13.01.2026
Neue Wege in den Lehrberuf: Nadin Grützner verteidigt Dissertation zu biografischen Herausforderungen im Seiteneinstieg
Am 8. Januar 2026 war es soweit: Nadin Grützner verteidigte im Saal 101 der Münchener Straße 1 ihre Dissertation über ein Thema, das sie nicht nur akademisch, sondern auch aus eigener Erfahrung kennt. Die ehemalige Lehrerin im Hochschuldienst am ZLSB und nun stellvertretende Schulleiterin der 47. Grundschule stellte ihre Dissertation zum Thema: „Subjekt–Prädikat–Objekt. Biografische Herausforderungen des Berufseinstiegs in der berufsbegleitenden Qualifizierung für Lehrkräfte an sächsischen Grundschulen“ vor. Sie untersuchte dabei, wie spezifische Professionalisierungsprozesse von seiteneinsteigenden Lehrkräften in der Grundschule verlaufen. Zudem stand im Zentrum, welche berufsbiografischen Herausforderungen sie zu bewältigen haben.
Der Saal 101 im neuen Gebäude der Münchener Straße 1 war gut gefüllt, als Nadin Grützner zur Disputation ihrer im qualitativen Design durchgeführten Dissertation antrat. Für ihre Forschung blickte sie tief in die Lebensgeschichten von Menschen, die den Seiteneinstieg in den Lehrberuf gewagt haben. Ihre Interviewpartner:innen hätten dabei kaum unterschiedlicher sein können. Von der Tanzpädagogin über den Juristen bis zum Kraftwerkstechniker waren Menschen zwischen 28 und 58 Jahren vertreten, die alle eines gemeinsam haben, nämlich den Wechsel ins Klassenzimmer.
Auf Basis von narrativen Interviews bei seiteneinsteigenden Lehrkräften im Grundschulbereich präsentierte sie die Ergebnisse ihrer Forschung. Was Nadin Grützner dabei herausfand, ist bedeutend. „Es gibt nicht den einen seiteneinsteigenden Typ, sondern mindestens vier verschiedene biografische Muster“, sagt Nadin Grützner. Da sei zum Beispiel der konsekutive Typ, der bereits pädagogische Erfahrung mitbringe und nach einer persönlichen Krise den Schritt wage. Der disruptive Typ durchlebe hingegen einen berufsbiografischen Umbruch, der den Seiteneinstieg als Gegenentwurf zur bisherigen Karriere verstehe. Der mäandernde Typ, so Nadin Grützner, hätte schon einiges ausprobiert und finde aus altruistischen Motiven endlich seine Berufung. Der vierte und initiale Biografietyp sei in der Regel sehr jung und betrachte den Seiteneinstieg als Berufseinstieg.
Besonders eindrücklich beschrieb die Disputantin – die ihre Erhebungen unter Corona-Bedingungen durchführte – den Weg vom "Neuling" zur "echten Lehrkraft". Ihre Botschaft als Fazit aus den narrativen Interviews ist eindeutig: „Schnelle Rezepte fürs Überleben im Schulalltag helfen aus Sicht der seiteneinsteigenden Lehrkräfte nur kurzfristig. Was wirklich zählt, sei die fundierte wissenschaftliche Ausbildung, die berufsbegleitend stattfindet und langfristig trägt“.
Nach ihrem halbstündigen Vortrag stellte sich Nadin Grützner den kritischen Fragen der Promotionskommission und des anwesenden Publikums – und meisterte die einstündige Fragerunde mit Bravour.
Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Disputation!
Ansprechpartnerin: Dr. Peggy Germer <peggy.germer@tu-dresden.de>