „Pferch“ – einem Exponat zum Thema der sogenannten Packungsprobleme. Hier bestand die Aufgabe darin, eine vorgegebene Anzahl gleich großer, kreisrunder Plättchen in einen metallischen Rahmen anzuordnen.
Die Vielzahl der Exponate bot auch Gelegenheit, sich individuell mit den Fragestellungen und den dahinterliegenden mathematischen Konzepten auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stand jedoch das gemeinsame Tüfteln, etwa beim Legen eines Penrose-Puzzles, bei dem aus nur zwei verschiedenen Grundformen eine Fläche lückenlos ausgelegt und unendlich fortgesetzt werden kann. Dabei zeigte sich besonders deutlich, dass nicht der Wettbewerbsgedanke, sondern das gemeinsame Finden einer Lösung im Vordergrund stand.
Dies wurde auch bei dem Exponat „Ich bin eine Funktion“ deutlich, das die spielerische Erfahrung des Zusammenhangs zwischen der tatsächlichen Bewegung des eigenen Körpers und der abstrakten visuellen Darstellung als Kurve auf dem Bildschirm ermöglicht. Auf einem Monitor wird ein Weg-Zeit-Diagramm angezeigt. Dieses soll durch langsame oder schnelle Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen entlang einer Linie abgebildet werden, was sich als durchaus herausfordernd erwies.
Die zweieinhalbstündige Exkursion war sowohl intensiv als auch kurzweilig. Sie war eine hervorragende Gelegenheit, mathematische Konzepte und Prinzipien der Mathematikdidaktik anschaulich zu verbinden. Trotz vorhandener digitaler Angebote, wie etwa Actionbounds, entschieden sich die Teilnehmenden bewusst für die haptischen Stationen. Diese ermöglichen ein spielerisches und unmittelbares Erleben mathematischer Phänomene und machen abstrakte Inhalte im wahrsten Sinne des Wortes „greifbar“.
Neben der eigenen Auseinandersetzung mit den Exponaten reflektierten die Teilnehmenden intensiv die Einsatzmöglichkeiten für den Schulunterricht. Sie entwickelten Ideen, wie sich ein Besuch mit Schulklassen gestalten und gewinnbringend in den Unterricht integrieren lässt. Dabei wurde deutlich, dass die interaktiven Stationen nicht nur mathematische, sondern auch soziale und kommunikative Kompetenzen fördern können.
Auf der Website des „Erlebnislandes Mathematik“ stehen Lehrkräften und interessierten Besuchern zahlreiche Materialien zur Verfügung, mit denen sich der Ausstellungsbesuch mit einer Schulklasse vorbereiten oder im Nachgang vertiefen lässt.