Tagungen und Workshops

Reformation als Kommunikationsprozess (Prag 2017)

Eine gemeinsame Veranstaltung des Historischen Instituts der Tschechischen Akademie der Wissenschaften,
des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V.
und des
Lehrstuhls für die Geschichte der Frühen Neuzeit der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden.

Ort: Prag, 28.-30.11.2017 / zum Tagungsprogramm

Theories and Practices of Writing Early Modern History in England and Germany (2016)

Workshop,
Dresden, 23. April 2016

Organisation:
Franziska Neumann, Gerd Schwerhoff, Technische Universität Dresden;
Beat Kümin, University of Warwick;
unterstützt vom "IPID4all"-Programm des DAAD

Link zum Tagungsbericht (englisch) im Warwick – Early Modern Forum

Einleitung: Gerd Schwerhoff (Dresden), Beat Kümin (Warwick)

Sektion I
John Morgan (Warwick): The Social Lives of Early Modern Rivers: Integrating Social and Environmental History

Sebastian Frenzel (Dresden): Reasoning Early Modern Laws. Political Interaction and Legal Culture in the Imperial City of Ulm

Kommentar: Alexander Kästner (Dresden)

Sektion II
Anastasia Stylianou (Warwick): Holy Blood in the English Reformations

Cheryl Petreman (Dresden): Drunk and Disorderly Conduct in Late Sixteenth Century Nördlingen

Kommentar: Eric Piltz (Dresden)

Sektion III
Rachael Morton (Warwick): Perceptions of Quality and Material Culture in Early Modern England

Franziska Neumann (Dresden): Disciplining the Mountain – Environment and Social Discipline in Early Modern Mining

Sektion IV
Benjamin Seebröker (Dresden): Chronicles and Urban Identities of Mining Towns in the Ore Mountains from 16th to 18th Century

Kommentar (Sektion III und IV): Matthias Bähr (Dresden)

Verschränkte Ungleichheit. Praktiken der Intersektionalität in der Frühen Neuzeit (2016)

Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald, (Organisation Matthias Bähr zus. mit Christin Klaus und Florian Kühnel).


Gesellschaften nehmen Unterscheidungen vor: Nach innen differenzieren sie ihre Mitglieder in bestimmte Gruppen (und Untergruppen), nach außen grenzen sie sich von anderen Gesellschaften ab. Solche gesellschaftlichen Unterscheidungen werden jedoch niemals isoliert wirksam. Soziale Kategorien wie Geschlecht, Ethnizität, sozialer Status, Alter usw. sind ineinander verschränkt bzw. überkreuzen sich – und können daher auch gar nicht ohne ihre Wechselwirkungen untersucht werden.
Im Sinne einer ‚historischen Intersektionsanalyse‘ will die Tagung solchen Kategorieverschränkungen in der Frühen Neuzeit nachspüren, um so etwas über die spezifischen Konstellationen von Ungleichheit in dieser Epoche zu erfahren. Die Beiträge werden dazu anhand verschiedener Fallstudien die Praktiken von Intersektionalität in den Blick nehmen.

Weitere Informationen finden sie hier.

4. Kolloquium zu Kriminalität und Strafjustiz – Schwerpunktthema Gewalt (2015)


München/ Gauting, 9.–11. Sep. 2015
Organisation: Sebastian Frenzel zus. mit Alexandra Ortmann, Desirée Schauz und Richard Wetzell


Call for Papers in: H-Soz-Kult

Weitere Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie hier.

Die Regeln des Miteinander (2015)

Veranstalter: Dr. Matthias Bähr, DFG-Projekt: No Country for Old Men

Folgt man dem Soziologen Zygmunt Bauman, dann wurden im 19. und 20. Jahrhundert fanatische Kämpfe gegen Ambiguitäten aller Art ausgetragen. Eindeutige, klare Bekenntnisse waren das Maß aller Dinge. Zwar hat die Rechtsanthropologie diese These mittlerweile
relativiert. Allerdings gilt die Sucht nach Eindeutigkeit nach wie vor als Kennzeichen vieler moderner Gesellschaften. Die Frühe Neuzeit erscheint dagegen als Epoche, in der gegensätzliche Verhaltenserwartungen relativ konfliktfrei nebeneinander bestehen konnten und in der häufig nur exzessive Normverstöße bestraft wurden. Aber wie ambiguitätstolerant war die Frühe Neuzeit tatsächlich? Gab es einen vormodernen „Segen der Ambiguität“ (Barbara Stollberg-Rilinger)?

Das ist die zentrale Frage des Workshops, der am 25. und 26. Juni 2015 an der TU Dresden im BZW/A538 stattfindet - Flyer Tagungsprogramm
 

3. Kolloquium zu Kriminalität und Strafjustiz in Vormoderne und Moderne, 16.–20. Jahrhundert (2014)


Meißen, 11.–13. Juni 2014

Veranstalter: Alexander Kästner (Dresden), Sylvia Kesper-Biermann (Köln), Annelie Ramsbrock (Potsdam), Benno Zabel (Leipzig)

Veranstaltungsort: Evangelische Akademie Meißen, Freiheit 16, 01662 Meißen

 

Mittwoch, 11.6.2014

14:00 – 15:00 Uhr
Anreise, Kaffee, Büchertisch

15:00 – 15:30 Uhr
Einführung und Vorstellung

15:30 – 17:00 Uhr
Panel 1: Biologie und Geschlecht
(Moderation: Sylvia Kesper-Biermann, Köln)

  • Jonas Menne (Berlin): Kriminalbiologische Kontinuität? Zur Persistenz biowissenschaftlicher Kriminalitätserklärungen in der Nachkriegskriminologie
  • Jeannette Kamp (Leiden): On the margins? The mobility question in gendered crime patterns, a case study: Frankfurt am Main 1600–1806.

17:00 – 18:15 Uhr
Panel 2: Legitimierung von Normen
(Moderation: Alexander Kästner, Dresden)

  • Magelone Bollen (East Lansing MI/ USA): „Wohlverdientes Todesurtheil nebst einer Moralrede“. Das Armesünderblatt in Süddeutschland (1750–1820)
  • Iris Fleßenkämper (Münster): „Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen“. Zur Legitimation und Pluralität von Normen in der Frühen Neuzeit

18:15 – 19:00 Uhr
Abendessen

19:00 – 19:45 Uhr
Abendvortrag
(Moderation: Alexander Kästner, Dresden)

  • Ulrich Bach (Köln): Johannes Bückler genannt Schinderhannes – ein deutscher Räuber in französischer Zeit. 200 Jahre aufregende und wechselhafte Rezeptionsgeschichte einer Verbrecherkarriere

Donnerstag 12.6.2014

8:00 – 9:00 Uhr
Frühstück

9:00 – 11:00 Uhr
Panel 3: Politische Kriminalität
(Moderation: Benno Zabel, Leipzig)

  • Karl Härter (Frankfurt a.M.): Einführung. Die Regulierung politischer Konflikte und politischer Kriminalität in Mitteleuropa zwischen der Französischen und der Revolution von 1848
  • Thomas Walter (Frankfurt a.M.): Güte, Gnade und Vergeltung. Konfliktregulierung und Strafjustiz im sächsischen Bauernaufstand von 1790
  • Karl Härter (Frankfurt a.M.): Zwischen Vergeltung und Konfliktregulierung. Das politische Attentat als Thema populärer Medien und rechtlich-politischer Diskurse (1789-1848)
  • Conrad Tyrichter (Frankfurt a.M.): Politische Kriminalität und transnationale Strafrechtsregime im 19. Jahrhundert am Beispiel des Deutschen Bundes

11:00 – 11:15 Uhr
Kaffeepause

11:15 – 12:30 Uhr
Panel 4: spätmittelalterlich-stadthistorische Perspektiven
(Moderation: Gerd Schwerhoff, Dresden)

  • Kaspar Gubler (Münsingen/CH): Unterdrücken, Drücken, Entgegenkommen: Mechanismen und Wirkungen von Strafjustiz im Spätmittelalter im Südwesten des Reichs. Ein Vergleich der Reichsstädte Schaffhausen und Konstanz.'
  • Petr Kreuz (Prag): Kriminalität in Prag in der jagiellonischen Zeit (1471-1526) im Lichte der vor dem Stadtgericht von Prag-Altstadt und der vereinten Prager Städte verhandelten privatrechtlichen Klagen.

12:30 – 14:00 Uhr
Mittagessen

14:00 Uhr – 16:30 Uhr
Panel 5: Erklärungen von Gewalt
(Moderation: Dagmar Ellerbrock, Berlin)

  • Helmut Thome (Berlin): Ein von Durkheim inspirierter Ansatz zur Erklärung langfristiger Entwicklungstendenzen der Gewaltkriminalität
  • Stephanie Zehnle (Kassel): „Leopardenmorde“? Kriminalisierungen von Menschen und Leoparden im kolonialen Westafrika (ca. 1880–1940)

Panel 6: Variationen der Rechtspraxis
(Moderation: Sylvia Kesper-Biermann, Köln)

  • Carolin Stenz (Weil im Schönbuch): Das Strafrecht vor Gericht. Die Strafrechtsreform und der „Fall Jürgen Bartsch“
  • John Jordan (Bern): Bridging the Gaps. Die Rechtspraxis der Bürgschaft

16:30 – 16:45 Uhr
Kaffeepause

16:45 – 18:15
Panel 7: Strafvollzug
(Moderation: Annelie Ramsbrock, Potsdam)

  • Anne Kirchberg (Göttingen): Erziehungskonzepte im bundesdeutschen Jugendstrafvollzug von den 1950ern bis in die 1970er Jahre
  • Andrea Tonert (Dresden): Freiherren hinter Gittern. Adelige in kursächsischer Festungshaft

18:15 – 19:00 Uhr
Abendessen

19:00 – 20:00 Uhr
aktuelle Projekte und Planungen


Freitag, 13.6.2014

8:00 – 9:00 Uhr
Frühstück

9:00 – 10:00 Uhr
Panel 8: Epochenübergreifende Trends
(Moderation: Gerd Schwerhoff, Dresden)

  • Ulrike Ludwig (Dresden/ Erlangen): Perspektiven der Forschung zur Geschichte von Kriminalität und Strafjustiz in der Frühen Neuzeit

10:00 – 10:15 Uhr
Kaffeepause

10:15 – 12:00 Uhr

  • Désirée Schauz (München/ London): Neue Trends der internationalen Forschung zu Kriminalität und Strafjustiz in Europa, ca. 1870-1945, Teil 1
  • abschließende Diskussionen und Reflexionen (Moderation: Annelie Ramsbrock, Potsdam)

anschließend gemeinsames Mittagessen und Abreise

Religiöse Devianz im reformatorischen und konfessionellen Zeitalter (2012)

Dresden, 08.-10.03.2012
Veranstalter: Sonderforschungsbereich 804 "Transzendenz und Gemeinsinn", Teilprojekt "Gottlosigkeit und Eigensinn. Religiöse Devianz in der Frühen Neuzeit", Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, TU Dresden

Die Tagung "Religiöse Devianz im reformatorischen und konfessionellen Zeitalter" will Zuschreibungen von und Praktiken des Umgangs mit religiöser Abweichung zwischen 1500 und 1700 in den Blick nehmen. In der bisherigen Forschung standen insbesondere Fragen nach religiöser Identität, nach Mehr- oder Interkonfessionalität und nach der sozialen Praxis von verfolgten Gruppen im Mittelpunkt. Die Aspekte der Zuschreibung von und des Umgangs mit religiöser Devianz wurden hingegen weniger stark beachtet. Ziel der Tagung ist es, genau diese Zugänge stärker ins Zentrum der Fragestellung zu rücken.

Call for Papers in: H-Soz-u-Kult

Tagungsbericht in: H-Soz-u-Kult

Tagungspublikation:
Eric Piltz/ Gerd Schwerhoff (Hrsg.): Gottlosigkeit und Eigensinn. Religiöse Devianz im konfessionellen Zeitalter (Zeitschrift für Historische Forschung, Beiheft 51), Berlin 2015.
Flyer

Täufertum als religiöse Devianz in der Frühen Neuzeit (2010)

Dresden, 29.10.2010, in der Bibliothek des SFB, BZW/A004
Veranstalter: Sonderforschungsbereich 804 "Transzendenz und Gemeinsinn", Teilprojekt "Gottlosigkeit und Eigensinn. Religiöse Devianz in der Frühen Neuzeit", Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, TU Dresden
 

Weniger die Fragen nach religiöser Identität und sozialer Praxis der täuferischen Gruppen, sondern stärker die Mechanismen ihrer Ausgrenzung und Prozesse der Fremd- und Selbstzuschreibung standen im Mittelpunkt des Workshops "Täufertum als religiöse Devianz in der Frühen Neuzeit". Dieser Zugang zur Thematik sei von der Täuferforschung bisher zugunsten der Betrachtung
der Eigenperspektive der täuferischen Akteure noch zu wenig beachtet worden. Im Zentrum der auf der Veranstaltung diskutierten Texte und einleitenden
Kommentare der Referenten und Referentinnen standen demgemäß Fragen nach
den bei den Obrigkeiten, der Bevölkerung oder den Täufern selbst bestehenden, vielfältig ineinandergreifenden "Täuferbildern", deren zeitgenössischer Anwendung und Modifizierung.

Tagungsbericht in: H-Soz-u-Kult

Programm

  • Gerd Schwerhoff: Begrüßung
  • Astrid von Schlachta: "Bauernkrieg" und "Münster" – zwei politische Themen und die Täufer
  • Mathilde Monge: Who Is in the "Society of Christian Brothers"? Anabaptist Identity in Sixteenth-Century Cologne
  • Päivi Räisänen: Die Visitation als Verhör und Verhandlung. Vom Prozeß des Täufer-Werdens im Württemberg des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts
  • Tim H. Deubel: "David Georgen ausz Holand des Ertzkätzers warhafftige histori". Analysen zu einer Selbstdarstellung des Basler Rats im Umgang mit einem Täuferführer und seinen Anhängern
Verbrechen wider Gott. Aspekte religiöser Devianz in der Frühen Neuzeit (2010)

Münster, 27.-28.08.2010
Veranstalter: Alexander Kästner, Florian Kühnel; Sonderforschungsbereich 804 "Transzendenz und Gemeinsinn", Technische Universität Dresden; Teilprojekt F und Exzellenzcluster 212 "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne", Westfälische Wilhelms-Universität Münster


Verhaltensweisen, die von kollektiven Ordnungsvorstellungen abwichen,  verstießen nach dem Verständnis der Frühen Neuzeit immer auch gegen die von Gott gewollte Ordnung, so Alexander Kästner und Florian Kühnel in ihrer Einleitung zum gemeinsam organisierten Workshop „Verbrechen wider Gott. Aspekte religiöser Devianz in der Frühen Neuzeit“. Sie könnten daher aus heutiger Perspektive als religiöse Devianz bezeichnet werden. In Auseinandersetzungen mit den bestehenden gesellschaftlichen Normen und in ständigen Aushandlungsprozessen seien bestimmte, individuelle und kollektive Verhaltensweisen als besonders unchristlich etikettiert worden. Neuen Erkenntnisgewinn verspräche daher ein Blick auf die Schnittmenge der verschiedenen Formen religiöser Devianz und auf Kontinuität und Wandel von Deutungen, Zuschreibungen und Reaktionen im Verlauf der Frühen Neuzeit. Vielversprechend sei in diesem Zusammenhang aber vor allem auch die Analyse des Spannungsverhältnisses zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung: Welche zeitgenössischen Strategien der Sinnstiftung wurden angewendet, um abweichendes Verhalten erklärbar zu machen und wie deuteten die Betroffenen selbst ihr Verhalten?


Tagungsbericht in: H-Soz-u- Kult


Programm

  • Alexander Kästner/Florian Kühnel: Begrüßung
  • Gerd Schwerhoff (Dresden): Gottlosigkeit und Eigensinn. Religiöse Devianz in der Frühen Neuzeit
  • Jakob Michelsen (Hamburg): Sodomie. Zur Säkularisierung eines Delikts
  • Florian Kühnel (Münster): Ehre statt Gott – Religiöse Devianz als Merkmal von Selbsttötung im frühneuzeitlichen Adel?
  • Alexander Kästner (Dresden): Ein atheistisches „Mordkind“. Deutungen der Selbsttötung des Studenten Joachim Gerhard Ram in Wittenberg (1688)
  • Katrin Moeller (Halle/ Saale): Die Suspendierung Gottes. Magische Verbrechen als Interaktionsbühne dualistischer Glaubensvorstellungen
  • Annette Scherer (Dresden): „. . . dz sie ein uberaus leichtfertige gottloße  hochstraffwürdtige vettel sein muß . . . “. Zuschreibung von und Begründungsmuster im Umgang mit religiöser Devianz in Nürnberger Strafrechtsakten
  • Matthias Bähr (Münster): Die Hand Gottes? Saevitia dominorum vor dem Reichskammergericht
Nachbarschaft und der Sinn für Gemeinschaft (2010)

Nachbarschaft und der Sinn für Gemeinschaft


Dresden, 25.-26.06.2010
Veranstalter: Sonderforschungsbereich 804 "Transzendenz und Gemeinsinn", Teilprojekt "Gottlosigkeit und Eigensinn. Religiöse Devianz in der Frühen Neuzeit", Prof. Dr. Gerd Schwerhoff / Eric Piltz, M.A., TU Dresden

Die Rede von Nachbarschaft suggeriert von jeher räumliche Nähe. Doch bedeutet Nachbarschaft auch soziale, menschliche Nähe? Heute muss nachbarschaftliches Leben wohl in anderem Maße als entscheidend für die Integration eines Einzelnen in den Sozialverband einer Stadt betrachtet werden als möglicherweise in der Stadt der Vormoderne. Auf dieser und weiteren Annahmen basierten die Inhalte und Themenfelder, die im Rahmen des Workshops „Nachbarschaft und der Sinn für Gemeinschaft“ in Dresden am 25. und 26. Juni 2010 diskutiert wurden. Nachbarschaft in der Stadt der Vormoderne wurde in diesem Rahmen als unumgehbare Sozialform konstatiert und der Aspekt nachbarschaftlicher Gemeinschaftsbildung in das Zentrum gerückt. In diesem Kontext galt es, die Möglichkeiten der Teilhabe an der Stadtgemeinschaft und den Bezug der Nachbarschaft zu dieser ebenso zu untersuchen wie das Potential von Nachbarschaftskonflikten als Gemeinschaft gefährdendes Element.


Tagungsbericht in: H-Soz-u-Kult


Programm

  • Gerd Schwerhoff (Dresden): Einführung und Begrüßung
  • Eric Piltz (Dresden): Was ist und gibt es überhaupt eine historische Nachbarschaftsforschung?
  • Susanne Rau (Erfurt): La vie du quartier: 50 Jahre Soziabilitäts- und Nachbarschaftsforschung in Frankreich
  • Emily Fisher Gray (Norwich, Vermont): "Aus guter Nachbarschaft und nicht der Gerechtigkeit wegen": Strategien für die konfessionelle Koexistenz während der Reformation in Augsburg
  • Joachim Eibach (Bern): Kommentar
  • James Palmitessa (Kalamazoo, Michigan): Das Durchbrechen der "Grenzen zwischen Pragern": die schwierige Suche nach Nachbarschaft in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
  • Hanna Sonkajärvi (Essen-Duisburg): Nachbarschaft, Policey und Magistrat in der Stadt Gent im 17. Jahrhundert
  • Herman Roodenburg (Amsterdam): Kommentar
  • Cristina Andenna (Dresden/ Matera, Italien): Nachbarschaft aus mittelalterlicher und italienischer Perspektive
  • Heinrich-Richard Schmidt (Bern): Structuration. Zwischen Struktur- und Handlungsgeschichte
  • Jan Glatter (Dresden): Kommentar aus sozialgeographischer Perspektive
  • Matthias Burghardt (Dresden): Kommentar aus raum- und architekturtheoretischer Perspektive
Das Duell vom Mittelalter bis zur Moderne – interdisziplinäre und internationale Perspektiven (2010)

31.05.-02.06.2010, Zentrum für interdisziplinäre Forschung in Bielefeld
Wissenschaftliche Leitung: Ulrike Ludwig (Dresden), Barbara Krug-Richter (Münster), Gerd Schwerhoff (Dresden)


Im 15. Jahrhundert betrat mit dem Duell eine neue Variation der ritualisierten Konfliktaustragung die europäische Bühne: Im Duell versuchte man fast fünf Jahrhunderte lang eigenmächtig und jenseits der Gerichte verletzte Ehre zu sühnen und wiederherzustellen. Aber das Duell war weit mehr als das, denn das Duell wurde selbst zu einem Medium der Distinktion und darüber zum Kennzeichen einer elitären Gruppenkultur.
Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es einerseits, das Duell als spezifisch männliche Form des Ehrenhandels in die vorher und weiterhin neben ihm existenten Formen der Streitkultur vom ausgehenden Spätmittelalter bis in das frühe 20. Jahrhundert einzubetten. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Frage nach der Spezifik dieses Rituals als eigenständiger kultureller Praktik im Kontext sich wandelnder Wertesysteme. Andererseits soll die AG eine Diskussionsplattform für eine vergleichende Perspektive schaffen: Denn erstmals werden Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen, Epochen und Ländern gemeinsam vorgestellt und diskutiert. Auf diese Weise kann in einer europäischen Langzeitperspektive sowohl nach Transferprozessen als auch nach der Bedeutung unterschiedlicher Elitekulturen für die Herausbildung verschiedener Duellpraktiken gefragt werden.


Tagungsbericht in: H-Soz-u-Kult

Tagungspublikation: Ulrike Ludwig/Barbara Krug-Richter/Gerd Schwerhoff (Hg.): Das Duell. Ehrkämpfe vom Mittelalter bis zur Moderne, Konstanz 2012.
Detailinformationen auf der Verlagsseite


Programm

Montag, 31. Mai 2010
Begrüßung: Ulrike Davy, Mitglied des wissenschaftlichen Direktoriums des ZiF

Sektion I: Ansichten zum Duell – Disziplinäre Zugänge (Impulsreferate)
Sektionsleitung: Gerd Schwerhoff

  • Ulrike Ludwig/Gerd Schwerhoff: Geschichtswissenschaft
  • Barbara Krug-Richter: Volkskunde/Europäische Ethnologie
  • Michael Meuser: Soziologie/Geschlechtertheorie Distinktion und Konjunktion - Zur Konstruktion von Männlichkeit im Wettbewerb
  • Ahmet Toprak: Angewandte Sozialwissenschaften
  • Kommentar: Monika Mommertz

Sektion II: Vor- und Frühgeschichte des Duells?
Sektionsleitung: Franz-Josef Arlinghaus

  • Sarah Neumann: Gewaltspektakel? – Deutungsvarianten des gerichtlichen Zweikampfes im Mittelalter
  • Malte Prietzel: Krieg, Wettstreit und Schauspiel. Zweikämpfe in Frankreich und Burgund während des 14. und 15. Jahrhunderts
  • Kommentar: Uwe Israel
  • Diskussion der Beiträge und der Sektion

Sektion III: Diskursfelder
Sektionsleitung: Gerd Schwerhoff

  • Richard Cronin: Paper Pellets: Literary Duelling in Romantic
  • Alexander Kästner: Ein seliger Tod? Leichenpredigten auf Duellanten
  • Diskussion der Beiträge
  • Ulrike Ludwig: Das Recht als Medium des Transfers. Die Ausbreitung des Duells im Alten Reich
  • Marc Bors: Duell und Injurienprozess. Alternative Konfliktlösungen?
  • Kommentar: Karl Härter

Dienstag, 1. Juni 2010
Sektion IV: Praktiken im ständischen Kontext
Teil A: Fürsten und Adel

Sektionsleitung: Ronald G. Asch

  • Birgit Emich: Körper – Politik? Die Duellforderungen Karls V.
  • Silke Marburg: Duell und ständische Identität im Wandel. König Johann von Sachsen (1801-1873) deutet den Duellverzicht
  • Diskussion der Beiträge
  • Markku Peltonen: The Duel, Law and Honour in Early Modern England
  • Stephan Geifes: Zwischen Ehrverteidigung und Ehrerwerb. Das französische Duell im 19. Jahrhundert
  • Kommentar: Josef Matzerath

Teil B: Militärs, Handwerker und Studenten
Sektionsleitung: Ulrike Ludwig

  • Maren Lorenz: Das Duell im schwedischen Militär des 17. Jahrhunderts
  • Gundula Gahlen: Duellpraktiken im bayerischen Offizierskorps im 19. Jahrhundert
  • Diskussion der Beiträge
  • Andreas Meier: (Außer-)gewöhnliche Gewaltdelikte. Das Phänomen der Handwerkerduelle in Kursachsen im 17. und 18. Jahrhundert
  • Barbara Krug-Richter: Das studentische Duell im 18. und 19. Jahrhundert
  • Kommentar: Marian Füssel

Mittwoch, 2. Juni 2010
Sektion V: Zweikämpfe

Sektionsleitung: Barbara Krug-Richter

  • Reinhard Zöllner: Der Zweikampf der Samurai
  • Peter Wettmann-Jungblut: Zweikampf als Muster in der männlichen Jugendkultur
  • Jürgen Müller: Das Duell im Film
  • Kommentar: Pieter Spierenburg
Deutschland und die Inquisition (2009)

Weingarten, 1.-4.10.2009
Veranstaltet durch: Dieter R. Bauer, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart;
Albrecht Burkardt, Université de Lyon; Gerd Schwerhoff, Technische Universität Dresden
 

Tagungsbericht in: H-Soz-u-Kult

Stadt und Öffentlichkeit (15. - 19. Jahrhundert). 39. Kolloquium des Instituts für vergleichende Städtegeschichte und des Kuratoriums für vergleichende Städteschichte e.V. (2009)

Münster, 23.-24.3.2009
Veranstaltet durch: Institut für vergleichende Städtegeschichte; Kuratorium für vergleichende Städteschichte e.V.; Werner Freitag
 

Tagungsbericht in: H-Soz-u-Kult

Deutungsfelder des Duells (2008)

Dresden, 17.-18.04.2008
Veranstaltet durch: Ulrike Ludwig, Gerd Schwerhoff, Alexander Kästner


Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert formierte sich im vormodernen Europa das Duell als eine komplexe kulturelle Praktik verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Während für Frankreich, England, Irland oder Italien wichtige Arbeiten zur frühneuzeitlichen Duellkultur vorliegen, stellen einschlägige Forschungen für das Alte Reich weitgehend ein Forschungsdesiderat dar. Die Veranstalter des Workshops wollen mit einem Forschungsprojekt zum "Duell als kultureller Praktik in der Frühen Neuzeit" in diese Lücke stoßen, in dem eine diachron und regional vergleichende Sozial- und Kulturgeschichte des Duells in der Frühen Neuzeit erarbeitet werden soll.


Tagungsbericht in: H-Soz-u-Kult


Programm

Donnerstag, 17. April 2008

  • Ronald G. Asch: Adel im 18. Jahrhundert

Freitag, 18. April 2008
Diskutanten: Ronald G. Asch (Freiburg), Andreas Gößner (München), Jan Willem Huntebrinker (Frankfurt am Main)

  • Gerd Schwerhoff: Begrüßung und Einführung
  • Ulrike Ludwig (Dresden): Aspekte des Dresdner Forschungsprojektes „Das Duell als kulturelle Praktik in der Frühen Neuzeit“
  • Barbara Krug-Richter (Münster): Studentische Gewaltkultur
  • Christopher Collstedt (Lund): Justice and the Duellist. Crimes of Duelling and Perceptions of Masculinity in the Final Phases of Sweden’s Period as a Great Power
  • Alexander Kästner (Dresden): Deutungsmuster der Duellgesetzgebung im 18. Jh. – Das Beispiel der Wittenberger Juristenfakultät

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Alexander Kästner
Letzte Änderung: 05.04.2016