Professur für Produktionswirtschaft und Informationstechnik
Die Professur arbeitet interdisziplinär an den Schnittstellen von Produktion, Digitalisierung und gesellschaftlicher Entwicklung. Im trinationalen Kontext des Dreiländerecks entstehen daraus praxisnahe Ansätze mit regionaler Verankerung und internationaler Perspektive.
Die Professur engagiert sich in interdisziplinären Projekten an der Schnittstelle von Hochschule, Gesellschaft und regionaler Transformation. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt JuBReg – Jugend bewegt Region, Region bewegt Jugend. Im Rahmen des Projekts werden gemeinsam mit Schüler, Studierenden und Auszubildenden Beteiligungsformate entwickelt, die jungen Menschen ermöglichen, ihre Zukunftsperspektiven in der Lausitz und im deutsch-polnisch-tschechischen Grenzraum aktiv zu gestalten. Das Projekt untersucht und fördert die Rolle junger Menschen im Strukturwandel und trägt dazu bei, grenzüberschreitende Perspektiven auf regionale Entwicklung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe sichtbar zu machen.
Batteriemanagement von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) ist ein bei der Steuerung häufig unterschätzter Aspekt. Notwendige Ladevorgänge solcher Systeme können die Leistungsfähigkeit des Transportsystems als Ganzes vorübergehend signifikant einschränken. In der Praxis wird dieser Aspekt häufig durch eine Überdimensionierung der Fahrzeuganzahl umgangen. Um eine nachhaltigere Lösung zu ermöglichen, wird an einem integrierten Konzept zur Zuweisung von Fahraufträgen und Ladevorgängen geforscht unter Berücksichtigung der Tendenz zu dezentralen Steuerungslogiken im Kontext von Industrie 4.0.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung hierarchischer PPS-Simulatoren zur resilienten Produktionsplanung in standortübergreifenden Lieferketten. Diese integrieren Optimierungsmodelle verschiedener Planungsebenen in eine rollierende Simulationsumgebung und ermöglichen so die Analyse der Störungsausbreitung sowie die Bewertung operativer Resilienzmaßnahmen wie Subcontracting oder alternativer Kapazitätszuweisungen. Die Ansätze bilden den operativen Kern digitaler Lieferkettenzwillinge.
Klassisch orientiert sich die Produktionsplanung an den ökonomischen Zielen, wie der Kostenreduktion und der Zeitreduzierung. In den letzten Jahren sind die Ansätze um ökologische Zielgrößen, wie Minimierung des Energieverbrauchs und der Emissionen ergänzt worden. Daneben können Unternehmen dem Fachkräftemangel durch Berücksichtigung sozialer Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter in der Planung entgegenwirken. Optimierungsmodelle zur verantwortungsvollen Produktionsplanung integrieren ökologische und soziale Zielgrößen sowie entsprechende Nebenbedingungen.
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