27.04.2022
6. Frühjahrskolloquium des GRK mit Gastvortrag von Dr. Wjinand Veeneman (TU Delft)
Am 25. und 26. April 2022 trafen sich die dritte Generation des Boysen-TUD-Graduiertenkollegs, erstmals die neuen Kollegiaten der Brückenprojekte, Vorstand und Betreuer:innen zum diesjährigen internen Frühjahrskolloquium. Die Gruppe tagte diesmal im historischen Festsaal des Hülße-Baus der TU Dresden, welcher ursprünglich als Kapelle diente, bis er Anfang der 1990er Jahre von der Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaften als Lesesaal genutzt wurde. Architektonisch bildete der Festsaal einen besonderen Rahmen für die 2-tägige Veranstaltung.
Die Kollegiat:innen der 3. Generation des GRK präsentierten nach über 3 Jahren intensiver, unter Coronabedingungen teilweise herausfordernder Forschungstätigkeit ihre bisher erarbeiteten Ergebnisse mit der zugehörigen Methodik und stellten sich Feedback und Rückfragen anderer Teilnehmer:innen. Die komplexen Forschungsfragen innerhalb ihres Projektes konnten sie auch in Verbindung zum Cluster definiert umreißen. Welche Projektziele wurden erreicht, wie sehen die Arbeitsschritte gen Ende der Förderphase aus? Diese und zahlreiche weitere Fragen wurden während des Frühjahrskolloquiums beleuchtet. Ein Großteil der Kollegiat:innen arbeitet derzeit schon an der Dissertationsschrift. Die vier Kollegiaten der zur nächsten Generation des Kollegs überleitenden Brückenprojekte bekamen ebenfalls Gelegenheit, sich persönlichen sowie ihr geplantes Forschungsvorhaben vorzustellen. Im Austausch erhielten sie Erfahrungswerte und Impulse von den bereits seit 2019 geförderten Kolleg: innen. Der erste Veranstaltungstag fand beim gemeinsamen Abendessen in geselliger Runde einen gelungenen Ausklang.

Dank milder Temperaturen konnte auch der Garten des Restaurants genutzt werden.
Am zweiten Tag der Veranstaltung folgten weitere Vorträge der Kollegiat:innen, bevor sich im Anschluss die Vorstandsmitglieder des Boysen-TUD-Graduiertenkollegs zu einer Vorstandssitzung trafen.
Besonderes Augenmerk dieses Kolloquiums galt dem Gastvortrag von Dr. Wijnand Veeneman am Abend des 26.04.22. Dr. Veeneman ist außerordentlicher Professor für Organisation und Management an der Technischen Universität Delft (das GRK berichtete).

Dr. Veeneman während seines Vortrags
Dr. Veeneman konzentrierte sich in seiner Präsentation mit dem Titel „The Merger of Energy, Mobility, and Data – The growing need for cooperative governance for future infrastructure“ auf die Frage, wie verschiedene Infrastruktursektoren, insbesondere Verkehr, Energie und Daten, gesamtheitlich betrachtet und Gedankensilos aufgebrochen werden können. In unserer heutigen Welt sollten diese Infrastrukturen nicht mehr separat gehandhabt werden, was am Beispiel der Elektromobilität deutlich wird: Geparkte batterieelektrische Fahrzeuge können einerseits durch das sogenannte Peak Shaving, also die Abfederung von Lastspitzen im Energienetz, eine netzdienliche Wirkung entfalten. Ein weiteres vorgestelltes Projekt zielt darauf ab, geparkte batterieelektrische Fahrzeuge durch rekuperierte Energie abbremsender Züge aufzuladen. Die Erforschung solcher Interdependenzen und Hebung von Synergieeffekten ist der Kern seiner Arbeit. Er plädierte hierzu für einen Paradigmenwechsel weg vom Denken in "Boxen" und hin zu einer Betrachtung der jeweiligen "Schnittstellen". Dies erfordert interdisziplinäres Denken und Arbeiten sowie die Gestaltung von regulatorischen Rahmenbedingungen, die für diesen System-of-Systems-Ansatz die richtigen Anreize setzt.

Dr. Veeneman und Prof. Günther
Dr. Veenemans Vortrag war gleichzeitig Teil des Forschungskolloquiums der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, anmoderiert von Frau Prof. Edeltraud Günther und Herrn Prof. Lutz Hagen, und war ein gemeinsames Projekt des Graduiertenkollegs und der Fakultät.
Die Veranstaltungstage waren geprägt von konstruktivem Austausch und wertvollen Impulsen für die weitere Projektarbeit. Ein Dank an alle Beteiligten!