Profil

Die Professur von Prof. Dr. Hans Vorländer setzt  einen besonderen Schwerpunkt auf die historischen und kulturellen Kontexte politischer Ordnungsarrangements und die komplexen Voraussetzungen ihrer Entstehung, Geltung und Stabilisierung. Das verlangt eine bewusst interdisziplinäre Perspektive, die politik-, rechts-, sozial- und geschichtswissenschaftliche Zugänge miteinander in einen Dialog bringt und verknüpft. Damit öffnet sich ein Forschungsspektrum, das die komparative Analyse von politischen Ideen, Narrativen, Normen, Praktiken und Institutionen, den Wandel demokratischer Verfassungsordnungen unter den Bedingungen der Weltgesellschaft sowie die Formen zukünftiger Verfasstheit nationaler und transnationaler Räume umfasst.

Darüber hinaus forschen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte zu aktuellen Themen der demokratietheoretischen Einordnung von Empörungs- und Protestbewegungen sowie zu Migration, Flüchtlingen, Zuwanderung und Integration. Besondere Beachtung findet hierbei die Frage, wie Demokratien mit diesen Herausforderungen umgehen und wie diese die uns bekannten demokratischen Ordnungen verändern. Die Forschung nimmt hierbei konkrete historische und aktuelle Spannungslagen in den Blick, um sie aus analytischer Perspektive diskutieren zu können und nach Lösungsansätzen zu suchen. Theoretische Diskussionen werden somit stets mit der Beobachtung und Analyse institutioneller Praxen in Verbindung gebracht.

Der Professur unmittelbar angegliedert ist das Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung (ZVD), das als interdisziplinäres Forschungszentrum ein Forum theoretischer und empirischer Grundlagenforschung über die sozialen und kulturellen Voraussetzungen von Verfassung und Demokratie bietet. Das ZVD beschäftigt sich thematisch mit der Entstehung und Entwicklung demokratischer Verfassungsordnungen im Allgemeinen und der Ideen von Verfassung und Demokratie im Konzept der modernen konstitutionellen Demokratie im Besonderen. Das ZVD will damit den interdisziplinären Austausch zwischen Politik-, Rechts-, Sozial- und Geschichtswissenschaften verstetigen und den internationalen Austausch fördern.

Seit 2017 gehört auch das Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) zum Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung. In vier Forschungsgruppen wird hier der Frage nachgegangen, wie Migration demokratische Politiken, Institututionen und Kulturen prägt und zugleich von ihnen gepägt wird. Untersucht werden Formen, Instrumente und Prozesse politischer Verarbeitung von Migration in demokratischen Gesellschaften - in einzelnen Ländern und im vergleichenden Blick auf Europa. MIDEM ist ein Projekt der Technischen Universität Dresden in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen, gefördert durch die Stiftung Mercator.

Zur Arbeit der Professur gehört auch der beständige Transfer von der Wissenschaft in andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Hierzu zählen  die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der politischen Bildung und Beratung, mit Institutionen der Kultur und Kunst, sowie der Austausch mit Medien und Politik. Darüber hinaus pflegt der Lehrstuhl einen internationalen Austausch mit Universitäten in Frankreich, Italien, der Schweiz, Tschechien, Polen, Großbritannien, den USA und Brasilien. 

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Marissa Christa Weigle
Letzte Änderung: 29.06.2018