Forschungsfelder

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Die drei Forschungsfelder der Professur arbeiten eng zusammen mit vielfältigen Abhängigkeiten und Synergien. Forschung zum Mobilitätsverhalten und zu entsprechenden empirischen Methoden ist verknüpft mit der Verkehrsnachfragemodellierung, beides einfließend in Planung zukunftsfähiger Verkehrsangebote und speziell untersetzt durch Arbeiten zu Qualität und Sicherheit im Straßenverkehr.

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Mobilitätsverhalten und Verkehrsplanung

Die Analyse des Mobilitätsverhaltens ist für eine integrierte und strategisch ausgerichtete Verkehrsplanung, d. h. der Planung zukunftsfähiger Verkehrsangebote und -infrastrukturen, unerlässlich. Die dafür genutzten Daten und Informationen müssen sachgerecht und mit hoher Qualität erhoben werden. Dies ergibt sich u. a. aus den Anforderungen, die das Abwägungsgebot an die Qualität von Prozessen der Verkehrsplanung bzw. der Verkehrsentwicklungsplanung stellt.

Daraus ergeben sich folgende zwei Schwerpunkte innerhalb des Forschungsfeldes:

1. Analyse des Mobilitätsverhaltens und von Verkehrsentstehungsprozessen

Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsangebote sind für die Funktionsfähigkeit von Gesellschaft und Wirtschaft von grundlegender Bedeutung. Verkehr ermöglicht Mobilität für Personen und Güter und gewährleistet damit die Teilhabe an sozialen und wirtschaftlichen Austauschprozessen. Die Analyse der Mobilität und von Verkehrsursachen erfordert den Einsatz sozialwissenschaftlicher Methoden und Modelle. Die Forschungsgruppe arbeitet dazu mit folgenden Schwerpunkten:

  • Identifizierung von Kenngrößen zur Beschreibung von Verkehrsverhalten und Mobilität auf Grundlage von Anforderungen aus Wissenschaft und Praxis der integrierten Verkehrsplanung
  • Analyse von Einflussgrößen und Veränderungen des Verkehrsverhaltens, vorrangig unter Nutzung des Erhebungsinstrumentes „Mobilität in Städten – SrV“
  • Weiterentwicklung der Methoden zur Erhebung hochwertiger Daten zum Mobilitätsverhalten unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Vergleichbarkeitsforderungen innerhalb der SrV-Zeitreihe
  • Entwicklung von Standards zur Qualitätssicherung bei der Erhebung, Aufbereitung und Auswertung von Daten zum Mobilitätsverhalten
  • Aufbereitung und Nutzung der umfangreichen SrV-Datenbasis zur Analyse stadtspezifischer und stadtübergreifender Entwicklungen des Mobilitätsverhaltens
  • Verkehrssoziologische Ursachenforschung zu verkehrlichen Phänomenen und Entstehungsprozessen

Die aus diesen Schwerpunkten gewonnenen Erkenntnisse werden in die anderen Forschungsfelder der Professur, insbesondere auch in die Modellierung der Verkehrsnachfrage integriert.

Mit dieser Ausrichtung des Forschungsfeldes wird die langjährige wissenschaftliche Tradition der Technischen Universität Dresden in der wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig praxisbezogenen Erhebung von Daten zum Mobilitätsverhalten weitergeführt.

2. Integrierte Verkehrsplanung

Die Verkehrssysteme und die Mobilitätsbedürfnisse unterliegen einem stetigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Wandel. Dementsprechend müssen Verkehr und Verkehrsinfrastruktur unter Beachtung der jeweiligen Wechselbeziehungen von Raum, Stadt, Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft an gegenwärtige und zu erwartende künftige Anforderungen und Rahmenbedingungen angepasst werden.

Für die integrierte Verkehrsplanung ergeben sich daraus die folgenden Arbeits- und Forschungsschwerpunkte:

  • Konzeptionelle Verkehrsplanungen für Regionen, Ballungsgebiete, Städte und Gemeinden einschließlich der Planung von Netzen und Anlagen des motorisierten Verkehrs, des Fuß- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Personennahverkehrs und deren Verknüpfungen
  • Standortplanungen aus verkehrlicher Sicht unter Beachtung soziodemographischer und sozioökonomischer Strukturen und weiterer Determinanten der Verkehrsentwicklung
  • Qualifizierung der Integrierten Verkehrsentwicklungsplanung sowie wissenschaftliche Begleitung und Mitarbeit bei der Erstellung städtischer Verkehrsentwicklungspläne und konzepte
  • Gestaltung von Verkehrsräumen unter Abwägung der Belange aller Nutzungsanforderungen
  • Physische Vernetzung von inter- und multimodalen Mobilitätsdienstleistungen unter besonderer Berücksichtigung innovativer Lösungen wie Sharing- oder elektrofahrzeugbasierten Angeboten sowie von innovativen Technologien für Information, Navigation, Buchung und Bezahlung
  • Integration von Sharing-Angeboten für Pkws und Fahrräder in städtische Mobilitätssysteme
  • Konzepte zur Förderung aktiver Mobilität als Basis lebenswerter und gesunder Städte
  • Weiterentwicklung von Methoden zur Evaluierung verkehrsplanerischer Maßnahmen

Weitere mögliche Themen hier:

  • Autonomes Fahren
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement,
  • Definition multifunktionaler Straßenquerschnitte, Gestaltung und Begleitung von „Lernräumen“ für eine neue Mobilitätskultur, Definition und Messung der Qualität von Straßenräumen
  • für SrV: Verbesserung Methoden zur Messung des Fußgängerverkehrs, Möglichkeiten zur automatisierten Messung von Wegeketten und Modal-Split-Werten
Verkehrsnachfragemodellierung

Die Schwerpunkte in Forschung und Lehre des Fachbereichs Verkehrsnachfragemodellierung konzentrieren auf:

  • Grundlegende Methoden von Verkehrsanalysen und Verkehrsprognosen
  • Theoretische Grundlagen, Methoden und Verfahren der Verkehrsangebots- und Verkehrsnachfragemodellierung von Ländern, Regionen, Ballungsgebieten, Städten und Gemeinden
  • Entwicklung verkehrsplanerisch konsistenter Nutzenfunktionen und deren
  • Kalibrierung- Räumliche Gesetzmäßigkeiten und mathematische Modellierung des Verkehrsgeschehens im öffentlichen Verkehrsraum
  • Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnik auf die Verkehrsnachfrage
  • Verkehrsverhalten der Menschen unter den Rahmenbedingungen von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Verkehrsursachenermittlung bezogen auf alle Verkehrsarten
  • Qualitative und quantitative Betrachtungen der Wechselbeziehungen von Raumordnung, Infrastruktur (Flächennutzung, Verkehrsnetze, Verkehrsanlagen, Verkehrstechnik etc.) und Verkehrsverhalten
  • Verfahren der verkehrsplanerischen Bewertung des Verkehrsgeschehens einschl. der theoretischen Grundlagen; insbesondere Nutzwertanalysen und Nutzen-Kosten-Untersuchungen unter Beachtung der Prämissen von Verkehrsqualität, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit
Qualität und Sicherheit im Straßenverkehr

Die Verbesserung der Sicherheit hat höchste Priorität bei der Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen. Synergien zur Gewährleistung einer guten Verkehrsqualität sind gezielt zu entwickeln. Gegenstand der Forschung in dem aus dem Lehrstuhl für Straßenverkehrstechnik unter der Leitung von Univ.-Prof. em. Dr.-Ing R. Maier hervorgegangenen Bereich „Qualität und Sicherheit“ ist die Beschreibung, Bewertung und Optimierung des Verkehrsablaufs von Straßenverkehrsanlagen für verschiedene Verkehrsteilnehmergruppen sowie die Weiterentwicklung von Methoden zur Erhöhung der Verkehrs­sicherheit.

Daraus ergeben sich die folgenden Arbeits- und Forschungsschwerpunkte:

  • Sicherheitsanalysen und Verkehrsuntersuchungen zur Weiterentwicklung der Planungs- und Entwurfsrichtlinien für Verkehrsanlagen an Stadtstraßen unter Berücksichtigung sich wandelnder Anforderungen (z. B. demografische Entwicklung und steigende Bedeutung nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer)
  • Weiterentwicklung von Ansätzen zur Bewertung von Verkehrsanlagen unter Nutzung verschiedener Qualitätsmaße (z. B. zur Zuverlässigkeit) sowie unter Berücksichtigung der zukünftig verstärkten Verwendung computergestützter Verfahren (Standardisierung computergestützter Methoden)
  • Erforschung von Strategien zur Erhöhung der Verkehrssicherheit insbesondere der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer
  • Weiterentwicklung von Modellen zur maßnahmensensitiven Abbildung der Auswirkungen von sicherheitsrelevanter Verkehrslenkung/-steuerung
  • Durchführung/Unterstützung von Verkehrssicherheitskonzepten für Mittel- und Groß­städte unter Berücksichtigung der Ansprüche der verschiedenen Verkehrsteilnehmer
  • Beschreibung der Verkehrssicherheit mit Hilfe verschiedener Methoden (z.B. Verhaltensanalysen, vergleichende Verfahren, multikriterielle Verfahren)
  • Wissenschaftliche Begleituntersuchungen innovativer Entwurfsansätze sowie Verkehrs­steuerungen
  • Sicherheitsauditierung und Beratung in verschiedenen Phasen des Planungsprozesses

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Caroline Eva Koszowski
Letzte Änderung: 08.05.2018